Münzenberg zeigt Fotos von Sternenkindern – und bricht ein Tabu
Die Stadt Münzenberg widmet dem Verlust von Kindern vor oder kurz nach der Geburt eine dreitägige Veranstaltung im Historischen Rathaus. Zehn Betroffene – von Eltern bis zur Trauerbegleiterin – berichten dabei aus eigener Erfahrung.
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Stand: 10.10.2026, 12:00 Uhr
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Die Stadt Münzenberg widmet dem Verlust von Kindern vor oder kurz nach der Geburt eine Veranstaltung im Historischen Rathaus. Betroffene – von Eltern bis zur Trauerbegleiterin – berichten aus eigener Erfahrung.
Münzenberg – „Sternenkinder – geliebt, vermisst, unvergessen!“ – Mit dieser Veranstaltung von Freitag, 16., bis Sonntag, 18. Oktober, möchte die Stadt Münzenberg auf ein Thema aufmerksam machen, das noch immer häufig tabuisiert wird: den Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt. Betroffene Familien und auch ihre Kinder brauchen Raum, Anerkennung und das Gefühl, gesehen und nicht vergessen zu werden. „Wir möchten dazu beitragen, das Thema sichtbarer zu machen, Berührungsängste abzubauen und betroffenen Familien zu zeigen: Ihr seid nicht allein!“, sagen die Organisatorinnen um Melanie Sames (Friedhofsamt Stadt Münzenberg) und Carmen Gerlach (Stiftung „Dein Sternenkind“).
Wenn ein Kind während der Schwangerschaft, der Geburt oder innerhalb der ersten Lebenszeit verstirbt, stellt dies die Familien vor große emotionale Herausforderungen. Es stirbt nicht nur ein sehnlichst erwartetes Kind – sondern mit ihm auch Hoffnung, Wünsche und Träume. Die Veranstaltung im Historischen Rathaus (Marktplatz 1) soll Raum für Erinnerung, Austausch und stille Auseinandersetzung schaffen. Sie setzt zugleich ein Zeichen der Sichtbarkeit für betroffene Familien, teilt die Stadtverwaltung mit.
Thema Sternenkinder in Münzenberg: Vernissage mit Fotografien
Im Saal des Rathauses stellt die Stiftung „Dein Sternenkind“ Fotografien aus. Die Vernissage findet am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr statt. Im Foyer gibt es Informationen über Hilfsangebote und Unterstützung für Betroffene und deren Umfeld. Die Ausstellung ist am Samstag und am Sonntag von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Gesprächsrunde unter dem Motto „Einblicke – Rückblicke – Ausblicke“ am Sonntag, 18. Oktober, um 16 Uhr im Foyer des Rathauses.
Jede Begegnung mit einem Sternenkind ist einzigartig – genau wie die Menschen um die Sternenkinder, schreibt die Stadtverwaltung. Zehn Mitwirkende – von der Hebamme über Sternenkinder-Fotografen bis zu einer Trauerbegleiterin – lassen Interessierte an ihren Erfahrungen teilhaben. Mit dabei sind: Katja Steinert (Hebamme), Carmen Gerlach (Sternenkind-Mama + Fotografin für die Stiftung „Dein Sternenkind“), Mandy Pause (Fotografin bei „Dein Sternenkind“), Dennis Böcher (Sternenkind-Papa + Fotograf für „Dein Sternenkind“), Lena und Tom Keller (Eltern von zwei Sternenkindern), Doris Petry, (Mama von drei Sternenkindern) sowie Bea (Sternenkind-Mama und Leiterin der Selbsthilfegruppe „Sternenkinder Wetterau“), Renate Korte (Sternenkind-Mama und Leiterin „Gesprächskreis Sternenkinder“ in Friedberg) und Jessica Hefner (Co-Gründerin des Vereins „Unsere Sternenkinder Hessen“, Trauerbegleiterin und Mama von drei Sternenkindern). Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch.