Oktoberfest-News 2026: Wiesn-Chef freut sich über "Bilderbuchstart" - Krause will trotz Absage Grußwort sprechen
Wiesn-Chef Scharpf spricht von wohl knapp einer Million Gäste am ersten Oktoberfest-Wochenende. Oberbürgermeister Krause will heute bei der „Wiesn mit Herz“ ein Grußwort sprechen. Alle Nachrichten im Newsblog
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Neben eigenen Recherchen verwenden wir für diesen Liveblog Material der Nachrichtenagentur dpa.
Wichtige Updates
OB Dominik Krause muss Besuch auf Oktoberfest abbrechen – und auch den Auftritt auf der Gay Wiesn absagen
Sicherheitsmitarbeiter schleudert Mann kopfüber zu Boden - Ermittlung wegen Körperverletzung
Traditioneller Trachtenzug erreicht die Wiesn
Streit, Körperverletzung und ein Küchenmesser: Die erste Bilanz der Bundespolizei
Menschen hängen kopfüber in Wiesn-Fahrgeschäft fest
Schönes Wetter, viele Besucher: ein "Bilderbuchstart"
Dass das Oktoberfest im September beginnt, irritiert zwar immer wieder ein wenig. Allerdings haben die Münchner Ahnherren offenbar alles richtig gemacht, als sie die Wiesn 1872 dauerhaft einen Monat vorverlegten: Mitte September ist das Wetter meist nicht nur besser, sondern mit etwas Glück sogar so gut wie an diesem Anfangswochenende.
Da kamen laut Festleitung allein am ersten Tag 450 000 Gäste auf die Theresienwiese und Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) freute sich über einen "Bilderbuchstart" in gelöster und fröhlicher Atmosphäre: „Für das erste Wochenende rechnen wir mit knapp einer Million Gäste. Einen besseren Auftakt kann man sich nicht wünschen.“ Das 191. Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober, jährlich kommen mehr als sechs Millionen Besucher auf das Volksfest, das als größtes der Welt gilt.
Wiesn-Promis feiern beim Almauftrieb – nur Heidi Klum hat andere Pläne
Ein fester Termin zu jeder Wiesn ist der Almauftrieb im Käferzelt am Sonntagabend, wo sich die Prominenz im Zelt nur so drängt. In diesem Jahr unter anderem: Tokio-Hotel-Bill, Ex-Bundestrainer Nagelsmann und eine Söder-Tochter: Alle wollen sie dabei sein. Einblicke in das Gedränge, Geblitze und Gerufe bei dem Promi-Event schlechthin gibt mein Kollege Philipp Crone, der sich gestern auch dort rumgetrieben hat. Was sich dort abspielte, lesen Sie hier.
Ein Promi dagegen hatte andere Pläne: Heidi Klum hüpfte übers Festgelände zur Bräurosl, wo gerade der Gay Sunday in vollem Gange war. Heidi sang den Hit „Sunglasses at Night“ von Corey Hart auf der Bühne, den sie als Titelsong vor zwei Jahren für ihre Show „Germany's next Topmodel“ bereits einspielte. Und am Ende ihres Auftritts rief Heidi noch eine Botschaft in die feiernde Gay-Sunday-Menge: „Bleibt laut, bleibt stark, und ich liebe euch alle.“
Wer sich sonst noch so auf dem Oktoberfest rumtrieb, lesen Sie hier in unseren Promis von Wiesntag 2:
Herzinfarkt – Sanitäter behandeln Breznverkäufer
Einem 47-jährigen Breznverkäufer fällt am Sonntag plötzlich das Schieben seines Breznwagens schwer – "irgendwie funktionierten die Arme nicht mehr so gut", so berichtet es die Aicher Ambulanz. Als sich der Wiesnmitarbeiter bei den Sanitätern vorstellt, wird bei der Untersuchung schnell klar: Mit den Armen ist alles in Ordnung, aber der Mann hat einen Herzinfarkt erlitten. Der 47-Jährige wird in eine Klinik gebracht. "Die schnelle Behandlungskette rettete dem Breznverkäufer vielleicht das Leben und er geht im Idealfall ohne Schaden am Herzmuskel nach Hause", so ein Wiesn-Notarzt.
Die neuen Paulaner-Wirte: Gesegneter Aufstieg in den Wirte-Olymp
Sie sind keine Neulinge auf der Wiesn und betreiben mehrere Wirtshäuser: Christine und Lorenz Stiftl haben jetzt das Paulaner-Zelt übernommen. Worauf sie bei der Musik und beim Essen setzen, hat Kollegin Sarah Maderer herausgefunden.
Neues Fahrgeschäft: das "Chaos-Pendel"
Hängen da etwa schon wieder Menschen in der Luft, weil ein Fahrgeschäft eine Panne hat? Nein, beim neuen "Chaos-Pendel" ist das ganz normal: Damit die Passagiere in die eine Gondel einsteigen können, müssen tatsächlich die anderen schon mal hoch in die Luft, 47 Meter hoch, um genau zu sein. Sind alle eingestiegen, kann das "Chaos-Pendel" auf bis zu 90 km/h beschleunigen. Nichts für schwache Nerven!
FC Bayern auf dem Oktoberfest: (Fast) Alle zeigen sich den Fans
Am Sonntag lassen sich die Spieler des FC Bayern auf der Wiesn feiern. Alle Spieler? Nun ja. Beobachtungen vor dem Käfer-Zelt
Die meisten Zelte sind noch offen
Während gestern um die gleiche Zeit viele der größeren Zelte zumindest schon ihre Hauptausgänge geschlossen hatten, kommt man ins Hacker-, Paulaner oder Schottenhamel-Festzelt noch problemlos hinein. Nur über dem Eingang vom Augustiner-Festzelt hängt bereits wieder ein Schild mit dem Hinweis, dass es zumindest vorne nicht mehr reingeht. Auf dem Festplatz herrscht großes Gedränge, unter allem wegen unzähliger Trachtler, die Standkonzerte geben, die übrigen Menschen bleiben aber in Bewegung.
Sanitäter versorgen bis zum Nachmittag mehr als 200 Menschen – Seniorin erleidet bei Sturz Gesichtsfraktur
Die Sonne scheint, es ist warm in den Bierzelten: Viele Besucher trinken am ersten Wiesn-Wochenende Bier, aber zu wenig Wasser. Dass sie überhaupt zu wenig getrunken hatte, machte am Sonntag einer 80-jährigen Wiesnbesucherin zu schaffen. Sie dehydrierte. Wie der Sanitätsdienst mitteilt, erlitt die Frau daher einen Kreislaufzusammenbruch und stürzte. Sie kam mit einer Gesichtsfraktur auf die Sanitätswache.
Am Vormittag musste ein 37-jähriger Wiesn-Kellner behandelt werden, er hatte einen epileptischen Anfall. Versorgt wurden heute bereits 201 Menschen. Aber nicht alle Patienten und Patientinnen kommen mit großen medizinischen Problemen zu den Sanitätern. Es gibt auch viele Bagatellfälle. Wie Julian Tanzer von der Aicher Ambulanz erklärt, seien das etwa kleine Schnittverletzungen oder eine Blase am Fuß. "Also Fälle, in denen meistens schon ein Pflaster hilft." Manchmal würde auch nur ein kurzer Check ausgeführt, gefragt, ob es dem Patienten gut geht.
Die Tragentrupps waren bis zum späten Nachmittag bereits 20 Mal im Einsatz, und es werden wohl noch mehr: Auch um 22.30 Uhr müssten die Truppe immer wieder mal ausrücken, sagt Tanzer. Dann müssen die Wiesnbesucher die Zelte verlassen, "und da passiert dann oft auch noch was: ein Sturz von der Treppe oder ein Kreislaufproblem".
Nach dem Trachtenumzug ist vor dem Trachtenumzug
Die Trachtler von der Freiwilligen Feuerwehr Freising laufen gegen 16 Uhr spielend gen Hauptausgang. Auch sonst sieht man noch Stunden nach dem offiziellen Ende des Trachten- und Schützenumzugs zahlreiche Menschen in historischer Tracht auf dem Festgelände.
OB Dominik Krause muss Besuch auf Oktoberfest abbrechen – und auch den Auftritt auf der Gay Wiesn absagen
Am Sonntagvormittag war Krause noch mit seinem Partner Sebastian Müller in einer Ehrenkutsche beim großen Umzug der Schützen und Trachtler zur Wiesn gefahren, bei strahlendem Sonnenschein. Die Wärme mag dazu beigetragen haben, dass der Oberbürgermeister nun eine Oktoberfestpause einlegen muss: Er sagte seinen Besuch in der Bräurosl heute beim traditionellen Gay Sunday ab. Es wäre das erste Mal gewesen, dass er diesen Termin als erster schwuler Münchner Oberbürgermeister hätte wahrnehmen können.
Es sei nichts Besonders passiert, sagte sein Sprecher auf dpa-Anfrage. Krause habe lediglich leichte Kreislaufprobleme gehabt und sei deshalb lieber nach Hause gegangen, um am Montag wieder fit zu sein. Unter anderem will er demnach morgen Mittag bei der Aktion „Wiesn mit Herz“ der Oktoberfest-Wirte ein Grußwort sprechen. Die Wirte laden jährlich etwa 1400 Münchnerinnen und Münchner zum Mittagessen ein, die sich sonst ein Essen auf der Wiesn nicht leisten könnten.
Sicherheitsmitarbeiter schleudert Mann kopfüber zu Boden - Ermittlung wegen Körperverletzung
Am ersten Wiesn-Sonnentag am Samstag ist es laut Polizei am Vormittag sehr ruhig geblieben. Doch gegen 13.55 Uhr war es mit der Ruhe vorbei:
- Da beobachteten Polizeibeamte am "Hügel" einen 44-Jährigen aus den USA, der offenbar Kokain konsumierte. Er wurde wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz festgenommen und zur Wiesnwache gebracht. Da der Mann keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, musste er eine Sicherheitsleistung bezahlen. Danach durfte er wieder gehen. Eine Anzeige bekommt er auch.
- Gegen 19 Uhr kam es vor einem Ausgang des Paulaner Festzeltes zu einer heftigen Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Wiesnbesuchern und Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes. Der Streit spitzte sich so zu, dass ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes einen 28-Jährigen über seine Schulter auf den Boden warf. Der Mann schlug mit dem Kopf auf und verlor das Bewusstsein. Vor Ort wurde der Leichtverletzte sofort medizinisch versorgt. Der Sicherheitsmitarbeiter ist verschwunden. Die Polizei will alle "verfügbaren Mittel einsetzen", um herauszufinden, was genau passiert ist - ermittelt wird wegen Körperverletzung. Auch Videoaufnahmen werden ausgewertet.
- Im Schottenhamel-Zelt passten Taschendiebfahnder aus Frankfurt am Main gut auf, stoppten aber in diesem Fall keinen Dieb. Sie beobachteten einen 45-jährigen Mann: Er hatte sein Geschlechtsteil entblößt und rieb es an mehreren Frauen. Er wurde festgenommen und wegen sexueller Belästigung angezeigt. Eine der belästigten Frauen hat, so teilt die Polizei mit, Strafanzeige gestellt.
- Kurz vor Schluss der Wiesn gegen 22.40 Uhr waren Taschendiebfahnder wieder sehr aufmerksam. Sie kamen einem 22-jährigen Dieb auf die Spur. Denn sie beobachteten ihn, wie er im Hofbräu-Zelt eine Jacke klaute und sie nach Wertgegenständen untersuchte und eine Handtasche stehlen wollte. Als der Mann das Festzelt verlassen wollte, nahmen ihn die Fahnder fest.
Menschenmassen strömen auf das Festgelände
Während die einen noch den Einzug des Trachten- und Schützenumzugs bewundern, strömen die anderen ohne Umwege auf die Wiesn. Bei diesem schönen Wetter wird es auch am zweiten Tag voll werden auf der Theresienwiese, auf der in der Regel am Wochenende ohnehin der Andrang besonders groß ist.
Traditioneller Trachtenzug erreicht die Wiesn
Etwas früher als angekündigt kommen die ersten Trachtengruppen und Kapellen bei der Theresienwiese an. Die Kutschen müssen kurz vorher abdrehen; für alle, die zu Fuß unterwegs sind, geht es direkt aufs Festgelände.
Streit, Körperverletzung und ein Küchenmesser: Die erste Bilanz der Bundespolizei
Die Bundespolizei hatte laut Einsatzbericht vor allem am Abend doch einiges zu tun: Hotspots waren etwa der S-Bahn-Haltepunkt Hackerbrücke und der Münchner Hauptbahnhof.
- Der Streit von zwei Männern blieb gegen 21.45 Uhr nicht bei verbalen Beschimpfungen. Ein 31-Jähriger schlug einen 35-Jährigen plötzlich ins Gesicht. Die Einsatzkräfte gingen dazwischen und beendeten die Auseinandersetzung. Beide hatten wohl 0,8 Promille im Blut. Auch wenn beide unverletzt blieben - der 31-Jährige muss sich jetzt wegen Körperverletzung verantworten.
- Für eine 31-jährige Frau endete der Wiesnbesuch gegen 23 Uhr mit einer stark blutenden Kopfwunde am Hauptbahnhof. Sie war alkoholisiert und fiel wohl deshalb zwischen die Bahnsteigkante und einen stehenden Zug. Die Bundespolizei leistete Erste Hilfe. Ruhe hatten sie dabei nicht. Sie wurden massiv von einem 29-Jährigen und einem 38-Jährigen gestört. Sie waren aggressiv und widersetzen sich den Einsatzkräften. Die verletzte Frau wurde durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt. Die beiden Männer erwartet wohl nun eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.
- Warum ein 32-Jähriger ein Küchenmesser mit einer Klingenlänge von zwölf Zentimetern dabeihatte, ist unklar. Das Messer kam zum Vorschein, als die Bundespolizei den Mann gegen 20.45 Uhr am Hauptbahnhof kontrollierte. Er musste das Messer abgeben. Generell gilt während des Münchner Oktoberfestes eine Allgemeinverfügung: Es ist strikt untersagt, am Münchner Hauptbahnhof, dem Bahnhof Ost sowie an den Münchner S-Bahn Haltepunkten Hackerbrücke und Hauptbahnhof gefährliche Gegenstände und Werkzeuge, Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Hieb-, Stoß- und Stichwaffen, pyrotechnische Gegenständen sowie Messer aller Art mitzuführen.
- Weil ein 44-jähriger Vater wohl zu viel getrunken hatte, ging er auf seinen erwachsenen Sohn los. Dieser hatte ihn davor bewahren wollen, in die falsche S-Bahn zu steigen. Als die Bundespolizei einschritt, wehrte sich der 44-Jährige so sehr, dass er sich am linken Augen verletzte und medizinisch versorgt werden musste.
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