Steinmeier-Nachfolge: Es wird Zeit für eine Bundespräsidentin – und zwar für diese Frau

Schloss Bellevue Foto: IMAGO/JokoIlse Aigner ist eine Politikerin von Format. Erfahren, gelassen, souverän, humorvoll. Ideale Voraussetzungen, um als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin gehandelt zu we...

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Steinmeier-Nachfolge: Es wird Zeit für eine Bundespräsidentin – und zwar für diese Frau

Schloss Bellevue Foto: IMAGO/Joko

Ilse Aigner ist eine Politikerin von Format. Erfahren, gelassen, souverän, humorvoll. Ideale Voraussetzungen, um als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin gehandelt zu werden. Wird sie schließlich auch. Und irgendwie auch nicht.

Der Name der CSU-Politikerin fällt zwar seit Längerem, wenn es um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier geht. Aber der Erste, der Aigner öffentlich ins Aus lobte, war ihr Parteichef Markus Söder. Zu den für Außenstehende manchmal schwer zu durchschauenden Regeln der Politik gehört diese: Wer zu früh genannt wird, gilt als verbrannt. Söder wollte wohl vor allem eine Konkurrentin aus Bayern wegbefördern. Und zugleich demonstrieren, wer wirklich mitbestimmt um den Einzug ins Schloss Bellevue. ­Aigner schon mal nicht.

Bundesregierung

Wer gibt den jungen Deutschen noch einen Grund, zu bleiben?

Die JU-Chefin wirft hin, immer mehr junge Deutsche wenden sich politischen Rändern zu – oder verlassen das Land. Deutschland muss sein Versprechen auf eine gute Zukunft dringend erneuern. Ein Kommentar. Kommentar von Maja Brankovic

Wer also soll es werden? Wer könnte es? Ich hätte da einen Vorschlag.

Das Profil: Mut, Wille und Enthusiasmus

In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Berlin und Bürgern aufreißt, sollte es keine Berufspolitikerin sein. Gespür für demokratische Prozesse gehören zwar zum Profil, noch viel wichtiger aber wäre, dass die erste Bundespräsidentin aus dem echten Leben käme. Wenn dann noch Veränderungswille, Mut zum offenen Wort und ansteckender Enthusiasmus für eine Republik dazukämen, die ihr Bestes wieder neu entdecken will – was wollte man mehr?

Medienmanagerin Julia Jäkel Foto: IMAGO/Bernd Elmenthaler

Machen wir es also kurz: Meine Stimme ginge an Julia Jäkel.

Die amtierende Koalition beeindruckte Jäkel als Mitglied der Initiative für ­einen handlungsfähigen Staat, die ein bis heute lesenswertes Programm erarbeitete. Sie wäre also Union und SPD vermittelbar. Die Beraterin, Aufsichtsrätin und Ex-Chefin des Medienhauses Gruner + Jahr hat bewiesen, dass sie sich im Politischen souverän bewegt und Debatten prägen will.

Zuletzt machte Jäkel von sich reden, als sie den Deutschen wieder mehr Stolz und Ehrgeiz empfahl: „Es war fast identitätsstiftend, in einem Land zu leben, in dem die Infrastruktur funktioniert, die Schulen ordentlich sind, in dem man zivilisiert miteinander diskutiert. Das hat mich stolz gemacht.“ Handlungsfähigkeit und demokratische Verlässlichkeit seien doch „Riesenchancen“.

Die Republik könnte einen solchen Ton gut gebrauchen. Julia Jäkel würde ihn setzen.