Pächter sagt ab kurz vor der Restauranteröffnung – Verein steht mit umgebautem Klubhaus ohne Wirt da
Der Tennisverein Rot-Weiß Bönen hat für ein griechisches Restaurant die Küche in seinem Klubhaus vergrößert. Kurz vor der Eröffnung platzt die Bombe: Der Pächter teilt mit, er werde das Lokal doch nicht übernehmen.
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Stand: 29.08.2026, 08:30 Uhr
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Der Tennisverein Rot-Weiß Bönen hat für ein griechisches Restaurant die Küche in seinem Klubhaus vergrößert. Kurz vor der Eröffnung platzt die Bombe: Der Pächter teilt mit, er werde das Lokal doch nicht übernehmen.
Bönen – „Wir sind auf einem guten Weg“, hatte der zweite Vorsitzende Andreas Niemann noch im Mai verkündet zu den Plänen, die der Tennisverein Rot-Weiß Bönen (tv.boenen.de) mit dem Klubhaus am Südfeld hat. Ein neuer Pächter sei gefunden, der hier ein griechisches Restaurant eröffnen wolle. Das sollte eine echte gastronomische Bereicherung für die Gemeinde werden. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.
Der neue Pächter hatte den Vertrag unterschrieben, hatte bereits mit der Brauerei verhandelt und wollte in Kürze das Restaurant eröffnen. Vor wenigen Tagen teilte er dem Vorstand mit, „aus gesundheitlichen Gründen“ werde er das Lokal nun doch nicht übernehmen. Diese Nachricht schlug beim Tennisverein ein wie eine Bombe. Der steht jetzt mit einem fast fertigen Umbau, aber erneut ohne Wirt da. Zuletzt hatte Pächter Mirko Dieckerhoff nach einem Jahr das Handtuch geworfen, nachdem das Klubhaus gerade umfangreich für sein Burgerrestaurant „Dacohtah“ renoviert worden war.
Das Schlimmste ist, wir haben nicht nur Zeit und Geld verloren, es gab mehrere Interessenten für das Klubhaus. Wir haben ihnen abgesagt.
Der Umbau ist fertig, der Pächter sagt ab
„Wir sind wütend und enttäuscht“, schildert der Vorsitzende Bernd Mathiak die Gefühlslage im Vorstand des Bönener Tennisvereins. „Das Schlimmste ist, wir haben nicht nur Zeit und Geld verloren, es gab mehrere Interessenten für das Klubhaus. Wir haben allen abgesagt und uns für den Bewerber entschieden, der aktuell noch einen Imbiss in Kamen betreibt und auf unserer Anlage ein griechisches Restaurant eröffnen wollte. Er sagte unter der Voraussetzung zu, dass wir den Küchenbereich umbauen. Der sei für ein Restaurant zu klein.“ Der Verein ließ sich schließlich auf die Forderung ein und sagte zu, den Umbau zu übernehmen. Daraufhin hatte der Pächter den Vertrag mit dem Tennisverein unterschrieben. „Offen blieb nur das Datum, wann das Lokal eröffnet wird.“
Eigentlich hatte der Verein gehofft, dass das Klubheim bereits in der Sommersaison wieder geöffnet sein wird, wenn auch etliche Turniere auf der Anlage stattfinden. Schließlich bietet die Anlage auch zwei große Außenbereiche: die Terrasse und den Biergarten, der gerade erst neu angelegt wurde. Die Termine rückten aber immer wieder nach hinten. „Schließlich hatten wir uns jetzt auf September, spätestens Anfang Oktober geeinigt“, berichtet Bernd Mathiak.

Alles schien zu laufen, dachte der Vereinsvorstand zumindest bis vor wenigen Tagen. „Vor drei Wochen hatte sich der Pächter noch mit einem Vertreter der Brauereigruppe Bitburger getroffen. Die haben schon eine größere Bestuhlung für das Lokal geliefert. Immer wieder kam die Frage, wann die Außenwerbung angebracht werden soll.“ Achselzucken beim Vorstand, keine Reaktion vom Pächter. Und eine weitere entscheidende Frage war nach wie vor unklar: Wie das Restaurant denn heißen soll. „Da wurde ich langsam unruhig“, räumt Mathiak ein.
Auch die Brauerei wurde von der Absage überrascht. Ob der plötzliche Ausstieg aus dem Brauerei-Vertrag finanzielle oder rechtliche Konsequenzen hat, dazu äußert sich die Pressestelle der Bitburger Braugruppe nicht auf unsere Anfrage: „Wir können bestätigen, dass der Gastrobetrieb im Klubhaus des TV Rot-Weiß Bönen leider nicht wie geplant fortgeführt wird. Natürlich ist eine dauerhaft geschlossene Gastronomie weder für den Verein noch für uns eine wünschenswerte Situation. Wir hoffen deshalb darauf, dass die Bewirtschaftung zeitnah fortgesetzt werden kann und stehen für Gespräche mit möglichen neuen Pächtern zur Verfügung.“ Der Pächter war für die Redaktion bis jetzt nicht erreichbar.
Zusammenhang mit Plaka-Schließung?
Eigentlich sollten beide Parteien ein Interesse daran haben, möglichst schnell eröffnen zu können, findet Mathiak. „Ich habe den Pächter immer wieder gedrängt: Wann treffen wir uns? Wir müssen noch Einiges besprechen. Da habe ich schon gemerkt, dass er mir auswich und herumdruckste, er werde sich melden. Die letzten Fliesenarbeiten waren gerade fertig geworden, da bekamen wir die Absage.“ Da scheine ein größerer Zusammenhang zu sein, vermutet Mathiak. „Anfang des Jahres hatte sich der Pächter mehrmals die Räumlichkeiten zusammen mit seinem Bruder angeschaut, der in Bergkamen-Overberge das griechische Restaurant Plaka betreibt. Das hat jetzt ganz plötzlich geschlossen.“ Tatsächlich weist ein Aushang an der Tür darauf hin, dass das Lokal aus familiären und gesundheitlichen Gründen ab sofort geschlossen bleibt. „Wenige Tage später erhielten wir die Absage.“

Nun steht der Verein da mit einem Umbau, den der neue Pächter zur Bedingung gemacht hatte für seine Unterschrift. „Grundsätzlich sehen wir die Vergrößerung der Küche nicht als Fehlinvestition im Hinblick auf einen neuen Pächter. Wir hatten mit rund 6000 bis 7000 Euro Umbaukosten kalkuliert. Ein großer Teil ist als Geldspende von Mitgliedern oder als Sachspende gekommen. Zum Glück hatten wir Unterstützung durch Firmen bei den Bauarbeiten, für die Fliesen und bei der Statik. Wir mussten, um die tragende Wand in der Küche zu entfernen, einen offiziellen Bauantrag mit den statischen Berechnungen stellen.“
Der wirtschaftliche Schaden sei überschaubar. „Zum Glück bin ich nicht mehr dazu gekommen, auch noch ein neues Kühlaggregat in den Kühlraum an der Küche einbauen zu lassen. Das hätte uns zusätzlich rund 2800 Euro gekostet.“ Der Pächter habe auch dieses gefordert, weil pro Woche allein 80 bis 100 Kilo Fleisch verarbeitet würden und gekühlt werden müssten. Da reichten Kühlschränke nicht aus.
Keine Genehmigung für öffentliches Lokal
Zu den Umbaumaßnahmen kam eine weitere „Überraschung“, mit der der Verein gar nicht gerechnet hatte: „Wir mussten beim Kreis Unna auch einen Neuantrag zur Betreibung einer öffentlichen Gastronomie stellen“, erzählt Bernd Mathiak. „Im Zuge des Genehmigungsverfahrens für den neuen Biergarten neben der Tennishalle haben wir festgestellt, dass der Verein seit Jahrzehnten nur eine Genehmigung für eine Klubgastronomie hatte, aber nicht für ein öffentliches Lokal. Das hat nie einer geprüft. Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir entschieden, alles neu zu beantragen. Alles wurde jetzt geprüft hinsichtlich Brandschutz, Fluchtwege, Zahl der Parkplätze und vieles mehr.“
Wie geht es jetzt weiter? Immerhin gibt es laut Mathiak einen rechtsgültigen Vertrag. „Wir könnten klagen, aber was bringt das? Wir verlieren noch mehr Zeit und bekommen am Ende einen Titel. Wir wollen nicht gutes Geld schlechtem Geld hinterherwerfen.“ Das Wichtigste sei jetzt, so schnell wie möglich einen neuen Pächter zu finden, damit absehbar wieder Leben ins Tennisheim kommt.