Nordshausen feiert 950 Jahre mit Feuerwerk und Dorfmeile
StartseiteLokalesKreis KasselStand: 31.08.2026, 14:28 UhrKommentareUns auf Google folgenHalten die Erinnerung wach: von links Heiko Wersich-Schabacker, Nicole Abt, Dirk, Gerd und Lars Siebert, Pauline Förster u...
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Stand: 31.08.2026, 14:28 Uhr
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Zehn Tage lang hat Kassels kleinster Stadtteil sein Jubiläum begangen. Die Klosterkirche entwickelte sich zum Star der Feierlichkeiten – mit Dudelsackmusik und Silentparty.
Nordshausen – Am Abschluss-Wochenende haben sie es noch einmal richtig krachen lassen, die Nordshäuser – unter anderem mit einem Feuerwerk. Zehn Tage begingen sie ihr Jubiläum und feierten 950. Geburtstag. Am Samstag war aus diesem Anlass die Korbacher Straße teilweise gesperrt, damit sich Institutionen, Vereine und Gewerbetreibende auf der Dorfmeile präsentieren konnten. Auch das lockte viele an. Ein Blick auf diesen Tag und die gesamten Feierlichkeiten.

Die Doppel-Jubilare: Nordshausen feierte in diesen Tagen ja nicht nur den 950. Geburtstag des Ortes, sondern es gab zudem noch mehrere weitere Jubiläen – wie 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Nordshausen-Brasselsberg. Die stellte sich am Samstag natürlich auch vor. Wehrführer Dennis Riemann sprach von einem kleinen Stück Feuerwehrgeschichte. Er hob die Bedeutung für den Stadtteil hervor: „Die Feuerwehr ist aus Nordshausen nicht wegzudenken. Es gibt keine Veranstaltung ohne sie.“ Sie hat mit ihren 45 aktiven Kräften, 23 Jugendlichen und 21 Kindern eine integrative Kraft.
Der Nordshausen-Freund: Werner Gerhold wohnt in Baunatal, kommt aber jeden Tag nach Nordshausen, um bei seinem Kumpel Ignazio Rizzo zu essen. Zum Jubiläum brachte Gerhold gleich drei seiner sieben Oldtimer mit. Er freute sich über die große Resonanz. Vor allem die kleinen Kinder machte er glücklich. Sie durften in den besonderen Fahrzeugen Platz nehmen. Auch Rizzo war beeindruckt von den vielen Gästen. Er liebt seinen Stadtteil, in dem er mit seinem Restaurant „La Piazza“ verwurzelt ist. Er hat auch eine Anekdote parat. Manche kämen aus Zufall, weil sie Nordshausen mit Nordhausen in Thüringen verwechselten. Sie bereuen es nicht.
Der Blick zurück: Dass Nordshausen ländlich geprägt ist, war früher noch auffälliger als heute. Einen Blick zurück machte Dirk Siebert möglich, der nicht nur alte Traktoren ausstellte, sondern auch mit vielen Fotos auf das Nordshausen von früher aufmerksam machte. Seine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb im Stadtteil, er hält die Erinnerung wach – wie mit einem Bild von der 925-Jahr-Feier, als noch ein echtes Pferd den Umzug anführte. Was macht für Dirk Siebert Nordshausen aus? „Das Dörfliche, der Zusammenhalt.“
Die Klosterkirche: Es gab viele Standorte in Nordshausen, die zu diesem Jubiläum einbezogen wurden. Einer entpuppte sich aber als Star der Feierlichkeiten. Die Klosterkirche und deren Umgebung waren immer wieder beliebte Anziehungspunkte – auch deshalb, weil die Nordshäuser experimentierten: Am Montag gab es Dudelsackmusik in der Kirche, am Freitag eine Silentparty. Der Vorplatz wurde zu einem Biergarten umfunktioniert – und zu einem Ort mit sehr viel Atmosphäre. Es würde nicht wundern, wenn der Ruf aufkäme, ihn jedes Jahr im Sommer einzurichten. An Publikum würde es nicht mangeln.
Die Stadtwette: Nordshausen hatte gegen die HNA gewettet, bei diversen Blutspendeaktionen mehr Erstspender zu gewinnen als die HNA bei ihrer Blutspendeaktion im Juli. Das klappte zwar nicht, aber Gewinner waren bei der vom Netzwerk Nordhessen um Carsten Viernau organisierten Stadtwette alle. Das betonten die Beteiligten am Freitagabend einhellig. 195 Erstspender kamen bei den Aktionen der Nordshäuser, mehr als 400 bei der Aktion der HNA – und so durfte sich vor allem Rolf Zarberg vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes freuen. Das Blut wird dringend benötigt. Der Wetteinsatz von 777 Euro fließt nun an die HNA-Spendenaktion „Kinder für Nordhessen“. (Florian Hagemann)