Nach Trumps Deal mit Putin: Weidel fordert russischen Diesel für Deutschland – und ignoriert die Fakten

tzPolitikStand: 13.10.2026, 19:46 UhrKommentareUns auf Google folgenAfD-Vorsitzende Alice Weidel sieht in Donald Trumps Vorgehen ein Vorbild für Deutschland. © Frederic Kern/Future Image/ImagoAfD-Chefin Alice W...

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Nach Trumps Deal mit Putin: Weidel fordert russischen Diesel für Deutschland – und ignoriert die Fakten

Stand: 13.10.2026, 19:46 Uhr

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AfD-Vorsitzende Alice Weidel sieht in Donald Trumps Vorgehen ein Vorbild für Deutschland.

AfD-Vorsitzende Alice Weidel sieht in Donald Trumps Vorgehen ein Vorbild für Deutschland. © Frederic Kern/Future Image/Imago

AfD-Chefin Alice Weidel nimmt Trumps Deal mit Wladimir Putin zum Vorbild und fordert russischen Diesel für Deutschland. Doch die Mengen sind minimal – und Merz winkt ab.

Nachdem US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit Kremlchef Wladimir Putin über die Lieferung von russischem Diesel verkündet hat, fordert die AfD diesen Kurs auch für die Bundesrepublik. AfD-Chefin Alice Weidel bezeichnete Trumps Vorgehen am Montag in Berlin als direktes Vorbild.

„Wir wollen auch einen Diesel-Deal für die Deutschen, für unser Land, für Deutschland. Und darum müssen wir uns an den Tisch setzen“, forderte Weidel vor Journalisten. Trump gehe mit den USA einen „richtigen“ und „sehr pragmatischen“ Weg: „Er hat sich rausgezogen, er schließt Diesel-Deals ab für seine Verbraucher, für die amerikanischen Verbraucher, während wir hier auf der Strecke bleiben.“ Die deutsche Ukraine-Politik sei laut Weidel gescheitert. Wie die Debatte im politischen Berlin zeigt, fordern neben der AfD auch Teile des BSW eine Nachahmung des Vorgehens.

Kanzler Merz erteilt Absage und fordert schärfere Sanktionen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wies vorherige Forderungen nach einem Kurswechsel und Trumps Alleingang umgehend entschieden zurück. „Die Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zur Ausfuhr von Diesel nehmen wir zur Kenntnis“, erklärte Merz. „Für Deutschland und für Europa kommt eine solche Entscheidung nicht infrage.“

Bundeskanzler Friedrich Merz erteilt Lockerungen der Russland-Sanktionen eine klare Absage.

Bundeskanzler Friedrich Merz erteilt Lockerungen der Russland-Sanktionen eine klare Absage. © Kay Nietfeld/dpa

Russland werde „nur unter Druck ernsthaft verhandeln“, betonte der Bundeskanzler. Nach den anhaltenden russischen Angriffen gegen die zivile Energieversorgung der Ukraine forderte Merz sogar eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen. Auf friedliche Vorschläge und Verhandlungsangebote gehe Moskau offenkundig nicht ein. Auch die EU-Außenminister bekräftigten ihre geschlossene Haltung und beschlossen am Montag neue Sanktionen gegen fast 1600 weitere Verantwortliche und Organisationen.

Trugschluss: Trumps Diesel-Menge reicht nur für wenige Tage

Hinter den Kulissen offenbart Trumps Ankündigung jedoch erhebliche Widersprüche zu den realen Marktgegebenheiten. Trump hatte erklärt, mit Putin vereinbart zu haben, dass „umgehend“ mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitgestellt würden.

Ökonomisch betrachtet ist diese Menge im Verhältnis zum täglichen Bedarf jedoch marginal: Wie Berechnungen zeigen, reichen die Mengen aus Trumps Dieselabkommen mit Russland angesichts des enormen täglichen Kraftstoffverbrauchs der US-Wirtschaft lediglich für wenige Tage aus. Auch Energie-Experten rechnen vor, warum Kraftstoffpreise trotz Trumps Ankündigung hoch bleiben. Beobachter sehen in dem Schritt daher vor allem ein politisches Signal im Vorfeld der wichtigen US-Zwischenwahlen, bei denen Trumps Republikaner wegen der hohen Lebenshaltungs- und Spritpreise unter erheblichem Druck stehen.

Politischer Bruch mit den Verbündeten

Mit der Vereinbarung setzt sich Trump über die von den westlichen Staaten und den USA selbst verhängten Russland-Sanktionen hinweg. Für zusätzliche Verwerfungen sorgte, dass Trump im Nachgang offen die Ablösung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj forderte und behauptete, dieser habe Chancen auf ein Kriegsende ungenutzt gelassen.

Zudem hatte Trump am Wochenende eine angebliche „Energie-Waffenruhe“ zwischen Kiew und Moskau ausgerufen. Selenskyj reagierte überrascht und erklärte, dies sei für ihn eine „Neuigkeit“. Der Kreml bestätigte eine solche Waffenruhe nicht – stattdessen setzte Russland seine massiven Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur fort. (Quellen: AFP, dpa, frühere Berichterstattung) (nak)