Pallottinerpater Christian Stumpf liest zum Abschied Szenen vom Weggehen

StartseiteLokalesFreisingFreisingStand: 07.08.2026, 07:00 UhrKommentareUns auf Google folgenRund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer waren zur Abschiedslesung von Pater Christian Stumpf in der Stadtbibliothek gekommen....

  • 3 min read
Pallottinerpater Christian Stumpf liest zum Abschied Szenen vom Weggehen

Stand: 07.08.2026, 07:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Rund 50 Zuhörer waren zur Abschiedslesung von Pater Christian Stumpf in der Stadtbibliothek gekommen, Er hatte passenderweise nach all jenen Stellen in seinen Romanen gesucht, in denen Menschen weggehen – von zu Hause und von Freunden.

Rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer waren zur Abschiedslesung von Pater Christian Stumpf in der Stadtbibliothek gekommen. Er hatte nach all jenen Stellen in seinen Romanen gesucht, in denen Menschen weggehen – von zu Hause und von Freunden. © Lehmann

Christoph Stumpf verlässt nach zehn Jahren die Domstadt. Bei seiner letzten Lesung trug er vor 50 Zuhörern ausschließlich Abschiedsszenen aus seinen acht Romanen vor.

Freising – Mit Pater Christian Stumpf verlässt einer der ungewöhnlichsten Geistlichen bald die Domstadt (wir berichteten). Seine Vorliebe für fantastische Literatur und ein großes literarisches Talent werden in Erinnerung bleiben. Acht Bücher hat der Pallottiner-Pater inzwischen geschrieben und publiziert, die sich allesamt mit der Magie des Lebens, der Hoffnung und dem Mut befassen – zahlreiche von ihnen hat er in den vergangenen zehn Jahren in Freising vorgestellt. Jüngst setzte er sich für eine Abschiedslesung für seine Freisinger an das Mikrofon, um leise Adieu zu sagen. Er geht ins Provinzialat nach Friedberg. Die Kommunität in Freising wird schließen. „In der Stadtbücherei habe ich schon zweimal gelesen“, erklärte Stumpf, bevor er sich an den Tisch zur letzten großen Lesung in Freising setzte – charmant unter freiem Himmel, im Innenhof der Bücherei. Zwar hatte er keinen neuen Roman im Gepäck, dafür allerdings hatte er seine acht Bücher aus zwei Buchreihen mitgebracht. „Für diesen speziellen Anlass heute habe ich mir die Abschiedsszenen aus den Romanen herausgesucht“, erklärte der Pater schmunzelnd, aber spürbar auch ein wenig traurig. Immerhin hat er zehn Jahre lang nicht nur als Rektor des Pallottihauses und Pfarrvikar gewirkt, sondern in der Domstadt auch an seinen Romanen gearbeitet und daraus öffentlich gelesen. Und das hat in seinem literarischen Werk Spuren hinterlassen, wie in „Quintessenz 2“, das in großen Teilen in Freising spielt und die Zwischenwelten auf hohem Niveau nach Freising holt.

Stumpf schreibt fantastische Literatur, vermengt mit Fantasy, hält sich aber dennoch erstaunlich wenig an das eigentlich stark abgegrenzte Genre, sondern bricht vieles auf. Damit wird er selbst zu einem literarischen Weltenwandler, immer auf der Suche nach den Fugen zwischen Gut und Böse, die er punktgenau ausformuliert. Rund 50 Zuhörer waren zu seiner Abschiedslesung gekommen, für die er kein Best-of zusammengestellt, sondern passenderweise nach all jenen Stellen in seinen Romanen gesucht hat, in denen Menschen weggehen – von zu Hause und von Freunden. Inspiriert von J.R.R. Tolkien und Michael Ende hat Stumpf längst seinen ganz eigenen Stil gefunden, natürlich auch immer ein wenig geprägt von seinem tiefen Glauben. Aber auch wenn er vom Abschied bei seiner letzten Freisinger Lesung erzählte, war da immer auch die Hoffnung verborgen, sich wiederzusehen. Und so war in dieser Traurigkeit auch ein Lichtschimmer versteckt, gerade so wie in den Weltenwandler-Romanen, in denen die Helden nicht jene vergessen, die in ihren Herzen bleiben.

Nach rund zwei Stunden klappte Stumpf seine Bücher zu, schüttelte Hände und sagte Adieu. Allerdings nicht ohne zu versprechen, dass er an weiteren Büchern arbeiten wird. Unter anderem will sich Stumpf demnächst an Kriminalromanen ausprobieren. Und wer weiß, vielleicht gastiert er mit einem davon auch mal wieder in der Stadtbücherei Freising.