NRW setzt auf Verteidigung: Wer abschrecken will, muss die Rüstungsindustrie stärken
NRWLandespolitik NRW setzt auf Verteidigung Wer abschrecken will, muss die Rüstungsindustrie stärken 31.08.2026 · 08:10 Uhr ...
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NRW setzt auf Verteidigung Wer abschrecken will, muss die Rüstungsindustrie stärken
31.08.2026 · 08:10 Uhr
Panzerfertigung bei Rheinmetall.
Foto: AFP/SASCHA SCHUERMANN
Meinung | Düsseldorf · Rheinmetall wollte einst weg vom Image des Kanonenkönigs. Heute wirbt Nordrhein-Westfalen um die Branche und hofft auf deutschen Stahl und neue Perspektiven. Das ist richtig so.
Was mit einer Kanzler-Rede und dem Begriff der Zeitenwende begann, nimmt immer mehr Konturen an. Die Europäer haben angesichts eines irrlichternden US-Präsidenten und der zunehmenden Eskalation seitens Russlands begriffen, dass sie sich nicht länger die verteidigungspolitischen Abhängigkeiten leisten können. Dank nicht versiegender Steuermittel für die Rüstung herrscht Goldgräberstimmung in der Rüstungsbranche. Noch vor zehn Jahren sagte Armin Papperger, Rheinmetall wolle weg vom Image des Kanonenkönigs. Damals machte die Politik einen großen Bogen um die Düsseldorfer. Inzwischen werden sie hofiert.
Das mag der eine oder andere unappetitlich finden. Angesichts der massiven russischen Militär-Bautätigkeit in unmittelbarer Grenznähe zum Baltikum, die etwa der estnische Außenminister Margus Tsahkna geschildert hat, wäre es fahrlässig und naiv, weiter tatenlos zu bleiben und darauf zu hoffen, dass andere Nationen für uns die Kohlen aus dem Feuer holen. Es geht nicht darum, einen Krieg vom Zaun zu brechen, sondern ihn durch glaubhafte Abschreckung zu verhindern.
Das hat die nordrhein-westfälische Landesregierung verstanden und rollt der Rüstungsindustrie den roten Teppich aus. Sie profitiert davon in mehrfacher Hinsicht: Sie baut familiengeführten Mittelständlern, die zu lange auf den Verbrennungsmotor gesetzt haben, eine Brücke in die Zukunft. Sie leitet Mittel aus dem nicht gedeckelten Verteidigungsetat an Rhein und Ruhr. Zudem hat Rheinmetall-Chef Papperger schon angekündigt, dass er nicht mehr auf Stahl aus Indien und China setzen will, sondern auf deutschen. Auch das macht unabhängiger und wirkt zudem als ein Konjunkturprogramm für die gebeutelte Stahlindustrie.
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