Nachtfahrverbot für Mähroboter? Landrat warnt vor Schnellschuss und setzt auf Infokampagne

StartseiteLokalesSchongauPeitingStand: 10.10.2026, 12:00 UhrKommentareUns auf Google folgenMähroboter stellen eine Gefahr für Igel dar. In Peiting wird deshalb über ein Nachtfahrverbot diskutiert. © ImagoKommt ...

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Nachtfahrverbot für Mähroboter? Landrat warnt vor Schnellschuss und setzt auf Infokampagne

Stand: 10.10.2026, 12:00 Uhr

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Haus der Igel in Krefeld

Mähroboter stellen eine Gefahr für Igel dar. In Peiting wird deshalb über ein Nachtfahrverbot diskutiert. © Imago

Kommt im Landkreis ein Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz von Igeln? Nach der entsprechenden Forderung einer Peitingerin äußern sich Landrat und Naturschutzbehörde.

Peiting – Es war am Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung, als Yvonne Schenk sich an Bürgermeister Peter Ostenrieder wandte. Wie denn nun der Stand in Sachen eines Nachtfahrverbots für Mähroboter sei, wollte die Grünen-Rätin wissen. Wie berichtet, hatte sich eine Peitinger Bürgerin an ihre Fraktion gewandt, mit der Bitte, sich für eine Beschränkung der Betriebszeiten der Geräte in der Marktgemeinde einzusetzen. Als Begründung verwies sie auf die Gefahr für Igel, denen Mähroboter oft schwere Verletzungen zufügen würden.

Ostenrieder hatte auf das auch an ihn adressierte Schreiben schnell reagiert und angekündigt, das Gespräch mit Landrat und Unterer Naturschutzbehörde zu suchen, da eine entsprechende Regelung auf Gemeindeebene nicht erfolgsversprechend sei. In der Sitzung berichtete der Rathauschef nun, dass er wie zugesagt Kontakt zum Landratsamt aufgenommen habe. Ein Ergebnis allerdings konnte er noch nicht vermelden. Man wolle sich erst einmal ein Bild verschaffen und weiter informieren, ließ Ostenrieder wissen, ohne konkreter zu werden.

Doch was heißt das? Auf Nachfrage der Heimatzeitung zeigt sich Landrat Johann Bertl durchaus offen für die Forderung der Peitingerin. „Ich finde das ein berechtigtes und nachvollziehbares Anliegen, Igel und andere Kleinlebewesen nachts zu schützen“, sagt er. Bertl nahm das Thema deshalb in die jüngste Bürgermeisterdienstbesprechung mit.

Doch ganz so einfach ist die Sache aus Sicht des Landrats und der Naturschutzbehörde nicht. Zwar gelten in anderen Städten und Landkreisen in Bayern bereits Allgemeinverfügungen, die einen Betrieb der Geräte in den Nachtstunden untersagen. Doch noch sei unklar, ob das Bundesnaturschutzgesetz dafür eine ausreichende rechtliche Basis biete, sagt Bertl und verweist auf die Stadt München, die sich gegen eine solche Regelung entschieden habe. Tatsächlich hatte das dortige Referat für Klima- und Umweltschutz 2025 wegen juristischer Bedenken von einem entsprechenden Beschluss abgeraten, der von mehreren Fraktionen im Stadtrat beantragt worden war.

Im Landratsamt will man deshalb erst einmal nichts überstürzen. Mit Blick auf laufende Klageverfahren mache es Sinn, die rechtliche Überprüfung abzuwarten, argumentiert Bertl. „Dem Igel ist nicht geholfen, wenn wir etwas erlassen, das wir gleich wieder einkassieren müssen.“

Appell des Bürgermeisters

Bis dahin will Bertl auf Aufklärung setzen. Mit einer Informationskampagne zum Start der neuen Gartensaison im kommenden Jahre wolle man die Bürger für das Thema sensibilisieren, kündigt der Landrat an.

Auch Ostenrieder setzt auf die Eigenverantwortung, schließlich sei es mit einem Verbot allein nicht getan. „Das muss auch kontrolliert werden.“ In der Gemeinderatssitzung appellierte er deshalb an die Mähroboterbesitzer, ihre Geräte nicht nachts laufen zu lassen. Unterstützung erhielt er von Andreas Barnsteiner (BVP). „Die Mähroboter können nichts dafür, sondern die, die sie bedienen.“ Hier sei der gesunde Menschenverstand gefragt.

Sie hoffe natürlich, dass der Appell fruchte, sagte Marion Gillinger (ÖDP). Gleichzeitig machte sie keinen Hehl daraus, dass sie sich eine Regelung durch die Naturschutzbehörde wünschen würde. Im Landtag sei ein entsprechender Antrag für eine bayernweite Lösung leider gescheitert, bedauerte sie. „Es wäre schön, wenn es hier bei uns klappen würde.“