Hunderte König-Mitarbeiter stehen vor ungewisser Zukunft
rbb24 Wirtschaft Nach Insolvenzantrag stehen König-Mita...
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Insolvenzantrag des Autohauses
Hunderte König-Mitarbeiter stehen vor ungewisser Zukunft
- 41 König-Filialen und mehr als 600 Beschäftigte in Berlin und Brandenburg betroffen
- Der Betrieb läuft vorerst weiter, Insolvenzgeld sichert den Beschäftigten Löhne für drei Monate
- Gewerkschaft: Mitarbeiter haben erst spät vom Insolvenzantrag erfahren
Von
Anja Dobrodinsky
Nach dem Insolvenzantrag des Autohauses König stehen Mitarbeitenden des Unternehmens ungewisse Zeiten bevor. 19 Filialen mit 381 Beschäftigten hat das Autohaus König in Berlin, in Brandenburg sind es 22 Filialen mit 307 Beschäftigten - bundesweit geht es um 1.200 Mitarbeitende. Am 26. August meldete die Firma die Insolvenz an.
Die Beschäftigten hätten erst spät davon erfahren, kritisiert Gewerkschafter Lars Buchholz von der IG Metall. "Der Umgang mit den Mitarbeitern ist dem Vernehmen nach schon immer nicht der beste und in diesem Falle wurde es erst bekannt gegeben, dass die Kette in Insolvenz ist, als die Mitarbeiter das alles schon aus Nachrichten, Funk und Fernsehen erfahren hatten." Wie die "Welt" berichtete, wurden die Mitarbeiter per "Hausmitteilung" informiert.
Buchholz sagte dem rbb am Donnerstag, es werde nach Investoren gesucht, die den Betrieb fortführen könnten. Die Beschäftigten seien zunächst noch abgesichert, erhielten Insolvenzgeld, erklärte Buchholz. "Das läuft dann über drei Monate. Schwierig wird es dann, wenn für diesen Bereich kein Investor gefunden wird, niemand die Kette kauft, niemand einzelne Autohäuser kauft, dann werden die alle zugemacht, dann werden die Kollegen arbeitslos."
Autobranche in der Krise
Die Insolvenz des Autohauses König steht symptomatisch für ein größeres Problem einer Branche, die bundesweit mit einer schwindenden Nachfrage kämpft.
Wurden vor ein paar Jahren in Deutschland jährlich noch rund 3,3 Millionen Neuwagen verkauft, sind es nun nur noch 2,8 Millionen, rechnet Ferdinand Dudenhöffer, Branchenexperte vom K Institute in Bochum im Gespräch mit dem rbb vor. Das müsse irgendwann dazu führen, dass Unternehmen ausscheiden.
Im Mai wurde bekannt, dass der Autobauer Mercedes plant, insgesamt sieben Autohäuser in der Region zu verkaufen - zwei in Brandenburg und fünf in Berlin, darunter den Flagship-Store am Salzufer in Tiergarten.
Bereits Mitte des vergangenen Jahres hatte Mercedes mit Neu-Ulm seine erste Niederlassung verkauft und Niederlassungen in Koblenz, Mainz, Dortmund und Lübeck veräußert. Anfang dieses Jahres seien zudem Verträge zum Verkauf der Niederlassungen oder Geschäftsbereichen in Aachen, Kassel, Würzburg, Wuppertal, Reutlingen und Hannover unterzeichnet worden.
Probleme beim Geschäft mit E-Autos
Eine so große Insolvenz wie die von König habe Dudenhöffer in jüngster Vergangenheit aber nicht beobachtet. Dabei hatte das Autohaus früh auf Elektrofahrzeuge gesetzt und Pkw der chinesischen Marke BYD ins Sortiment aufgenommen.
Die Verkaufszahlen bei E-Autos steigen. Und dennoch könnten die Fahrzeuge den Händlern Probleme bereiten, sagt Dudenhöffer. Chinesische Marken etwa seien bei Kunden bislang weniger bekannt. "Dann ist es sehr schwer, weil sie müssen die Kunden überzeugen, dass die Qualität von diesen Fahrzeugen gut ist."
Der chinesische E-Auto-Konzern BYD verfolge zudem eine sehr expansive und aggressive Marketingstrategie mit hohen Rabatten. Die würden sich nur rechnen, wenn auch viele Fahrzeuge verkauft werden.
Autohaus will individuelle Lösungen für Kunden suchen
Das Autohaus König betreibt auch Werkstätten. Theoretisch ein gutes Geschäft, denn die Kunden fahren ihre Autos immer länger.
König möchte weitermachen und verhandelt zusammen mit dem Insolvenzverwalter bereits mit Partnern. Es sollen möglichst viele Standorte und Jobs erhalten bleiben. Für Leasing-Kunden und solche, die angezahlt und noch kein Auto bekommen haben, bemühen sich die Beteiligten nach Aussagen des Unternehmens zusammen mit den Herstellern um individuelle Lösungen.
Sendung: rbb|24, 03.09.2026, 18:53 Uhr
Audio: rbb|24, 03.09.2026, Anja Dobrodinsky
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