Pariser Autosalon: Chinas Autobauer stürmen den europäischen Premiummarkt

BYD, Xpeng und Co.: Beim Pariser Autosalon stellen 20 chinesische Autobauer neue Elektro- und Hybridautos vor, kündigen ihren Markteintritt an und planen eigene Fabriken in Europa. Im Visier: das Premiumsegment.

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Pariser Autosalon: Chinas Autobauer stürmen den europäischen Premiummarkt

Der Stand von BYD kurz vor der Eröffnung des Autosalons in Paris. Foto: picture alliance / SIPA

Pariser Autosalon: Chinas Auto-Offensive lässt sich nicht mehr stoppen

In Paris zeigen Chinas Autobauer, dass der Angriff auf den europäischen Automarkt erst beginnt. Im Visier: das Premiumsegment.

  • Chinesische Autohersteller verstärken ihre Offensive auf dem europäischen Markt mit Elektroautos und Hybridfahrzeugen
  • 20 chinesische Marken sind beim Pariser Autosalon vertreten, doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Sie dringen auch in das Premiumsegment vor und planen europäische Fabriken
  • Europäische Hersteller profitieren vom Kundenvertrauen, doch chinesische Marken bauen ihre Händlernetze aus
Die Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

Der Pariser Autosalon ist ein Schaufenster für das, was auf Europas Automarkt aus Richtung China zukommt. 20 chinesische Automarken präsentieren sich auf der Messe, doppelt so viele wie bei der letzten Pariser Schau vor zwei Jahren. Ihr Auftritt zeigt, wie breit die Offensive inzwischen angelegt ist: Sie stellen neue Elektroautos und Hybridfahrzeuge vor, kündigen ihren Markteintritt an oder planen eigene Fabriken in Europa. Dabei greifen sie längst nicht mehr nur im Geschäft mit günstigen Kleinwagen an, sondern zunehmend auch im Premiumsegment.

Wie entschlossen die Chinesen vorgehen, zeigen die Ankündigungen in Paris. Der chinesische Elektroautohersteller Li Auto konkretisierte seine Pläne für einen Europa-Start im ersten Quartal 2027, zunächst in Norwegen und den Niederlanden. Die gemeinsam mit Huawei entwickelte Premiummarke Aito hat ihren Markteintritt ebenfalls für Herbst 2027 angekündigt und gleich vier große SUVs mitgebracht.

Mehrere der in Paris gezeigten Luxus-SUVs kommen als rollende Wohnzimmer daher. Der Aito 9 bietet Massagesitze und auf Wunsch einen großen Kinobildschirm für die Passagiere im Fond, der Zeekr 9X aus dem Geely-Konzern sechs Einzelsitze, mehrere Bildschirme und eine Musikanlage mit 32 Lautsprechern. Der Hersteller GAC aus Guangzhou präsentiert einen auf europäische Kunden zugeschnittenen Elektro-Crossover. Chery bringt seinen neuen Hybrid-SUV Tiggo 4 auf den französischen Markt.

Kommt je nach Wunsch mit Massagesitzen: der Aito 9. Foto: REUTERS

EU-Zölle und der Preiskampf auf Chinas Heimatmarkt

Was EU-Handelskommissar Maros Sefcovic vergangene Woche bei seinen Verhandlungen in Peking gelungen ist, kann als Achtungserfolg gelten. Nachdem Brüssel 2024 zusätzliche Zölle auf chinesische Elektroautos eingeführt hatte, setzten viele Hersteller verstärkt auf Plug-in-Hybride. Deren Exporte in die EU legten kräftig zu. Nun sollen die Einfuhren chinesischer Hybridautos auf zunächst 350.000 Fahrzeuge jährlich begrenzt werden. Das wäre weniger als die Hälfte der bislang für dieses Jahr erwarteten Lieferungen.

Der Messestand von XPENG bei der Pariser Automesse. Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Die Handelspolitik ist nur ein Teil der Geschichte. Den weitaus wichtigsten Grund, warum die chinesischen Hersteller nach Europa kommen, liefert die Entwicklung auf dem Heimatmarkt. Dort werde „die Luft immer dünner“, sagt Beatrix Keim, Direktorin des Center Automotive Research, die den Pariser Autosalon besucht hat.

In China kämpfen zu viele Hersteller mit zu vielen Modellen um zu wenige Käufer. Der Preiskampf drückt die Gewinne, die Nachfrage schwächelt, und die Regierung drängt auf eine Konsolidierung der Branche. Im September brachen die heimischen Pkw-Verkäufe im Jahresvergleich erneut um rund 28 Prozent ein. Zugleich legten die Pkw-Exporte um fast 74 Prozent zu.

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Für viele Hersteller wird das Auslandsgeschäft deshalb immer wichtiger. Der amerikanische Markt ist durch hohe Handelsbarrieren praktisch verschlossen. Umso stärker richtet sich der Blick nach Europa. Dass inzwischen selbst ein bislang stark auf China konzentrierter Hersteller wie Li Auto hier sein Glück versucht, bezeichnet Keim als „reinen Überlebenskampf“.

Dabei sehen die Chinesen in Europa durchaus neue Wachstumschancen. Keim rechnet damit, dass in den kommenden Jahren viele ältere Fahrzeuge durch Elektroautos ersetzt werden. Die Ladeinfrastruktur verbessert sich, und die hohen Benzinpreise infolge des Krieges im Nahen Osten könnten den Umstieg zusätzlich beschleunigen. Langfristig dürften deshalb vor allem reine Elektroautos an Bedeutung gewinnen. Die Plug-in-Hybride, deren Einfuhren Brüssel nun begrenzen will, könnten sich als Übergangstechnologie erweisen.

Eigene Fabriken in Europa und drohende Risiken

Dass die Offensive weitergeht, bedeutet nicht, dass sämtliche chinesischen Marken erfolgreich sein werden. Keim warnt davor, ihre Chancen zu überschätzen. Die europäischen Hersteller hätten bei der Elektromobilität aufgeholt und verfügten weiterhin über einen entscheidenden Vorteil: das Vertrauen ihrer Kunden. Viele chinesische Marken müssten ihre Händlernetze weiter ausbauen, ihre Bekanntheit steigern und lernen, wie der europäische Markt funktioniert.

Gerade kleinere Hersteller könnten sich dabei übernehmen. „Das kann im Ausland tödlich sein“, warnt Keim. Auch die Markenführung sei bislang häufig wenig überzeugend. „Ein Auto ist immer noch ein emotionales Produkt“, sagt sie.

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