Nandzik erzwingt das Glück: TuS Wagenfeld ringt FC Sulingen in Hitzeschlacht durch spätes Eigentor nieder

Der FC Sulingen und der TuS Wagenfeld lieferten sich am ersten Spieltag der Bezirksliga ein Duell auf Augenhöhe. In einem lauf- und kampfintensiven Spiel bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius fiel die Entscheidung erst kurz vor Schluss – durch ein Eigentor.

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Nandzik erzwingt das Glück: TuS Wagenfeld ringt FC Sulingen in Hitzeschlacht durch spätes Eigentor nieder

Stand: 09.08.2026, 19:40 Uhr

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Fußball, Bezirksliga Hannover, Staffel 1, 1. Spieltag, FC Sulingen gegen TuS Wagenfeld am 9. August 2026: Wagenfelds Maximilian Steiner grätscht gegen FC-Kapitän Bennet Könker.

Ein kampfintensives Spiel bei sommerlichen Temperaturen lieferten sich der TuS Wagenfeld (hier Maximilian Steiner) und der FC Sulingen (hier Bennet Könker). © Jan Könemann

Der FC Sulingen und der TuS Wagenfeld lieferten sich am ersten Spieltag der Bezirksliga ein Duell auf Augenhöhe. In einem lauf- und kampfintensiven Spiel bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius fiel die Entscheidung erst kurz vor Schluss – durch ein Eigentor.

Sulingen – Lange Zeit sah die Bezirksliga-Begegnung zwischen dem FC Sulingen und dem TuS Wagenfeld nach einem typischen 0:0-Spiel aus. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad war die Partie zwar alles andere als ein Langweiler, Tore fielen jedoch auf beiden Seiten nicht. Bis zur 88. Spielminute.

Wagenfelds Innenverteidiger Felician Günther schickte Alexander Nandzik mit einem langen Ball über die halblinke Seite in den Strafraum, der Ex-Profi brachte geschickt seinen Körper zwischen Ball und Gegenspieler und drosch ihn wuchtig mit links in die Mitte. Doch nicht der lauernde Torjäger Chris Brüggemann drückte den Ball über die Linie, sondern FC-Verteidiger Jarno Kastens. Durch dieses späte Eigentor gewann Wagenfeld mit 1:0 (0:0).

Stenogramm

FC Sulingen - TuS Wagenfeld 0:1 (0:0) - Sulingen: Poda - B. Könker, Kastens, Zerfowski (70. D. Könker), Grunert (81. Yildirim), Zawodny, Lohmeier (85. Rosenthal), Lohmeyer, Michael, Krüger (85. Scholtes), Lengauer. Wagenfeld: Nolting - Nandzik (90.+5 Kleester), Fortkamp, Krause, Suljevic, Günther, Storck (74. Ronzetti), Alscher (19. Kruse), Plümer (74. Kwasnicki), Brüggemann, Steiner (13. Oduweku). Tore: 0:1 (88.) Eigentor Kastens. Schiedsrichter: Hergen Dierks (TuS Barenburg).

„Wir sind der glückliche Gewinner“, meinte TuS-Trainer Michael Hohnstedt, der sich über seinen ersten Sieg gegen den FC Sulingen überhaupt freute, nach dem Spiel, fand aber auch, „dass der Sieg über 90 Minuten auch nicht unverdient ist“. Bei seinem Gegenüber, Stefan Rosenthal, überwog dagegen die Enttäuschung. „Das ist schon bitter für die Jungs, sie haben alles reingeworfen. Es war das erwartete taktisch geprägte Spiel, aber am Ende wäre ein Unentschieden verdient gewesen.“

Aussagen, die zeigen, dass sich Sulingen und Wagenfeld auf Augenhöhe begegneten – mit zwei vollkommen unterschiedlichen Halbzeiten.

Vor der Pause dominierten die Gäste, hatten viel Ballbesitz und auch die besseren Chancen. Doch die ganz großen Einschussmöglichkeiten boten sich nicht. Der Grund: „Wir waren defensiv sehr kompakt“, erklärte Rosenthal die abwartende Haltung der Hausherren. So entwickelte sich ein chancenarmes Spiel. Auffälligster Akteur war Nandzik, der sowohl aus spitzem Winkel an FC-Keeper Daniel Poda scheiterte (39.), als auch mit zwei Freistößen aus zentraler Position (41./gehalten, 43./drüber).

Die beste Chance vergab Neuzugang Alen Suljevic, als er einen Ball von Lukas Lohmeyer erst blockte, ihn dann mit in den Strafraum nahm, dort aber zu harmlos abschloss (45.+4). „Die erste Halbzeit sah schon sehr nach dem neuen Wagenfeld-Fußball aus“, war Micheal Hohnstedt zufrieden. Einzig die Tore fehlten.

Fußball, Bezirksliga Hannover, Staffel 1, 1. Spieltag, FC Sulingen gegen TuS Wagenfeld (0:1) am 9. August 2026: Wagenfelds Alen Suljevic beim Torschuss.

Hatte die Führung auf dem Fuß: Wagenfelds Neuzugang Alen Suljevic. © Jan Könemann

Kurios: Zu diesem Zeitpunkt hatte Wagenfeld schon zweimal gewechselt. Beide Außenverteidiger, Maximilian Steiner und Tamme Alscher, knickten in Zweikämpfen um und mussten runter. So kam auch Rückkehrer Lennart Kruse zu seinem Bezirksliga-Debüt für Wagenfeld – früher, als er sollte, wie Hohnstedt zugab: „Dass Lenny hier 80 Minuten spielt bei den Bedingungen, Wahnsinn. Das zeigt aber auch die Breite des Kaders.“

In Halbzeit zwei mussten die Wagenfelder dann „leiden“, wie ihr Trainer es ausdrückte. Die Hausherren liefen nun hoch an, waren griffiger in den Zweikämpfen und auch im Abschluss gefährlicher – gerade nach Standards. TuS-Torwart Mario Nolting ließ eine der jetzt vielen Ecken fallen, und Lukas Lohmeyer traf aus wenigen Metern nur die Latte (76.). Wenig später zog Maurice Krüger eine Ecke direkt aufs Tor, Nolting lenkte den Ball gerade so ans Lattenkreuz (79.). „In diesen Situationen hat uns einfach das Quäntchen Glück gefehlt“, haderte „Taler“.

Spieler des Spiels

Alexander Nandzik: Offensiv immer wieder gefährlich – ob nach Standards oder aus dem Spiel heraus –, auch gegen den Ball fleißig und Vorbereiter des goldenen Treffers.

Und es kam bekanntlich noch dicker: Denn das Glück, das der FC auf der einen Seite nicht hatte, hatten die Wagenfelder in jener 88. Spielminute: „Das haben wir uns in der Vorbereitung erarbeitet“, freute sich Matchwinner Nandzik. „Für uns als Mannschaft war der Sieg enorm wichtig.“

Fußball, Bezirksliga Hannover, Staffel 1, 1. Spieltag, FC Sulingen gegen TuS Wagenfeld (0:1) am 9. August 2026: Sulingens Frithjof Lohmeier (links) gegen Wagenfelds Daniel Oduweku.

Immer wieder mit auffälligen Aktionen über die rechte Außenbahn: Sulingens Frithjof Lohmeier (links) – hier im Zweikampf mit Wagenfelds Daniel Oduweku. © Jan Könemann

Trainer Hohnstedt gefiel in einem „lauf- und kampfintensiven Spiel“ vor allem „das Zu-null. Vielleicht sieht man da jetzt ja schon eine Entwicklung.“ Der TuS Wagenfeld sei zwar „noch lange nicht da, wo wir sein wollen“, bilanzierte Michael Hohnstedt, „aber für den ersten Spieltag schon sehr gut“. Gerade bei dem Gegner: „FC Sulingen ist mit das schwerste Spiel, was man zum Auftakt kriegen kann.“

Auch FC-Trainer Stefan Rosenthal konnte dem Spiel trotz der bitteren Niederlage noch etwas Positives abgewinnen: „Ich bin mit dem Auftritt jetzt nicht unzufrieden, ganz im Gegenteil“, meinte „Taler“ und attestierte seinen Jungs eine „ordentliche Leistung“.