Basel testet Abo-Kombination von öV und Leihvelos

ÖV und Sharing-Velos Machen Leihvelos den ÖV attraktiver? Basel testet Abo-Kombination Teilen ...

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Basel testet Abo-Kombination von öV und Leihvelos

ÖV und Sharing-Velos Machen Leihvelos den ÖV attraktiver? Basel testet Abo-Kombination

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  • Wer ein Abo des Tarifverbunds Nordwestschweiz TNW oder ein GA hat, bekommt für 5 Franken im Monat 120 Fahrminuten auf Leihvelos gutgeschrieben.
  • Bei Neuabos ist diese Fahrzeit gratis.
  • Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW will bei diesem Pilotversuch herausfinden, ob kombinierte Abos das Verhalten verändern.
  • Der Versuch läuft von Mitte September bis Ende November.

Leihvelos und öffentlicher Verkehr würden oft kombiniert benutzt, etwa wenn der Fahrplan nicht aufgeht oder man es eilig hat, sagt Alex Erath, Professor für Verkehr und Mobilität an der FHNW. «Mit Bikesharing habe ich ein erweitertes Einzugsgebiet des Bahnhofs.»

Reihe von Leihfahrrädern und einem E-Scooter vor einem Gebäude geparkt.
Legende:

An diesem «Mobilitätshub» in Basel stehen Leihvelos beider Anbieter, die in den Pilotversuch einbezogen sind: Publibike (rot) und Pick-e-Bike (weiss).

Bilddatenbank Kanton Basel-Stadt

Das nütze letztlich auch dem ÖV. Die beiden Verkehrsträger als Konkurrenz zu betrachten, sei nicht mehr zeitgemäss; zusammen ergäben sie «ein stärkeres Ganzes».

Getrennte Systeme verbinden

Viele der ÖV-Nutzenden, die auch gelegentlich Sharing-Velos fahren, haben laut Erath ein ÖV-Abo. Aber heute seien das zwei nicht integrierte Tarifwelten, was davon abhalte, Bikesharing zu nutzen. So falle auch bei jeder Leihvelo-Fahrt ein Franken Startgebühr an. «Das heisst, wir haben viele Velos auf der Strasse, die nicht so intensiv genutzt werden, wie sie eigentlich könnten.»

Es geht um ein Gesamtverkehrssystem, das die Leute flexibler und schneller ans Ziel bringt.

Tatsächlich fallen in Basel insbesondere wenig genutzte rote Publibike-Velos auf. Dass der Pilotversuch dieses vergleichsweise harzende Angebot beflügeln helfen soll, streitet Erath ab. «Es geht darum, ein Gesamtverkehrssystem zu schaffen, das die Leute flexibler und schneller ans Ziel bringt.» Dazu sollen 2027 auch noch Leih-E-Trottinetts einbezogen werden.

Mehrere Fahrräder an einem Fahrradständer in einer städtischen Umgebung mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund.
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Manche Publibike-Stationen sind bei Tram- und Bushaltestellen, wie hier beim Wettsteinplatz. (Archivbild)

Bilddatenbank Kanton Basel-Stadt

Laut Fachhochschule ist dieser Nordwestschweizer Pilotversuch schweizweit «ein Novum». Annäherungen der Verkehrsträger gibt es indes schon. So ist in Zürich seit 2025 für Kundschaft mit ZVV-Abo ein neues Publibike-Jahresabo halb so teuer – und Velo-Standorte sind auch auf der ZVV-App abrufbar.

Kombinierte Nutzung in Luzern erfolgreich

In Luzern kaufen derweil die Stadt und umliegende Gemeinden Bikesharing-Guthaben, die sie ihren Einwohnerinnen und Einwohnern gratis zur Verfügung stellen. Obwohl das motorlose Sharing-Velos betreffe, sei dort deren kombinierte Nutzung «viel höher als in anderen Städten», sagt Erath: «40 Prozent starten oder enden bei einem Bahnhof, was auf eine kombinierte Nutzung hinweist.»

Trotz der Abo-Kombination im Versuch sind die Apps des Tarifverbunds Nordwestschweiz und der Leihvelo-Anbieter noch nicht voll integriert. Das ist laut Erath im kommenden Jahr vorgesehen.

Mehrere Reihen von abgestellten Fahrrädern, ein roter Bus im Hintergrund.
Legende:

Auch in Bern stehen Publibike-Velos beim Bahnhof bereit. (Archivbild 2025)

Keystone / Christian Beutler

Er weist darauf hin, dass viele Menschen den ÖV sehr regel- und gewohnheitsmässig nutzten, Bikesharing jedoch eher sporadisch. Gerade deswegen müsse die Hürde möglichst tief gehalten werden, damit man Leihvelos ins tägliche Handeln einbeziehe.

Der Pilotversuch wird vom Mobilitätsfonds des Kantons Basel-Stadt und dem Bundesamt für Verkehr unterstützt. Beteiligt sind auch die Leihvelofirmen Publibike und Pick-e-Bike, die Kantone Basel-Stadt und -Landschaft sowie die ÖV-Unternehmen Baselland-Transport BLT und Basler Verkehrsbetriebe BVB.

Ergebnisse sollen ab nächstem Februar vorliegen. Die Erkenntnisse sollen Entscheidungsgrundlage bieten, ob das Kombiangebot definitiv eingeführt wird – falls ja, müssten wohl die Veloflotten ausgebaut werden. Stichdatum ist 2029, wenn das Bikesharing nächstmals ausgeschrieben wird.

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Regionaljournal Basel Baselland, 15.9.2026, 12:03 Uhr ;  lanr;fise;wilh