Mit viel Ladung oder als Gespann nicht nur langsamer fahren

StartseiteLebenAutoStand: 06.08.2026, 12:30 UhrKommentareUns auf Google folgenMehr Gewicht - anderes Fahrverhalten: Fahrradträger, Anhänger oder viel Gepäck machen das Auto windanfälliger und träger beim Rangie...

  • 3 min read
Mit viel Ladung oder als Gespann nicht nur langsamer fahren

Stand: 06.08.2026, 12:30 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Fahrräder auf dem Gepäckträger am Heck eines Autos

Mehr Gewicht - anderes Fahrverhalten: Fahrradträger, Anhänger oder viel Gepäck machen das Auto windanfälliger und träger beim Rangieren, das Unfallrisiko steigt. © Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Schwere Ladung oder Anhänger verändern das Fahrverhalten stark. Warum Autofahrer richtiges Packen, Bremsweg, Kurvenstabilität und Sicht besonders im Blick behalten müssen.

Stuttgart - Wer ein beladenes Auto oder ein Gespann mit Anhänger fährt, darf die Extra-Last nicht unterschätzen, warnt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Nicht nur die Ausmaße etwa beim Fahren mit Anhänger oder mit einem Fahrraddachträger ändern sich, auch das Fahrverhalten. Das Letzteres verändert sich ebenso für einen Pkw ohne An- oder Aufbauten, „nur“ mit vollem Kofferraum und voller Besatzung.

Durch die zusätzliche Masse fahren Autos nicht „wie sonst, nur langsamer“, warnt die GTÜ - im Gegenteil. Es können sich unter anderem deutlich verändern:

  • Bremsweg
  • Lenkverhalten
  • Kurvenstabilität
  • Reifenbelastung
  • Sicht
  • Beschleunigung und Rangierverhalten verändern sich deutlich
  • Windanfälligkeit

Wichtig ist daher richtiges Packen. Kurzfassung: Schweres nach unten, alles rutschfest sichern, etwa mit Spanngurten, und möglichst Lücken vermeiden und formschlüssig laden. Kleinteile im Innenraum so unterbringen, dass sie nicht zu Geschossen werden können. Alle Regeln, etwa zur maximalen Beladung, zu Stütz- oder Dachlasten, müssen eingehalten werden.

Doch selbst wenn alles technisch in Ordnung ist und der Luftdruck angepasst wurde - am Ende sorgt eben auch eine angepasste Fahrweise für das sichere Erreichen des Ziels. Grundsätzlich gilt mit zusätzlicher Last im, am oder als Anhänger hinter dem Auto: Mehr Abstand halten als sonst, früher bremsen und hektische Lenkbewegungen vermeiden. Hier verweist die GTÜ auch auf Paragraf 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO), wonach das Tempo unter anderem den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen ist.

Auf langen Gefällstrecken mit schwerer Fuhre am besten möglichst früh zurückschalten und die Motorbremse beziehungsweise Rekuperation bei einem E-Auto nutzen. Ansonsten könnte ein dauerhaft leichtes Verzögern die Bremsen stark erhitzen.

In Kurven fährt man noch langsamer hinein als gewohnt, daher sollte man etwa auch enge Autobahnabfahrten, Kreisverkehre und enge Baustellenbereiche besonders vorsichtig angehen.

Apropos Tempo: Mit Anhänger gilt in Deutschland grundsätzlich innerorts maximal Tempo 50 und auf Landstraßen Tempo 80. Nur wenn Anhänger bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen, darf man sie auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen mit bis zu 100 km/h bewegen. Dazu muss allerdings die Zulassungsbehörde die entsprechende Plakette erteilen.

Anhänger im Schlingerkurs - Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Gerät der Anhänger dann doch leicht ins Schlingern: nicht panisch reagieren und hektisch gegenlenken oder gar Gas geben, um das Gespann gerade zuzuziehen. Sondern Ruhe bewahren, das Lenkrad ruhig halten, Gas wegnehmen und das Tempo kontrolliert verringern.

Schlingern ist laut GTÜ ein Warnsignal für ein schlecht austariertes Gespann. Deshalb: Nach so einem Vorfall nicht einfach weiterfahren, sondern auf einem Parkplatz Stützlast, Ladungsverteilung, Reifendruck, Ladungssicherung, Tempo und Windverhältnisse prüfen. dpa