Große Baustelle: Neue Wege für das Wiener Wasser

Wien hat eines der ältesten städtischen Wasserversorgungsnetze der Welt. Es deckt einen Bedarf von durchschnittlich 400 Millionen Litern täglich. Aber mit der Größe der Stadt wächst ihr Durst. Um die Versorgung langfristig zu sichern, baut die Stadt Förderung, Speicherkapazitäten und Leitungsnetz aus. In Wien entstehen eine fünfte Hauptleitung und ein neues Wasserwerk, die weitaus größte Baustelle findet sich aber an der „alten“ I. Hochquellenleitung in Niederösterreich.

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Große Baustelle: Neue Wege für das Wiener Wasser

Große Baustelle

Wien hat eines der ältesten städtischen Wasserversorgungsnetze der Welt. Es deckt einen Bedarf von durchschnittlich 400 Millionen Litern täglich. Aber mit der Größe der Stadt wächst ihr Durst. Um die Versorgung langfristig zu sichern, baut die Stadt Förderung, Speicherkapazitäten und Leitungsnetz aus. In Wien entstehen eine fünfte Hauptleitung und ein neues Wasserwerk, die weitaus größte Baustelle findet sich aber an der „alten“ I. Hochquellenleitung in Niederösterreich.

Online seit heute, 6.12 Uhr

Der Verbrauch der Stadt wird nach wie vor zum größten Teil über die I. und II. Hochquellenleitung aus dem steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet gedeckt, dazu kommen Grundwasserbrunnen in und um Wien. Das Wasser aus 70 Quellfassungen und 30 Brunnen wird in 31 Speichern gesammelt – 29 in und zwei außerhalb der Stadtgrenze. Von dort verteilen es mehr als 3.000 Kilometer Rohrleitungen auf Haushalte und kommerzielle Verbraucher.

Der Bedarf der Stadt liegt im Regelfall bei 400 Millionen Liter (400.000 Kubikmeter) pro Tag und 130 Liter pro Person, was weitgehend dem österreichischen Durchschnitt entspricht. Während Hitzewellen wie der derzeitigen steigt er dementsprechend.

Aktuell deutlich erhöhter Verbrauch

Laut der für das Wiener Wasser zuständigen Magistratsabteilung (MA) 31 lag der Verbrauch am Montag bei 500.000 Kubikmetern. Während der ersten Hitzewelle im Juni hatte der Spitzenverbrauchswert 600.000 Kubikmeter erreicht, so die MA 31 in einer Presseaussendung am Mittwoch. Bis 2050, wenn Wien dann nach Schätzungen rund 2,3 Millionen Einwohner zählen wird, dürfte der Regelverbrauch pro Tag auf mindestens 450.000 Kubikmeter steigen.

Großprojekt Neusiedl am Steinfeld

Mit der Strategie „Wiener Wasser 2050“ reagiert die Stadt auf zunehmenden Verbrauch auch als Folge des Klimawandels. Die Speicherkapazitäten sollen deutlich steigen, vor allem über den in Bau befindlichen Trinkwasserbehälter Neusiedl am Steinfeld im südlichen Niederösterreich.

Bisher reichen die Speicherkapazitäten der Stadt von 1,6 Millionen Kubikmeter für vier Tage. Sie dienen dazu, Verbrauch und Angebot auszugleichen. Eine zentrale Rolle wird künftig auch das neue Wasserwerk auf der Donauinsel, dessen Bau gerade erst begonnen hat, spielen.

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Baustelle für das neue Wasserwerk auf der Donauinsel in Wien
Auf der Donauinsel zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg wird ein neues Wasserwerk gebaut bzw. das bestehende um eine mehrstufige Aufbereitungsanlage erweitert. Das Wasser kommt aus 17 Brunnen in den Schutzgebieten Donauinsel und Nussdorf. In Betrieb gehen soll es 2030. Kosten laut Schätzungen: 140 Millionen Euro. Das Werk soll 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde liefern. Es gibt vier Wasserwerke: in der Lobau, in Moosbrunn, auf der Donauinsel und in Nußdorf.
Auenlandschaft in der Lobau in Wien
Die Wasserwerke Lobau, Moosbrunn, Donauinsel und Nußdorf ergänzen die Versorgung aus den Hochquellenleitungen. Aufgrund der Nähe ist das Grundwasser schnell für die Wasserversorgung verfügbar. Das Wasser stammt aus den Brunnen, dem Nationalpark Donau-Auen, der Lobau, und dem südlichen Wiener Becken.

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