„Nicht die Frage ob, sondern wann“: Feuerwehr schlägt Alarm – Wälder in Hessen in höchster Gefahr
StartseiteHessenStand: 05.08.2026, 13:31 UhrKommentareUns auf Google folgenSchon 100 Mal hat es in Hessens Wäldern gebrannt. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpaHessen ruft wegen extremer Trockenheit Alarmstufe A ...
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Stand: 05.08.2026, 13:31 Uhr
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Hessen ruft wegen extremer Trockenheit Alarmstufe A aus. Schon 100 Waldbrände seit Jahresbeginn – die Gefahr bleibt hoch.
Hessen – Wie das Hessische Umweltministerium und die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichten, wurde am Montag, 3. August, die erste von zwei Alarmstufen für die Forstverwaltung in Hessen ausgerufen. Grund ist die anhaltend hohe Waldbrandgefahr im gesamten Bundesland, die sich durch die anhaltende Trockenheit und sommerliche Temperaturen weiter zuspitzt.
Nach Angaben des Ministeriums kam es seit Jahresbeginn bereits zu etwa 100 Waldbränden in Hessen. Betroffen war eine Fläche von rund 165.000 Quadratmetern – dies entspricht etwa 23 Fußballfeldern. Auch aktuelle Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bestätigen: In weiten Teilen Hessens herrscht hohe Waldbrandgefahr, ergiebige landesweite Niederschläge sind vorerst nicht in Sicht. Die höchste Gefahrenstufe 5 verzeichnet der DWD derzeit in Gründau-Breitenborn im Main-Kinzig-Kreis. Rund 30 südwestlich brannte es in der Nacht zu Mittwoch, 5. August. In Hanau-Großauheim. Hier kam es gleich zu mehreren Feuern auf fast 5000 Quadratmetern. Am Dienstag, 4. August, hat ein Brand im Stadtwald in Gernsheim-Allmendfeld (Kreis Groß-Gerau) die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Nur an wenigen Orten in Hessen besteht aktuell eine geringe Waldbrandgefahr.
Hessen ruft Waldbrand-Alarm aus – und erlebt trockensten Juli seit Jahrzehnten
Ausschlaggebend für die angespannte Lage ist laut Ministerium der extrem trockene Juli: Nach vorläufigen DWD-Daten fielen in Hessen im vergangenen Monat lediglich 14 Liter pro Quadratmeter Regen – ein historischer Tiefstand im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung verstärkten den Wassermangel zusätzlich. Bodenvegetation, Kronenrestholz, Reisig und abgestorbene Bäume seien inzwischen stark ausgetrocknet und damit leicht entzündbar, so das Ministerium.
Auch die Feuerwehren vor Ort spüren die Zuspitzung, etwa in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg), wo der DWD für die kommenden Tage ein hohes Waldbrandrisiko erwartet. „Derzeit ist nicht die Frage, ob uns ein Wald- und Vegetationsbrandereignis trifft, sondern wann“, sagte André Reining, Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Schaafheim. Der Einsatz bei solchen Bränden sei für die Kräfte körperlich besonders fordernd; leichte Schutzkleidung und funktionale Ausrüstung könnten die Belastung nur begrenzt mindern.

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Mit Alarmstufe A wird eine fortgesetzt hohe Waldbrandgefahr in Hessen oder Teilen des Landes ausgerufen. Besonders gefährdete Waldbereiche werden künftig verstärkt überwacht, die Forstverwaltung hält ihre technische Einsatzbereitschaft vor und intensiviert den Austausch mit den örtlichen Brandschutzdienststellen. In gefährdeten Waldgebieten kann es zur Schließung von Grillplätzen sowie im Einzelfall zur vorübergehenden Sperrung von Waldwegen und -flächen kommen. Bei der noch höheren Alarmstufe B, die derzeit nicht ausgerufen ist, wären auch flächendeckende Sperrungen möglich.
Angesichts der aktuell intensiven Freizeitnutzung der Wälder bittet das Forstministerium um erhöhte Vorsicht: Rauchen im Wald ist grundsätzlich verboten, ebenso das Wegwerfen von Zigarettenkippen aus dem Auto entlang von Waldstrecken. Zufahrtswege dürfen nicht mit Fahrzeugen blockiert werden, Pkw sollten ausschließlich auf ausgewiesenen Parkplätzen und nicht über trockenem Bodenbewuchs abgestellt werden. Feuer ist nur an ausgewiesenen Grillstellen erlaubt; dabei ist auf Funkenflug zu achten und die Glut beim Verlassen vollständig zu löschen. Wer einen Waldbrand entdeckt, soll sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 informieren. Weitere Informationen bietet das Hessische Umweltministerium unter landwirtschaft.hessen.de.