Neuer Rewe-Markt, Wohnungen und Tiefgarage: Ausschuss stimmt für Bebauungsplan auf Jawoll-Gelände

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Neuer Rewe-Markt, Wohnungen und Tiefgarage: Ausschuss stimmt für Bebauungsplan auf Jawoll-Gelände

Stand: 18.09.2026, 19:00 Uhr

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Die Visualisierung zeigt den geplanten Komplex - genauer die Ansicht vom Parkplatz aus in Richtung Norden.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Komplex - genauer die Ansicht vom Parkplatz aus in Richtung Norden. © Wittlinger Immobilien

Über dem geplanten Supermarkt sollen rund 24 geförderte Wohnungen entstehen. Ein Verkehrsgutachten fehlt allerdings noch.

Syke – Auf dem heutigen Jawoll-Gelände an der Ecke Waldstraße/Wiesenstraße könnte in den kommenden Jahren eines der größten innerstädtischen Entwicklungsprojekte Sykes entstehen. Der Bauausschuss hat am Donnerstagabend einstimmig den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Geplant sind ein neuer Rewe-Markt, geförderte Wohnungen, eine Tiefgarage und eine umfassende Neugestaltung des gesamten Areals.

Vorgestellt wurde das Vorhaben, das in seinen Ursprüngen bis Anfang 2023 zurückgeht, von Bauamtsleiter Pascal Heidhoff. Demnach soll auf der heutigen Parkplatzfläche vor dem Jawoll-Markt ein neuer Rewe-Markt entstehen. Dafür muss das Mehrfamilienhaus an der Waldstraße 12 abgerissen werden. Der bestehende Jawoll-Markt bleibt erhalten, wird jedoch baulich verändert. Außenverkaufsflächen werden auf die Ostseite verlagert, An- und Umbauten zurückgebaut oder neu organisiert.

Über dem neuen Supermarkt sollen rund 24 Wohneinheiten entstehen. Geplant sind Wohnungen des geförderten Wohnungsbaus. Die bereits vorhandenen etwa 20 Wohnungen im Gebäude des Jawoll-Marktes sollen ebenfalls erhalten bleiben. „Es ist vorgesehen, über dem Rewe-Markt rund 24 neue Wohneinheiten zu schaffen, die dann auch den Anforderungen des geförderten Wohnraums entsprechen“, erläuterte Heidhoff. Der Abbruch, Teilrückbau und anschließende Neubau sollen nach aktuellen Plänen bis Mitte 2030 fertiggestellt sein.

Wo sich derzeit nur ein Mehrfamilienhaus und viele Parkplätze befinden, soll bis Mitte 2030 ein neuer Komplex (in Rot dargestellt) entstehen.

Wo sich derzeit nur ein Mehrfamilienhaus und viele Parkplätze befinden, soll bis Mitte 2030 ein neuer Komplex (in Rot dargestellt) entstehen. © Wittlinger Immobilien

Untergebracht werden soll der Rewe-Markt in einem Neubau mit Tiefgarage. Die bislang weitgehend versiegelte Parkplatzfläche würde dadurch deutlich effizienter genutzt. Geplant sind zudem begrünte Fassaden sowie ein halböffentlicher Bereich an der Waldstraße.

Erster Stadtrat Thomas Kuchem betonte, dass die Stadt bereits seit längerer Zeit mit dem Unternehmen im Gespräch sei. Besonders beim Thema Wohnen habe es intensive Abstimmungen gegeben. Zugleich verwies er auf die Gestaltung des Gebäudes, die bewusst an die Größenverhältnisse Sykes angepasst worden sei. Es solle „nicht ein großer Riegel werden, wie man das aus großen Städten kennt“.

Auch für den Einzelhandel sieht die Verwaltung Vorteile. Kuchem erinnerte daran, dass vor einigen Jahren die Sorge bestanden habe, der Rewe-Markt in der Hauptstraße könnte geschlossen werden. Diese Befürchtung habe sich nicht bestätigt. „Wenn man sieht, was im Rewe-Markt in der Hauptstraße zuletzt passiert ist, da ist für viel Geld umgebaut worden. Das ist mehr als ein deutliches Signal dafür, dass der Rewe hier in Syke zukünftig an zwei Standorten bleibt.“

Trotz der grundsätzlich positiven Aufnahme des Projekts spielte die Verkehrserschließung eine zentrale Rolle in der Diskussion. Nach den bisherigen Planungen soll der motorisierte Verkehr ausschließlich über die Wiesenstraße abgewickelt werden. Fußgänger und Radfahrer sollen vor allem von der Waldstraße aus Zugang erhalten. „Der Knackpunkt an dieser ganzen Geschichte ist die verkehrliche Erschließung“, räumte Heidhoff ein. Ein Verkehrsgutachten liegt bislang noch nicht vor und soll im weiteren Verfahren erarbeitet werden.

Reinhard Hansemann (FDP) äußerte deshalb trotz grundsätzlicher Zustimmung Bedenken. Er würde eine zusätzliche Zufahrt über die Waldstraße begrüßen, um die Verkehrsströme besser zu verteilen. In der Ausschussmehrheit stieß dieser Vorschlag allerdings auf wenig Gegenliebe. Florian Kastner (UWG) stellte sich hinter die Linie der Verwaltung. Die Waldstraße solle als Wohnstraße möglichst vom zusätzlichen Verkehr entlastet werden.

Eine futuristische Veredelung der Fläche.

Für die Grünen zeigte sich Henning Greve insbesondere von der Architektur und der vorgesehenen Begrünung angetan. Die abgestufte Fassade bezeichnete er als „sehr überzeugend“. Wilken Hartje (CDU) sprach von einer zukunftsweisenden Entwicklung für Syke und hob positiv die Kombination von Wohnen und Einkaufen, die Tiefgarage, die Nutzung vorhandener Infrastruktur und die Möglichkeit zur Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern hervor. SPD-Ratsherr Tahir Göcmen nannte das Vorhaben sogar eine „futuristische Veredelung der Fläche an einem sehr guten Standort“. Die „Kirsche auf dem Sahnehäubchen“ sei dabei der entstehende bezahlbare Wohnraum.

Der Bauausschuss sprach sich am Ende einstimmig für die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens aus. Bis tatsächlich gebaut werden kann, sind allerdings noch zahlreiche Fragen zu klären. Besonders die Verkehrsführung sowie Lärm- und Fachgutachten werden die Planer und die Politik in den kommenden Monaten beschäftigen.