Packt’s der Frankfurter Bub bei der Eintracht?

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Packt’s der Frankfurter Bub bei der Eintracht?

Stand: 11.08.2026, 13:42 Uhr

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Die Eintracht will im Sturm noch nachlegen, Publikumsliebling Younes Ebnoutalib wird sich steigern müssen.

Frankfurt – Als Adi Hütter unlängst auf einen waschechten Frankfurter Bub im Dienst der Eintracht angesprochen wurde, holte der Cheftrainer etwas weiter aus. Oder besser gesagt: Er setzte die Personalie in einen übergeordneten Zusammenhang. „Es ist richtig gut, dass wir Spieler aus dem eigenen Nachwuchs dabei haben, Spieler, die auch die nötige Qualität haben.“ Denn: „Die Fans lechzen danach.“ Das ist absolut richtig.

09.08.2026, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt  - Eintracht-Familientag 2026 v.l. Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt)

Winke-winke: Younes Ebnoutalib, beliebt bei den Eintracht-Fans. © Jan Huebner/Jan Hübner

Die Rede war hier gleichwohl nicht von Younes Ebnoutalib, der die größte Frankfurt-Assoziation mitbringt, als großer Hoffnungsträger gilt, ein Straßenkicker aus dem Stadtteil Nordweststadt, der Nordi. Der Vollblutstürmer ist einer, der die Sprache der Jugend spricht, für den „Alter“ oder „Digga“ normale Anreden und keine Herabwürdigungen sind.

Viele 069-Vibes

Aber Ebnoutalib hat nie für die Eintracht-Jugend gekickt, er kam erst über diverse Umwege in den Stadtwald. Über Elversberg zum Beispiel: Da hat er in einem Halbjahr ganz schön viele Tore geschossen, zwölf in 17 Spielen. Die Eintracht hat ihn daraufhin gleich weggekauft, für fast zehn Millionen Euro. Nicht wenig Zaster für einen Zweitligaspieler.

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Wie auch immer. Hütter jedenfalls sprach vielmehr von Elias Baum, dem Rechtsverteidiger, einem lupenreinen Eigengewächs, seit der E-Jugend am Riederwald, dann als Aktiver ausgeliehen nach Elversberg. Baum hatte als Profi im letzten Jahr keine leichte Zeit bei seinem Heimatverein, soll sich nun aber unter Adi Hütter festspielen. Ist dem Baumi zuzutrauen, wenngleich er sich ganz schön wird strecken müssen. Auf den defensiven Außenbahnen will die Eintracht noch mal nachlegen. „Da müssen wir schon schauen, was wir noch machen.“

Der Bursche mit den flirrenden 069-Vibes aber ist der zwei Jahre ältere Ebnoutalib, auf ihn baut und schwört gerade der harte Kern der Fans. Selbst die Sozialromantiker haben sich zwar daran gewöhnt, dass Jahr für Jahr die besten Fußballer für sehr viel Geld weggekauft werden, die Kolos, Omars, Hekis und Nenes dieser Welt – so ist das Big Business. Doch der Wunsch nach Identifikationsfiguren nimmt dadurch nicht ab, ganz im Gegenteil. Younes Ebnoutalib ist so eine, eine Art Projektionsgestalt, ein Hoffnungsträger der Marke: Eintrachtler, made in Frankfurt.

Die Frage, die sich aber bei Younes Ebnoutaliub stellt, und die entscheidender ist als das Ansehen im Fankreis: Ist er gut genug für die Bundesliga, für gehobene Ansprüche? Kann er auf diesem Niveau mithalten oder sogar ein entscheidender Faktor sein? Die Antwort lautet: Nichts Genaueres weiß man nicht. Oder, seriös ausgedrückt: seriös nicht zu beantworten.

Klar ist: Der Deutsch-Marokkaner bringt vieles mit, lebt für den Sport, ordnet ihm selbst im Urlaub alles unter, achtet auf die Ernährung und malocht ohne Ende. Er hat einen Körper aus Stahl, dazu kommen Robustheit, Wucht, Durchsetzungsvermögen. Keine schlechten Voraussetzungen. „Über Qualität und Potenzial verfügt er auf alle Fälle“, urteilt Adi Hütter via „Kicker“.

Und doch bleibt Ebnoutalib ein Buch mit sieben Siegeln. Er hat ja in Frankfurt noch gar nicht nachweisen können, was er kann und ob er das Zeug hat, ein Großer oder zumindest ein Halbgroßer zu werden.

Nach seinem märchenhaften Debüt gegen den BVB mit eigenem Treffer folgte der Knockout in Stuttgart auf den Fuß: Knieverletzung nach hartem Crash mit Raubein Jeff Chabot, mehrere Monate Pause, lange Zeit auch Schmerzen.

Nix los unter Riera

Und dann kam Albert Riera, der so gar nichts mit dem Angreifer anfangen konnte: drei Minieinsätze, 21 Minuten Spielzeit. Eine harte Zeit.

Und auch jetzt in der Vorbereitung ist es nicht so, als würde der Ex-Gießener die Sterne vom Himmel spielen oder Tor auf Tor machen. Er wirkt nicht so, als sei er vollständig angekommen, etwas umständlich in seinen Aktionen, unglücklich im Abschluss, technisch ebenfalls mit Luft nach oben. „Er ist im Sturmzentrum am besten aufgehoben, sollte nicht so viel ausweichen“, rät der Chefcoach. „Mit seinem Tiefgang kann er Tore erzielen. Er sollte aber etwas einfacher spielen, um es sich auch selbst leichter zu machen.“

Vollends überzeugt ist der Fußballlehrer nicht, in der Vorbereitung lässt er Ebnoutalib abwechselnd mit Ansgar Knauff als zweite Spitze neben dem gesetzten Topstürmer Jonathan Burkard spielen. „In vorderster Front“, betont Adi Hütter, „müssen wir vielleicht nachlegen.“ Das Wörtchen „vielleicht“ darf hier getrost als rhetorischer Kniff gesehen werden. Und ist nicht als Misstrauensvotum gegen Younes Ebnoutalib zu werten. Ein bisschen Konkurrenz und Qualitätszuwachs können aber nicht schaden.