Forschern gelingt erstaunlicher Durchbruch: Neue Therapie erkennt Krebszellen auf zwei Wegen

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Forschern gelingt erstaunlicher Durchbruch: Neue Therapie erkennt Krebszellen auf zwei Wegen

Neue Immunzellen greifen Krebs auf zwei Wegen an – zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten

Stand: 20.09.2026, 14:22 Uhr

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Forscher haben Immunzellen entwickelt, die Tumore auf zwei Arten erkennen sollen. Das könnte ein entscheidender Durchbruch in der Krebstherapie sein.

Krebszellen verfügen über mehrere Mechanismen, um dem Immunsystem zu entgehen. Einige verbergen die molekularen Merkmale, auf die Behandlungen eigentlich abzielen, während andere solide Tumoren bilden, in die Immunzellen nur schwer eindringen können. Forscher untersuchen nun, ob Immunzellen, die mit mehr als nur einem Erkennungsmechanismus für Krebs ausgestattet sind, einige dieser Hürden überwinden könnten.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com

„Diese doppelte Zielgerichtetheit könnte dazu beitragen, Antigenheterogenität und Antigenflucht anzugehen, zwei wichtige Hindernisse, die die Wirksamkeit herkömmlicher einzielgerichteter zellulärer Therapien bei soliden Tumoren begrenzt haben“, sagte der Co-Seniorautor Dr. Yan-Ruide (Charlie) Li, Postdoktorand an der UCLA, gegenüber Newsweek. Li erklärte, die experimentelle Plattform könne besonders nützlich gegen solide Tumoren sein, die validierte intrazelluläre Antigene exprimieren, darunter bestimmte Formen von Eierstockkrebs, Melanom und Prostatakrebs.

Die Therapie benötigt jedoch noch weitere Forschung. (Symbolbild)

Die Therapie benötigt jedoch noch weitere Forschung. (Symbolbild) © IMAGO/Lukas Kabon

In der Studie, die in Cell Reports Medicine veröffentlicht wurde, entwickelten die Forscher „von-der-Stange“-Immunzellen, sogenannte AlloESO-T-Zellen, aus genveränderten blutbildenden Stamm- und Vorläuferzellen. Die Zellen wurden so konstruiert, dass sie Tumoren über zwei unterschiedliche biologische Wege angreifen. Der erste beruht auf einem künstlich erzeugten T-Zell-Rezeptor, oder TCR, der NY-ESO-1 erkennt, ein mit Tumoren assoziiertes Protein, das in mehreren soliden Krebserkrankungen vorkommt.

Wie die neuen Zellen Krebszellen erkennen

Im Gegensatz zu CAR-T-Zellen, die in der Regel Ziele auf der Oberfläche von Krebszellen erkennen, können TCR-modifizierte Zellen Fragmente von Proteinen erfassen, die aus dem Inneren von Tumorzellen stammen, wenn diese Fragmente an der Oberfläche präsentiert werden. Die AlloESO-T-Zellen nutzen außerdem natürliche Killerrezeptoren, um gestresste bösartige Zellen unabhängig von NY-ESO-1 zu erkennen. Diese zweite Angriffslinie könnte es ihnen ermöglichen, bestimmte Krebszellen weiterhin zu identifizieren, selbst wenn das ursprünglich anvisierte Antigen nicht mehr vorhanden ist oder verloren gegangen ist.

Li betonte, dass noch umfangreiche Arbeiten nötig seien, bevor die Zellen an Patienten getestet werden könnten. Dazu gehören die Bestimmung der geeigneten Dosis und Untersuchungen dazu, wohin die Zellen im Körper wandern, wie lange sie dort verbleiben und ob sie Tumoren tatsächlich erreichen. „Der entscheidende nächste Schritt besteht darin zu zeigen, dass AlloESO-T-Zellen reproduzierbar in klinischer Qualität hergestellt werden können und dabei ihren einheitlich konstruierten TCR, die Aktivität der natürlichen Killerrezeptoren, ihre Wirksamkeit und Stabilität nach Kryokonservierung bewahren“, sagte er.

Stärkere Wirkung und geringere Risiken im Labor

Im Vergleich zu herkömmlichen TCR-modifizierten Zellen, die aus peripherem Blut gewonnen werden, zeigten die experimentellen Zellen in präklinischen Modellen eine stärkere Krebszellabtötung, eine gezielte Wanderung zu soliden Tumoren, anhaltende Aktivität und eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Immunflucht. Die Forscher berichteten außerdem über geringe Risiken für Graft-versus-Host-Erkrankung und Zytokinsturm in ihren Labor- und Tierversuchen. Der Ansatz könnte zudem die Herstellungskosten im Vergleich zu bestehenden personalisierten Zelltherapien drastisch senken.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Behandlungen, die individuell aus den Immunzellen eines Patienten hergestellt werden, werden AlloESO-T-Zellen aus blutbildenden Stammzellen generiert und können in großen Chargen produziert werden. Nach Angaben der Forscher kann eine kleine Menge an Nabelschnurblut-Stammzellen innerhalb von rund sechs Wochen Billionen therapeutischer Zellen erzeugen, genug für Tausende von Dosen. Sie schätzen, dass die daraus entstehende Therapie etwa 5.000 US-Dollar pro Dosis kosten könnte und damit potenziell deutlich erschwinglicher wäre als viele derzeitige zellbasierte Krebstherapien.

Potenzial für breiten Zugang – aber Sicherheitsfragen offen

Der Ansatz könnte langfristig dazu beitragen, diese Therapien leichter im Voraus herzustellen, statt für jeden Patienten ein eigenes individuelles Produkt zu entwickeln. Li sagte, Sicherheitsstudien müssten mögliche Schäden am gesunden Gewebe, abnormes Zellwachstum, Neurotoxizität, Zytokinsturm und Graft-versus-Host-Erkrankung untersuchen. „Da die Zellen sowohl über den NY-ESO-1-spezifischen TCR als auch über natürliche Killerrezeptoren töten können, muss jeder Mechanismus sorgfältig auf außerhalb des Tumors auftretende Aktivität geprüft werden“, sagte er. „Wir müssen außerdem geeignete Dosis, Biodistribution, Persistenz und Tumorwanderung festlegen, bevor wir zu einer ersten Studie am Menschen übergehen.“