Nach extremem Sommer: Verschreckt die Hitze Camper und Wohnmobilgäste an der Mosel?
Mit extremen Temperaturen und hohen Spritpreisen hatten Camper im Urlaub zu kämpfen. Wie sich Camping- und Wohnmobilstellplätze an der Mosel und in der Eifel für heiße Sommer wappnen.
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Nach extremem Sommer Verschreckt die Hitze Camper und Wohnmobilgäste an der Mosel?
Bernkastel-Wittlich · Mit extremen Temperaturen und hohen Spritpreisen hatten Camper im Urlaub zu kämpfen. Wie sich Camping- und Wohnmobilstellplätze an der Mosel und in der Eifel für heiße Sommer wappnen.
15.09.2026 , 06:16 Uhr
Sonne erfreut die Wohnmobilisten an der Mosel, doch die Hitze-Spitzen in diesem Sommer waren für manche zu viel des Guten.
Foto: TV/Ursula Bartz
„An vielen Enden wird das Geld knapp. Da überlegt man sich noch mal extra gut, ob man jetzt an die Mosel fährt, vor allem als Familie“, berichtet Christina Baayen von der Tourist-Information in Kinheim von ihren Erfahrungen mit den Gästen. 2026 war ein Sommer voller Herausforderungen.
Neben Trockenheit, Hitze und Waldbränden veränderten die hohen Spritkosten das Verhalten von Urlaubern in der Eifel und an der Mosel, ist aus der hiesigen Tourismusbranche vielfach zu hören. Bilder von leer gefegten Wohnmobilstellplätzen kursierten im Netz. Wir haben deshalb Betreiber von Campingplätzen gefragt, wie der Sommer lief und wie sie sich für künftige Hitzeperioden rüsten.
Urlaub an der Mosel: Wie wirken sich die heißeren Sommer aus?
Die Saison scheint sehr gemischt gewesen zu sein, vergleicht man die Aussagen der Campingplätze miteinander – spielt das Naturerlebnis hier doch eine besonders große Rolle. „Besonders der Maare-Mosel-Radweg ist bei den Gästen sehr beliebt“, erklärt Elke Schwaab vom Wohnmobilstellplatz in Zeltingen-Rachtig. Auch die vielen Burgen, Wanderwege und der Klettersteig in Manderscheid würden viele in den Landkreis ziehen, berichtet Anne-Lena Müller vom Naturcamping Vulkaneifel in Manderscheid. Das seien gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Urlaubsregion.
Doch bei zu heißen Temperaturen würden sich die Touristen eher Möglichkeiten zur Abkühlung drinnen suchen. „Gerade an der Mittelmosel sind da jedoch die Möglichkeiten eher begrenzt oder auch vielen unbekannt, weil sie schlecht oder nicht beworben werden“, sagt Christina Baayen. „Hier sollte auf jeden Fall in den nächsten Jahren der Fokus liegen, Ausflugstipps zur Abkühlung, gerade für ‚Nicht-Freibad-Gänger‘ besser hervorzuheben und sichtbarer zu machen.“
Was die gesunkenen Gästezahlen mit einer Steuer in den Niederlanden zu tun haben
Dabei profitierten Eifel und Hunsrück zuletzt von den gestiegenen Besucherzahlen. 2025 war die Region Mosel-Saar sogar das beliebteste Camping-Reiseziel bei Gästen aus dem Ausland. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Nun wäre jedoch sehr auffällig gewesen, „dass dieses Jahr nur sehr wenige Niederländer hier unterwegs sind“, wie aus Kinheim berichtet wird. Befragte Stammgäste hätten jedoch als Hauptgrund angegeben, „dass die Niederlande die Kfz-Steuer für Wohnmobile fast verdoppelt haben“.
Der Stellplatz in Zeltingen-Rachtig liegt nach eigenen Angaben 15 Prozent im Minus im Vergleich zu 2025. Die Einnahmen seien jedoch nur um 3,2 Prozent gesunken. Das liege an der Erhöhung der Kosten pro Nacht von 15 auf 18 Euro, sagt Baayen. „Dafür erhalten die Gäste des Wohnmobilstellplatzes auch das VRT-Gästeticket, mit dem sie kostenlos Bus und Bahn im gesamten Bereich des Verkehrsverbunds Region Trier fahren können.“
Campingplatz-Betreiber: Vor allem Familien mit Kindern stornieren Urlaube an der Mosel
Ein Grund für den Rückgang an Buchungen scheint das Extremwetter gewesen zu sein. „Die Hitze hat für Stornierungen von Familien mit kleineren Kindern gesorgt“, berichtet Sibyne van Dongen aus Rissbach (Traben-Trarbach). Ähnliches wird aus Kinheim erzählt. „Auch zum Kinheimer Weinsommer war zu spüren, dass deutlich weniger Gäste im ganzen Ort sind, nicht nur auf den Stellplätzen“, sagt Baayen.
Die Gäste, die den hohen Temperaturen jedoch standgehalten hätten, hätten sich gut zu schützen gewusst, und auch die Campingplätze bereiten sich vor. Van Dongen erzählt, dass „die meisten Gäste auch bei Hitze gut gerüstet sind mit Markisen und Sonnenschirmen. Wir bieten bei unseren Mietobjekten mittlerweile auch Sonnenschirme an“. In Manderscheid wurden die Regeln bezüglich Grillen und Lagerfeuer geändert und werden immer angepasst, wenn die Gefahrenstufen steigen.
Waldbrände beeinflussen die Ziele von Campern und Wohnmobilisten
Doch der Sommer hatte zugleich einige erfreuliche Seiten zu bieten. In Manderscheid herrscht der Eindruck, „dass diese Saison sogar stärker war als die letzte“, sagt Müller vom Naturcamping Vulkaneifel. Die Umstände dafür könnten allerdings besser sein. Denn der Zuwachs könne unter anderem daran liegen, dass „einige Gäste dabei waren, die aufgrund der Brände in Frankreich und so weiter dann zu uns gekommen sind“, mutmaßt sie.
Das Verhältnis zwischen Stornierungen und Neubuchungen war laut dem Campingplatzbetreiber in Rissbach ausgeglichen. „Allerdings wird immer später gebucht. Gäste warten zuerst oft die Wettervorhersage ab und entscheiden dann.“
Auf dem Campingplatz in Bernkastel-Kues, der sich ausschließlich an Erwachsene richtet, sei der heiße Sommer nach eigenen Angaben hingegen sehr gut auszuhalten gewesen. Die Gäste hätten sich im Panoramapool und auf den teilweise beschatteten Stellplätzen unter alten Eichen abkühlen können, sagt Sabine Ehmke, die gemeinsam mit ihrem Mann den Platz führt. Außerdem sei nach Absprache die Nutzung von Klimageräten erlaubt.
Eifel und Mosel: Campingplätze verbuchen insgesamt positive Bilanz
Es werde zudem immer deutlicher, dass Camper auf einen guten Service setzten. Das habe einige Gäste motiviert, doch länger zu bleiben als geplant, freut man sich in Kinheim. Und auch die familiäre Atmosphäre scheine vielen Urlaubern zu gefallen. Der Stellplatz in Zeltingen-Rachtig sei mit 45 Stellplätzen relativ klein, „dies schätzen viele Gäste aber besonders“, sagt Schwaab.
Trotz allem seien die Sommermonate nach Angaben der Platzbetreiber insgesamt erfolgreich gewesen. Nun gehe es darum, sich weiterhin für die kommenden Jahre zu rüsten, damit die Region ein beliebter Urlaubsort bleibe.