Nach dem großen E-Rezept-Ausfall: So kommen Sie an Ihre Medikamente
wa.deVerbraucherNach deutschlandweitem E-Rezept-Ausfall: Was Patienten tun können, wenn die Apotheke lahmgelegt istStand: 08.09.2026, 22:36 UhrKommentareUns auf Google folgenNach einer bundesweiten Störung bei ...
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Nach deutschlandweitem E-Rezept-Ausfall: Was Patienten tun können, wenn die Apotheke lahmgelegt ist
Stand: 08.09.2026, 22:36 Uhr
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Nach einer bundesweiten Störung bei D-Trust konnten viele Apotheken E-Rezepte nicht einlösen. Was Patientinnen und Patienten jetzt wissen und prüfen sollten.
Frankfurt – Ein Rezept ist digital ausgestellt, die Gesundheitskarte liegt bereit – und trotzdem bleibt der Weg zur Apotheke plötzlich versperrt. Eine Störung bei D-Trust hat am Montag (7. September) bundesweit wichtige Abläufe im Gesundheitswesen beeinträchtigt. Viele Patientinnen und Patienten konnten ihre Medikamente nicht wie gewohnt abholen, obwohl das E-Rezept bereits vorlag. Doch was ist zu tun, wenn die Apotheke vor dem eigenen Rezept kapituliert?

Nach dem aktuellen Lagebild liefen die betroffenen Systeme am Dienstagmorgen ab 7:40 Uhr wieder; die Situation wird aber weiter engmaschig beobachtet. Der Ausfall betraf nach Angaben von gematik und Apotheke Adhoc unter anderem Anwendungen rund um elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU), E-Rezepte und die elektronische Patientenakte (ePa). Für Patientinnen und Patienten ist deshalb vor allem wichtig, zwischen einem bereits ausgestellten Rezept und einer Verordnung zu unterscheiden, die in der Praxis noch nicht erstellt werden konnte.
Was hinter dem E-Rezept-Ausfall steckt
Nach Angaben der gematik gab es seit Montag gegen 12:45 Uhr Probleme mit Institutionskarten des Anbieters D-Trust. Betroffen waren demnach die SMC-B-Karten sowie elektronische Heilberufsausweise. Solche Karten weisen Praxen und Apotheken im digitalen Gesundheitssystem aus. Wenn die dazugehörigen Dienste gestört sind, können E-Rezepte in der Arztpraxis nicht erstellt und in der Apotheke nicht eingelöst werden.
„Durch die Störung waren nicht bestimmte Versicherte betroffen, sondern eher die Arztpraxen und Apotheken als Institutionen, weil die technischen Komponenten für deren digitalen Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) nicht mehr funktionierten“, erklärt Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media.
Für Patientinnen und Patienten bedeutete das: Das Medikament war möglicherweise verordnet, konnte von der Apotheke aber nicht abgerufen werden. Ein Apotheker schilderte die Lage gegenüber Apotheke Adhoc so: „Es funktioniert alles nicht. Wir müssen alle Kunden wegschicken.“ Auch Bild berichtete, dass Patientinnen und Patienten teils mehrere Apotheken ohne Erfolg aufsuchten. „Für einige Patientinnen und Patienten ist es daher am gestrigen Montagnachmittag zu Verzögerungen in der Versorgung gekommen“, so Hubmann. Wie viele Menschen genau betroffen waren, lasse sich laut DAV nicht beziffern.
Was Patientinnen und Patienten jetzt tun können
- Vor dem nächsten Weg den Status prüfen: Laut dem aktuellen TI-Lagebild liefen die Systeme am Dienstagmorgen wieder. Die gematik und der Anbieter beobachteten die Situation jedoch weiter. Wer am Vortag abgewiesen wurde, kann deshalb vor einem erneuten Besuch kurz bei der Apotheke nachfragen, ob E-Rezepte wieder abgerufen werden können. Dr. Hubmann bestätigt gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media: „Der Vorfall wurde von der gematik inzwischen offiziell als ‚geschlossen‘ eingeordnet. Die Systeme sind wieder voll funktionsfähig, werden aber natürlich weiterhin dauerhaft überwacht.“ Wer am Vortag abgewiesen wurde, kann seine Medikamente nun wieder abholen.
- Den Einlöseweg überprüfen: Grundsätzlich kann ein E-Rezept auf drei Wegen in der Apotheke eingelöst werden: mit der elektronischen Gesundheitskarte, über eine E-Rezept-App oder mit einem Ausdruck aus der Arztpraxis. Das erklärt die gematik in ihrer Übersicht zum E‑Rezept. Funktioniert die Einlösung mit der Gesundheitskarte nicht, können Patientinnen und Patienten die Apotheke fragen, ob in ihrem konkreten Fall die App oder ein Ausdruck genutzt werden kann. Eine Garantie, dass während einer bestimmten technischen Störung jeder alternative Weg funktioniert, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Entscheidend ist, ob das Rezept bereits erstellt wurde und welcher Dienst gerade erreichbar ist.
- Wenn das Rezept noch gar nicht erstellt wurde: Auch Arztpraxen waren von der Störung betroffen. Wenn die Verordnung noch nicht digital erstellt werden konnte, sollte die Praxis klären, ob und auf welchem Weg sie das Rezept ausstellen kann. Ein Ausdruck kommt grundsätzlich als Einlöseweg infrage; dafür muss die Praxis die Verordnung aber zunächst bereitstellen. Selbst wenn die Server wieder laufen, kann es zu Wartezeiten kommen: Viele Praxen nutzen noch immer die sogenannte „Stapelsignatur“, bei der Rezepte erst gesammelt am Mittag oder zum Feierabend im Block signiert und freigegeben werden.
- Nicht einfach mehrere Apotheken abklappern: Bei einer deutschlandweiten Störung muss ein Wechsel der Apotheke nicht helfen. Laut den Berichten suchten manche Patientinnen und Patienten bereits mehrere Betriebe auf und erhielten trotzdem keine Medikamente. Sinnvoller ist es, zunächst zu klären, ob die Störung noch besteht, ob das Rezept tatsächlich vorliegt und welcher Einlöseweg in diesem Fall tatsächlich funktioniert.
Ist das E-Rezept nach dem Ausfall weg?
Nein – aus den vorliegenden Berichten folgt nicht, dass ein bereits ausgestelltes E-Rezept gelöscht wurde. Das Problem lag vielmehr beim Zugriff auf beziehungsweise bei der Bearbeitung der digitalen Anwendungen. Für Patientinnen und Patienten heißt das: Wenn die Apotheke das Rezept nicht abrufen kann, sollte zunächst geklärt werden, ob die technische Störung noch anhält oder ob es Probleme bei der Ausstellung gab.
Am Dienstagmorgen meldete die gematik, dass die Systeme wieder liefen. Wegen der angekündigten engmaschigen Beobachtung kann sich die Lage jedoch weiter verändern. Patientinnen und Patienten sollten sich daher bei Apotheke oder Arztpraxis über den konkreten Einlöseweg informieren, statt vorschnell von einem verlorenen Rezept auszugehen.
Apotheker fordern mehr Ausfallsicherheit
Damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen, fordert die Apothekerschaft Konsequenzen für die digitale Infrastruktur. Das E-Rezept sei ein Baustein eines komplexen Gesamtsystems, bei dem viele technische Komponenten zuverlässig zusammenspielen müssten. „Wir erwarten daher, dass die Widerstandsfähigkeit und Ausfallsicherheit der gesamten Telematikinfrastruktur konsequent weiter gestärkt werden“, fordert DAV-Vorsitzender Hubmann.
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Gemeinsam mit der gematik arbeite man bereits daran, die Strukturen robuster zu machen. Der Bund müsse die gematik laut Hubmann dabei unterstützen und zugleich einfordern, „kritische Abhängigkeiten konsequent zu reduzieren, Redundanzen auszubauen und die Ausfallsicherheit der Telematikinfrastruktur weiter zu erhöhen“. Auch D-Trust bestätigt auf Anfrage, dass die Systeme wieder vollständig laufen. Die Technikerinnen und Techniker seien mit der Ursachenforschung beauftragt. (Quellen: Gematik.de, Bild.de, Apotheke-adhoc, eigene Recherche) (str)