Owen Ansah droht nicht zufällig eine Sperre von vier Jahren
StartseiteSportStand: 12.08.2026, 14:20 UhrKommentareUns auf Google folgenDer deutsche Sprinter wurde Dritter über 100 Meter in Birmingham. Doch der Zweifel ist zwangsläufig mitgelaufen.Natürlich wusste Owen An...
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Stand: 12.08.2026, 14:20 Uhr
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Der deutsche Sprinter wurde Dritter über 100 Meter in Birmingham. Doch der Zweifel ist zwangsläufig mitgelaufen.
Natürlich wusste Owen Ansah, dass ein dunkler Schatten auf seiner glänzenden Plakette lag. Dass der deutsche Sprinter bei der Leichtathletik-EM in Birmingham als Dritter über 100 Meter ins Ziel kam, war aller Ehren wert, doch der 25-Jährige ist selbst schuld, dass bei ihm der Zweifel mitgelaufen ist. Der junge Mann hat schließlich vor einem Monat keine Dopingprobe abgeben wollen, weil er angeblich unter Zeitdruck bei der Abreise zum Diamond-League-Meeting nach Monaco stand. Zudem habe er doch kurz vor dem Besuch des Kontrolleurs die Toilette besucht.

Was bitte würde man sagen, wenn ein chinesischer Schwimmer, kasachischer Radfahrer, kenianischer Marathonläufer oder weißrussischer Gewichtheber mit dieser Ausrede um die Ecke gekommen wäre? Das Verständnis würde gen Null tendieren. Tatsache ist, dass sich der gebürtige Hamburger höchst töricht verhalten hat. Und deshalb droht ihm eine satte Sperre von vier Jahren, die nicht ohne Grund für verweigerte Kontrollen vorgesehen ist.
Athleten im sogenannten Registered Testing Pool (RTP) können halt jederzeit getestet werden. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Solche Verfahren sind hochkomplex, wie die aktuellen Fälle im deutschen Profifußball belegen. Als das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Bundesligaspieler Mario Vuskovic nach einem Epo-Befund zunächst nur für zwei Jahre sperrte, legten die Weltantidopingagentur (Wada) und Nationale Antidopingagentur (Nada) Berufung ein.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS erhöhte die Sperre dann auf vier Jahre. Mitte September darf der 24-Jährige übrigens wieder trainieren. Und noch immer darf Laura Freigang spielen. Genau wie der Hamburger SV seinen Verteidiger stützte, stärkte auch Eintracht Frankfurt seine Stürmerin, die wohl drei Dopingkontrollen verschusselte. Dass der DFB erstinstanzlich über den Fall in einigen Monaten entscheidet, kann eigentlich nicht sein.
Der Interessenskonflikt liegt auf der Hand, auch wenn alle die Unabhängigkeit der Rechtsorgane betonen. Wie in der Causa Vuskovic wird die Nada auch im Fall Freigang genau hinschauen – und sich eine Intervention vorbehalten. Gut, wenn diese Institution konsequent ihre Arbeit macht – ohne Rücksicht auf die Popularität der Sportler oder der Sportart.