„Niemand verkauft den Fußball“: Fifa hält trotz heftiger Kritik an umstrittenen Investoren-Plänen fest
Trotz der Boykott-Drohung der Uefa möchte die Fifa über ihre umstrittenen Investoren-Pläne abstimmen lassen. Die Fifa spricht von Zukunftsgestaltung und „demokratischen Grundsätzen“.
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Trotz der heftigen Kritik rückt die Fifa vorerst nicht von ihrem Vorstoß ab, Anteile an den Rechten künftiger Weltmeisterschaften an Investoren verkaufen zu wollen. In einer Mitteilung des Weltverbands heißt es, man wolle mit den Plänen sicherstellen, „dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, sich bedeutungsvoll an den kommerziellen Möglichkeiten des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern zu beteiligen“.
In der Mitteilung heißt es außerdem, man nehme das in der Öffentlichkeit geäußerte Feedback und die Bedenken zur Kenntnis und respektiere diese. Auch bekräftige man das Bekenntnis zu einem „offenen und demokratischen Konsultationsprozess“, allerdings hätte eine „falsche Berichterstattung in den Medien“ diesen Prozess gestört.
Die Fifa hatte zuvor angekündigt, mit einem neu zu gründenden Tochterunternehmen namens FIFA Forward Enterprise (FFE) rund 20 Prozent der Anteile an den kommerziellen Rechten bei Turnieren wie Weltmeisterschaften an Investoren verkaufen zu wollen.
Allein in diesem Jahr hätte das 4,2 Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) in die Kassen spülen sollen. Infantino hatte allen 221 Fifa-Mitgliedern eine Einmalzahlung in Höhe von 20 Millionen Dollar (umgerechnet 17 Millionen Euro) und weitere Fördermittel in Aussicht gestellt – allerdings nur, wenn die Verbände seine Pläne absegnen.
Mehrere Fußball-Dachverbände hatten Infantinos Pläne heftig kritisiert. Die Uefa drohte der Fifa mit einem WM-Boykott. Der europäische Fußball-Dachverband erklärte, dass alle 55 europäischen Mitgliedsverbände den Vorschlag der Fifa „unmissverständlich“ abgelehnt hätten.
Andere Verbände stellen sich auch gegen die Fifa
Ablehnung kam auch vom Nord- und Mittelamerika-Dachverband Concacaf. Alle 41 Mitgliedsverbände hätten die Fifa-Pläne abgelehnt, teilte der Dachverband am Donnerstag mit.
Kritik an den Plänen kommt auch aus anderen Weltregionen, wie von der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC). Der Afrikanische Fußballverband CAF hatte seine Mitglieder unlängst dazu aufgerufen, den Fifa-Vorschlag zu prüfen.
Die Fifa schreibt indes zu den Vorwürfen: „Niemand verkauft den Fußball. Das ist etwas, was die Fifa niemals in Betracht ziehen würde.“ Ohne die mehrheitliche Unterstützung der Mitgliedsverbände würden die kommerziellen Aktivitäten der Fifa jedoch unverändert bleiben. „Jedem Mitgliedsverband sollte die Möglichkeit gegeben werden, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzuwirken. Das sind die demokratischen Grundsätze der Fifa.“ (kko)