„Ohne Angst, mit Respekt“: Wie man eine Fliegerbombe entschärft

Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen. ChronikNach jüngstem Fund beim Grazer Hauptbahnhof: Wie Bombenentschärfer arbeiten – und was bei der gezielten Sprengung in Graz im Jahr 2011 passiert ist...

  • 2 min read
„Ohne Angst, mit Respekt“: Wie man eine Fliegerbombe entschärft

Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen. Chronik

Nach jüngstem Fund beim Grazer Hauptbahnhof: Wie Bombenentschärfer arbeiten – und was bei der gezielten Sprengung in Graz im Jahr 2011 passiert ist.

März 2019: Eine rund 100 Kilogramm schwere, russische Fliegerbombe wude bei den Grazer Reininghausgründen gefunden

© APA / Plozner

März 2019: Eine rund 100 Kilogramm schwere, russische Fliegerbombe wude bei den Grazer Reininghausgründen gefunden

Michael Saria

Michael Saria

vor 47 Minuten

8. Oktober 2026 um 06:00

Der Entminungsdienst habe „gegen 16.30 Uhr die Bombe entschärft“, meldete die Grazer Polizei am Mittwochnachmittag – nachdem im Bereich des Hauptbahnhofs erneut ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden war. Was sich auf dem Papier so locker liest, gehört wohl zu den herausforderndsten Tätigkeiten, die man sich vorstellen kann. Und erfordert Nerven aus Stahl. Wie in aller Welt geht man hier vor – im Wissen, dass es schlimmstenfalls tödlich enden kann?

„Ohne Angst, aber mit Respekt“, erklärte Michael Haupt vom Entminungsdienst des Bundesheers der Kleinen Zeitung im März 2018 – nachdem er erfolgreich ein solches Gerät in der Nähe des Grazer Lendplatzes unschädlich gemacht hatte. Er agiere dabei auch ohne einen Schutzanzug, wie man es aus Actionfilmen kennt: „So eine Bombe hat 125 Kilo an Sprengstoff. Da würd mir der Anzug nichts helfen.“ Und auch mit Kabeldurchschneiden habe er nichts am Hut, „das betrifft meist moderne Bomben und somit den Entschärfungsdienst im Innenministerium“, so Haupt Im Falle eines Langzeitzünders helfe meist nur die gezielte Detonation – bei einem mechanischen Zünder indes endet es in der Regel mit einem Kraftakt. Samt Rohrzange und Entrostungsmittel.

1 / 5

2011: Eine 250 Kilogramm schwere Bombe wurde bei Bauarbeiten am Grazer Hauptbahnhof entdeckt.

2011: Eine 250 Kilogramm schwere Bombe wurde bei Bauarbeiten am Grazer Hauptbahnhof entdeckt. © APA / Markus Leodolter

Gezielte Sprengung mit Folgen

Welche Folgen selbst eine gezielte und entsprechend vorbereitete Sprengung einer solchen Fliegerbombe haben kann, zeigte sich im Jahr 2011: Auch damals war beim Grazer Hauptbahnhof eine Fliegerbombe entdeckt worden. Die anschließende Detonation – nachdem man direkt angrenzende Gebäude evakuieren lassen hatte – erzeugte nicht nur vor der Front der Bahnhofshalle einen Scherbenhaufen, im ganzen Viertel waren etliche Fensterscheiben geborstet. Kleine Bruchstücke flogen bis zu 800 Meter weit durch die Luft. „Ein Teil wurde sogar einen Kilometer weit entfernt auf dem Lendplatz gefunden“, schilderte damals Wolfgang Hübel als Leiter des Sicherheitsmanagements der Stadt Graz. Der Gesamtschaden wurde mit rund 700.000 Euro beziffert.

Mehr zum Thema

Immer wieder wird Kriegsmaterial gefunden