Münchens längste Wiesn-Schlange: Dafür stehen diese Leute an
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Münchens längste Wiesn-Schlange: Raten Sie mal, wofür diese Leute alle anstehen
Stand: 02.10.2026, 21:25 Uhr
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Lieber leihen als kaufen: Für viele Wiesn-Touristen ist Tracht ein Muss. Vor einem Geschäft in der Bayerstraße hat sich deshalb eine lange Schlange gebildet.
München – Rund 80 Meter Schlange vor einem Geschäft an der Bayerstraße: Die Menschen warten hier nicht auf einen begehrten Platz in einem der Zelte, sondern auf das passende Gewand für das Oktoberfest! Im „Bavarian Outfitters“ können sich Touristen für die Wiesn bayerische Tracht zu vergleichsweise günstigen Preisen ausleihen.
Strahlend kommen Tom Dreher und seine Frau Linda aus Hawaii aus dem Laden. Tom ist bereits komplett in Tracht gekleidet – mit Hemd, Lederhose und passenden Socken. Für ihn geht es gleich zum ersten Mal aufs Oktoberfest.
Oktoberfest-Angebot: 120 Euro für Leasing-Lederhosn & Co. – „Ein guter Deal“
In der Hand hält Linda eine Tüte mit Dirndl, Schürze und Bluse. „Beide Outfits für 120 Euro, das ist ein guter Deal“, sagt das Ehepaar. Vor allem die Möglichkeit, die Kleidung nur für den Wiesnbesuch auszuleihen, gefällt den beiden: „Wir sind glücklich damit.“
Drinnen herrscht derweil Hochbetrieb. Mitarbeiter Balthasar Kronberg ist im Stress. 18 Tage lang hat das Geschäft für die Wiesn geöffnet. Er berät Touristen und hilft beim Anprobieren.
Manche beschweren sich, dass die Tracht so eng ist
„Gerade ist sehr viel los“, sagt Kronberg, während er einem Mann zeigt, wie die Hosenträger an der Lederhose befestigt werden. Viele Kunden seien mit bayerischer Tracht nicht vertraut. „Wir probieren, bestmöglich alle in die Lederhosen und Dirndl zu bekommen. Die wissen meist gar nicht, wie das abläuft, und fragen drei- oder viermal nach, ob alles passt.“ Manche beschwerten sich auch, dass die Tracht sehr eng sei. „Aber das ist ja bei Tracht so.“
Vor dem Geschäft wartet der US-Amerikaner Mark Schellhaus aus Houston auf seine Begleitung, die noch das ausgeliehene Outfit zurückbringt. Der 37-Jährige hat bereits das Wochenende auf dem Oktoberfest verbracht. „Wir hatten eine tolle Zeit und einen Tisch im Hofbräu“, erzählt er. „Ich bin berufsbedingt hier. Wir haben ein Büro in Celle und sind für das Wochenende in den Süden gefahren.“
„Tracht zu tragen, gehört einfach dazu“
Zum Trachtenverleih kam er eher zufällig: „Wir wollten unsere Outfits kaufen, aber in dem Geschäft, wo wir waren, gab es nur Bargeldzahlung.“ Für Schellhaus gab es eine Lederhose, ein Hemd und Trachtensocken für knapp 60 Euro. Er findet die Idee, Tracht auszuleihen, super, weil er sie ohnehin danach nicht mehr benötige. „Wir wollten die komplette Erfahrung mitnehmen – und Tracht zu tragen, gehört für mich dazu. Es hat Spaß gemacht, in Lederhosen das Fest zu besuchen.“

Und die Nachfrage ist groß. „Wir sind immer voll ausgebucht“, sagt Kronberg. Online können Kunden ihr Outfit reservieren, vor Ort anprobieren und abholen. Einen Tag lang dürfen sie es tragen, danach muss es zurückgebracht werden. 200 bis 300 Trachtenstücke werden täglich verliehen.
„Dirndl sind fast so schön wie indische Saris“
Ortswechsel, ein paar Meter weiter. Am Freitag in der Früh stehen schon um acht Uhr morgens gut 300 Menschen Schlange vor Bavarian Outfitters an der Schwanthalerstraße. „Dirndl sind süß und die Farben sind fast so schön wie die indischer Saris“, sagt Sargam Teran (26).
Bayern – zwischen Grant und Gloria: neuer Podcast

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In den ersten Folgen nehmen sie sich das Oktoberfest vor, hatten bereits eine Wiesn-Reporterin und eine Wiesn-Wirtin sowie den 1860-Präsident Gernot Mang zu Gast. Doch auch ein Besuch der Landtagspräsidentin Ilse Aigner steht an.
Also Zeitung auf die Ohren? Mehr als das: „Wir geben Einblick in die Arbeit unserer Redaktion. Erklären, wie Geschichten entstehen, Recherchen ablaufen“, sagt Deutschländer. „Grant und Gloria“: Das neue Highlight für alle, die an bayerischen Themen interessiert sind. Jetzt reinhören oder reinschauen.
Die Computer-Ingenieurin aus Mumbai arbeitet derzeit in Paris und hat die Gelegenheit genutzt, sich das Oktoberfest anzuschauen. Ihre Freundin Ludovica Manozzi (22) aus Rom hat sich schon zu ihrem derzeitigen Arbeitsplatz in Lausanne in der Schweiz ein Dirndl bestellt – allerdings von einer chinesischen Billig-Plattform. „Es ist nicht so schön wie die der Münchner, aber für einen Besuch schon in Ordnung“, sagt sie.
„In den USA könnten wir das nur zu Halloween anziehen“
Tracht zu kaufen, das kommt für Erin, Chris, Kyle und Mikayla aus Minnesota im US-Bundesstaat Wisconsin nicht infrage: „Der Koffer ist zu klein und in den USA könnten wir die Sachen sowieso nur noch an Halloween anziehen“, sagt Erin und lacht.
Aber sich eines auszuleihen für den Wiesnbummel ist für sie Ehrensache: „Es ist so schön, dass alle Tracht tragen und so zeigen, dass sie sich Mühe geben, hereinzupassen“, lobt Erin. Chris ist schon gespannt, wie sich eine Lederhose trägt: „Ich möchte so gerne ein wenig in die deutsche Kultur hineinschlüpfen“, sagt er und erzählt: „Wir sind zehn Tage in Europa und schauen uns München, Wien und Prag an.“

Aber von wegen, man kann Tracht in den USA nicht tragen: „Bei uns in Kalifornien gibt es viele Oktoberfeste, da wäre ein schönes Dirndl perfekt“, sagt Adelaide Ruckwardt und erzählt, dass sie deutschstämmige Vorfahren hat. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Siena Chadwick und Annalise Pon freut sie sich am Freitagmorgen schon auf ihr Leih-Dirndl, das „heiter, lebendig und in wundervollen Farbkombinationen sein soll“. Und wenn sich das dann so gut anfühlt, wie es aussehen soll, werde sie vielleicht doch eines kaufen, um bei einem Oktoberfest unter der Sonne Kaliforniens für die perfekte Wiesnstimmung zu sorgen.