Pakistan: 14 Neugeborene kommen in Flammen ums Leben, jetzt werden acht Beamte suspendiert

Nach einem Krankenhausbrand zieht Pakistans Regierung personelle Konsequenzen. Es ist nicht der erste Vorfall im Land in diesem Jahr, bei dem Kinder wegen mutmaßlicher Fahrlässigkeit von Beamten ums Leben gekommen sind.

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Pakistan: 14 Neugeborene kommen in Flammen ums Leben, jetzt werden acht Beamte suspendiert

Nach einem Krankenhausbrand zieht Pakistans Regierung personelle Konsequenzen. Es ist nicht der erste Vorfall im Land in diesem Jahr, bei dem Kinder wegen mutmaßlicher Fahrlässigkeit von Beamten ums Leben gekommen sind.

29.08.2026, 20.21 Uhr

Ein Mann trägt den Leichnam eines Neugeborenen, das bei einem Krankenhausbrand in Islamabad ums Leben kam Ein Mann trägt den Leichnam eines Neugeborenen, das bei einem Krankenhausbrand in Islamabad ums Leben kam

Ein Mann trägt den Leichnam eines Neugeborenen, das bei einem Krankenhausbrand in Islamabad ums Leben kam

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Aamir Qureshi / AFP

Nach einem Brand auf einer Säuglingsstation am vergangenen Mittwoch hat der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif die Suspendierung von acht Beamten angeordnet. Gegen die Verantwortlichen würden strafrechtliche Verfahren eingeleitet, teilte Sharifs Büro mit.

Zuvor hatte ein Untersuchungskomitee einen Zwischenbericht über den Brand im »Pakistan Institute of Medical Sciences« vorgelegt. Demnach verfügte die Säuglingsstation weder über einen Feueralarm noch über eine Sprinkleranlage. Außerdem sei das Personal nicht im Umgang mit Bränden geschult worden.

Notruf zu spät abgesetzt

Dem Bericht des Untersuchungskomitees zufolge waren zum Zeitpunkt des Brandes zwei Krankenschwestern, eine Sicherheitskraft und ein Assistenzarzt auf der Station. Das Aufsichtspersonal sei nicht im Dienst gewesen.

Weiter hieß es, ein Notruf sei erst sechs Minuten nach Ausbruch des Brandes eingegangen, 15 Minuten später seien die ersten Einsatzkräfte eingetroffen.

Dem Bericht zufolge habe eine Krankenschwester ihr Leben riskiert, um ein Baby zu retten, bevor sich die Flammen über die Station ausbreiteten. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, genehmigte Premierminister Sharif eine Empfehlung, der Krankenschwester den »Sitara-i-Khidmat« zu verleihen, eine staatliche Auszeichnung zur Anerkennung außergewöhnlicher Verdienste im öffentlichen Dienst.

Landesweite Prüfung von Brandschutzmaßnahmen

Der tödliche Vorfall im »Pakistan Institute of Medical Sciences« hat in ganz Pakistan umfassende Überprüfungen der Brandschutzmaßnahmen in Krankenhäusern ausgelöst. Die Regierung in Punjab, der bevölkerungsreichsten Provinz des Landes, ordnete diese Woche eine sofortige Überprüfung der Brandschutzsysteme, der Feuerlöschausrüstung und der Einrichtungen zur Reaktion auf Notfälle in Krankenhäusern an.

»Diejenigen, die sich krimineller Fahrlässigkeit schuldig gemacht haben, verdienen keinerlei Nachsicht«, wurde Sharif zitiert. Er ordnete behördliche und strafrechtliche Verfahren gegen die acht vom Komitee identifizierten Personen an.

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Dazu gehören der geschäftsführende Direktor des Krankenhauses, zwei stellvertretende Direktoren, der Leiter der neonatologischen Abteilung, zwei weitere Ärzte, der stellvertretende Direktor des Krankenhauses für Sicherheit und der Leiter der Notfalldienste der Capital Development Authority. Zuvor hatte Sharif einen ranghohen Beamten des Gesundheitsministeriums entlassen.

Der Brand gehört zu Pakistans tödlichsten Tragödien, bei denen Kinder ums Leben kamen. Erst im Juni dieses Jahres wurden 14 Schulkinder getötet, als das Dach eines im Bau befindlichen Nachhilfezentrums in der Stadt Lahore einstürzte.

msh/ap