Windkraftbetrüger Holt in Dubai gefasst
Der geflohene Windkraftbetrüger Hendrik Holt ist in Dubai festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. Der Gesuchte sei aufgrund der gemeinsamen Fahndungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaf...
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Der geflohene Windkraftbetrüger Hendrik Holt ist in Dubai festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. Der Gesuchte sei aufgrund der gemeinsamen Fahndungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft Osnabrück und der Direktionsfahndung der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück am Dienstag festgenommen worden, sagte Martin Schanz, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Zuvor hatten die Hannoversche Allgemeine Zeitung und OM-Online über die Festnahme berichtet. Holt befinde sich auch noch in Dubai, so Schanz. In einem nächsten Schritt müssten die Auslieferungsunterlagen übermittelt werden. Holt war auf der Flucht, seit er am 25. August von einem genehmigten Ausgang nicht in die Justizvollzugsanstalt in Berlin zurückkehrte, in der er untergebracht war. Nach Informationen des NDR war der 36-Jährige über Polen und die Türkei nach Dubai geflohen.
In Berlin war Holt im offenen Vollzug. Nach dem aus dem emsländischen Haselünne stammenden Betrüger wurde weltweit mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet. Einen Tag nach seiner Flucht war bei dem Berliner Gefängnis noch eine E-Mail eingegangen, in der es sinngemäß hieß, Holt werde nicht wiederkommen.
Wie der NDR berichtet, werden Freigängern für gewöhnlich die Reisepässe entzogen. Ob dies auch bei Holt geschehen war, wollte die Berliner Justizverwaltung auf Nachfrage des Senders nicht beantworten.
Wo er sich während seiner Flucht aufhielt, war zunächst nicht bekannt. In einem von Medien aufgegriffenen Instagram-Post hieß es: „Liebesgrüße aus Moskau sehr schön hier der Kaviar ist fantastisch“. Zur Echtheit des Beitrages machte die Staatsanwaltschaft Osnabrück damals keine Angaben.
Rund die Hälfte der Haft war abgesessen
Im Mai 2022 hatte das Landgericht Osnabrück Holt wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zunächst zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Später folgten weitere Verurteilungen. Zuletzt saß er in einem Gefängnis in Berlin. Seit Ende Oktober 2024 befand er sich im offenen Vollzug.
Holt, über den es auch eine ARD-Dokumentation gibt („Holt – Der Windkraft-Schwindler“), hatte unter anderem an ausländische Stromkonzerne angeblich existierende Windparks verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen.