Nachruf: Trauer in Zweibrücken: Pfarrer Emanuel ist tot

Nach schwerem Leiden ist der Geistliche im Alter von 63 Jahren verstorben. Wolfgang Emanuel war ein leidenschaftlicher und streitbarer Seelsorger, der es aber auch verstand, innezuhalten und demütig zu sein. Er liebte Togo und das Trompetenspiel.

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Nachruf: Trauer in Zweibrücken: Pfarrer Emanuel ist tot

Nachruf Trauer in Zweibrücken: Pfarrer Emanuel ist tot

Zweibrücken · Nach schwerem Leiden ist der Geistliche im Alter von 63 Jahren verstorben. Wolfgang Emanuel war ein leidenschaftlicher und streitbarer Seelsorger, der es aber auch verstand, innezuhalten und demütig zu sein. Er liebte Togo und das Trompetenspiel.

21.08.2026 , 20:28 Uhr

Pfarrer Wolfgang Emanuel begegnete 2019 in Rom Papst Franziskus. Der Papst bat damals den Gast aus Zweibrücken auf Deutsch, für ihn zu beten.

Foto: Archiv Wolfgang Emanuel

Wer regelmäßig den Rosengarten besucht, der hat ihn dort immer wieder einmal gesehen. Pfarrer Wolfgang Emanuel drehte gerne seine Runden um den Weiher. Nachdenklich stand er dann oft da, blickte auf die Pracht des Gartens, in sich gekehrt.

Ein stiller Wanderer und Beobachter. Der aber in anderen Momenten auch feurig-leidenschaftlich, ja streitbar sein konnte. Diese ganz unterschiedlichen Wesenszüge verkörperte Pfarrer Wolfgang Emanuel.

Nun ist er nach schwerer Krankheit am Freitagmorgen, um sieben Uhr, verstorben. Seine Schwester, sein Schwager und seine Haushälterin waren in seinen letzten Stunden an seiner Seite.

Und Zweibrücken trauert. Denn Pfarrer Emanuel war als Seelsorger von vielen Gläubigen geschätzt.

Geboren am 11. Mai 1963 in Merzalben wurde er nach dem Studium der Theologie am 16. Juni 1990 im Dom zu Speyer zum Priester geweiht. Am 1. Oktober 2005 wurde er Pfarrer in Zweibrücken-Stadt und Ixheim, am 1. Januar 2008 kam die Pfarrei in Bubenhausen hinzu – nun war er Seelsorger für ganz Zweibrücken (2015 wurden alle drei Pfarreien zu einer großen Pfarrei zusammengelegt).

Paul Beyer, Diakon in der Pfarrei Heiliger Pirminius in Contwig, erinnert sich an diese Lebensdaten im Gespräch mit unserer Zeitung. Beyer war von 2005 bis 2008 Pastoralreferent, damals war Wolfgang Emanuel sein Vorgesetzter.

„Pfarrer Wolfgang Emanuel ist 2005 aus Thaleischweiler nach Zweibrücken versetzt worden, als Nachfolger von Pfarrer Josef Becker.“ Das sei eine Herausforderung gewesen, wegen der Größe der Aufgabe, der Zahl der Gläubigen. „Aber er war gehorsam, er nahm den Auftrag des damaligen Bischofs Anton Schlembach an.“

Pfarrer Wolfgang Emanuel war ein Geistlicher, der alleine schon durch sein Erscheinungsbild barock-lebensfroh wirkte. Das Leben ist dazu da, gelebt zu werden in all seinen Facetten. Wolfgang Emanuel hatte diese Sinnesfreude. Mit Hingabe spielte er Trompete, dieses Instrument, von dem viele Musiker sagen, dass es der menschlichen Stimme vielleicht am meisten ähnelt.

Emanuel war leidenschaftlich, gerade in seinem Glauben. Da konnte er sogar einmal poltern. Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich an ein emotionales Telefonat mit dem Geistlichen vor einigen Jahren. Emanuel hatte sich über einen Zeitungsartikel geärgert. Es wurde sehr emotional. Dann endete das Gespräch. Und einige Minuten später meldete sich der Pfarrer zurück. Er wolle sich entschuldigen, er sei eben zu hitzig gewesen, das tue ihm leid.

Diese Reaktion nötigte dem Merkur-Reporter Respekt ab. In einer Zeit, in der keiner mehr Fehler machen will, in der immer nur die anderen Fehler machen, konnte Wolfgang Emanuel in sich gehen, er konnte Demut zeigen. Ein feiner Wesenzug, der heute kaum noch zu sehen ist. Diakon Beyer bestätigt diesen Charakterzug.

Demut zeigte Emanuel auch bei einem Besuch des Vatikans. 2019 traf er dort auf Papst Franziskus, was ihn sehr freute. Tief bewegt sei er gewesen beim Besuch der Sixtinischen Kapelle. Er erblickte das gewaltige Jüngste Gericht von Michelangelo. Und es überlief ihn Gänsehaut. Ganz klein habe er sich gefühlt, berichtete er damals.

Selbstbewusst hingegen wurde er bei seinem Herzensprojekt Togo. Davon weiß auch Diakon Beyer zu berichten. Pfarrer Anton Klug sei damals Missionar in Togo gewesen und habe dort ein Hilfswerk gegründet. „Pfarrer Emanuel trat dann die Nachfolge an“, schildert Beyer. Er lobt: „Pfarrer Wolfgang Emanuel hat immense Gelder für Togo generiert, etwa durch Konzerte. Das waren zehntausende Euro. Er ist dann auf eigene Kosten nach Togo geflogen und hat dort die Gelder überreicht.“

Nicht nur in Togo hinterlässt Wolfgang Emanuel nun eine schmerzliche Lücke. In der Heilig-Kreuz-Kirche in Zweibrücken wird ein Requiem für ihn gehalten werden. Später erfolgt die Beisetzung in Merzalben. Dort, wo Wolfgang Emanuel geboren wurde, wird er auch seine letzte irdische Ruhe finden.