Nilgänse verschmutzen Rotenburgs neues Fuldaufer: Stadt soll Gegenmaßnahmen prüfen

Das Rotenburger Stadtparlament hat einstimmig beschlossen, den Nilgans-Bestand im Stadtgebiet zu untersuchen. Auch Kosten und personeller Aufwand möglicher Maßnahmen sollen ermittelt werden.

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Nilgänse verschmutzen Rotenburgs neues Fuldaufer: Stadt soll Gegenmaßnahmen prüfen

Stand: 17.09.2026, 19:01 Uhr

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Nilgänse stehen am Mainufer. (zu dpa „Streit über Wildgänse lebt mit dem Frühjahr wieder auf“) +++ dpa-Bildfunk +++

Nilgänse sind in Rotenburg längst an vielen Stellen präsent. Nun beschäftigt ihre Ausbreitung auch das Stadtparlament. © Arne Dedert/picture alliance/dpa

Das Rotenburger Stadtparlament hat einstimmig beschlossen, den Nilgans-Bestand im Stadtgebiet zu untersuchen. Auch Kosten und personeller Aufwand möglicher Maßnahmen sollen ermittelt werden.

Rotenburg – Nilgänse sorgen in Rotenburg zunehmend für Probleme – insbesondere am Fuldaufer. Nun soll die Stadt untersuchen, wie sich der Bestand entwickelt hat und was gegen eine weitere starke Ausbreitung sowie Verschmutzungen öffentlicher Flächen unternommen werden kann. Das Stadtparlament stimmte einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Nach dem Antrag soll die Verwaltung zunächst ermitteln, wie sich die Population der Nilgans im Stadtgebiet in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Untersucht werden sollen auch mögliche Auswirkungen auf heimische Tierarten und ökologische Lebensräume. Gleichzeitig soll die Stadt prüfen, welche rechtlich zulässigen und praktikablen Maßnahmen andere hessische Kommunen bereits einsetzen.

Besonders im Blick stehen öffentliche Bereiche wie das Fuldaufer, Spiel- und Grünanlagen sowie der Campingplatz. Nach Angaben der CDU sind Sitz- und Treppenstufen am neu gestalteten Fuldaufer häufig durch Nilganskot verschmutzt. Am Campingplatz sei bereits ein Schutzzaun errichtet worden, um die Tiere von dem Gelände und den Treppen zum Fuldaufer fernzuhalten.

Die CDU betont in ihrem Antrag, dass es zunächst nicht um eine pauschale Reduzierung der Bestände gehe. Ziel sei eine Bestandsaufnahme und die Prüfung geeigneter sowie rechtlich zulässiger Möglichkeiten. Dabei sollen auch Erfahrungen anderer hessischer Städte einbezogen werden.

Neben möglichen Maßnahmen soll die Verwaltung auch ermitteln, welche Kosten und welcher personelle Aufwand damit verbunden wären. Über die Ergebnisse muss anschließend im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Stadtparlament berichtet werden.

Im Haupt- und Finanzausschuss hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Pfaffenbach den Antrag zuvor begründet. Nach einer Diskussion empfahl der Ausschuss die Prüfung bereits einstimmig mit neun Ja-Stimmen. Auch das Stadtparlament gab nun grünes Licht.

Ganzjährige Jagd auf Nilgänse

Die Nilgans stammt ursprünglich aus Afrika, mit einem Verbreitungsschwerpunkt in Ostafrika. Nach Europa gelangte sie als Zier- und Parkvogel. Aus Gefangenschaft entkommene Tiere breiteten sich anschließend in freier Natur aus – in Deutschland gilt die Art inzwischen als etabliert. Auch in Hessen kommt sie weit verbreitet vor. Seit 2017 steht die Nilgans auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten. Als mögliche ökologische Auswirkung nennt das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie unter anderem die Konkurrenz mit anderen Vogelarten um Nistplätze und Reviere. Seit dem 1. April 2026 darf die Nilgans in Hessen ganzjährig bejagt werden.