Partei gibt sich selbstbewusst: AfD will in Bayern regieren – irgendwann auch alleine

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Partei gibt sich selbstbewusst: AfD will in Bayern regieren – irgendwann auch alleine

Stand: 25.09.2026, 13:56 Uhr

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Die bayerische AfD sieht sich schon auf dem Weg zur Regierung. Was Ebner-Steiner und Singer nach der Fraktionsklausur verkündeten.

München – Die bayerische AfD hat nach einer Fraktionsklausur große Ambitionen verkündet: Die Partei sieht sich auf dem Weg zur Regierungsbeteiligung im Freistaat – möglicherweise bereits nach der Landtagswahl 2028. Das Wählerpotenzial liege bei über 30 Prozent, erklärten die beiden Fraktionsvorsitzenden Katrin Ebner-Steiner und Ulrich Singer.

AfD

Die AfD möchte in Bayern regieren (Archivbild). © IMAGO / HMB-Media

AfD verkündet große Ambitionen und will in Bayern regieren – irgendwann auch alleine

Als Beleg für ihre Ambitionen zog Ebner-Steiner einen Vergleich mit Sachsen-Anhalt: Die bayerische AfD befinde sich heute ungefähr dort, wo die Partei in Sachsen-Anhalt vor der Wahl 2021 gestanden habe – und dort hat die AfD inzwischen die Wahl gewonnen. Auf die Frage, wie eine Regierungsbeteiligung realistisch aussehen soll, wenn alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ablehnen, gab Ebner-Steiner diese Antwort.

Singer legte noch weiter nach: Das Wählerpotenzial könne in Bayern weiter wachsen. „Und dann stehen wir sogar irgendwann vor der Frage, ob wir es nicht vielleicht einfach dann alleine machen können“, sagte er.

In aktuellen bayerischen Landtagswahl-Umfragen liegt die AfD regelmäßig unter der 20-Prozent-Marke. Die CSU kommt auf etwa doppelt so viele Stimmen. Ebner-Steiner ließ sich davon jedoch nicht beirren: Die AfD sei mittlerweile „die einzige Volkspartei“ in Deutschland. Die Union bezeichnet sie als „rot-grüne Partnerpartei“, die Freien Wähler als CSU-„Steigbügelhalter“.

„Ich habe ehrlich gesagt noch nicht darüber nachgedacht, wo mein Weg hingeht“

Ob sie selbst 2028 als Spitzenkandidatin antreten will, ließ Ebner-Steiner offen. Das werde zu gegebener Zeit parteiintern entschieden. „Ich habe ehrlich gesagt noch nicht darüber nachgedacht, wo mein Weg hingeht“, sagte sie.

Inhaltlich setzt die Landtags-AfD ihren bisherigen Kurs fort – mit Positionen gegen Migration, gegen „abstruse Klimaziele“ und gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Auf der anderen Seite verspricht die Partei ein bayerisches „Willkommensgeld“ für jedes im Freistaat geborene Kind.

Zudem fordert die AfD-Fraktion einen von ihr so getauften „Abschiebecent“: Unternehmen, die in „erheblichem Umfang“ an der Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern verdienen, sollen zur Kasse gebeten werden. Und zwar mit einer „bayerischen Abgabe“, wie es in dem Papier heißt – wobei derartige Steuern keine alleinige Ländersache sind. Zudem sollen Kommunen das Recht erhalten, örtliche Abgaben „zur Finanzierung nachweisbarer Asylfolgekosten“ zu erheben, etwa Mehrkosten für Schulen, Kitas oder Verwaltung. Erfasst werden sollen vor allem „gewerbliche Betreiber größerer Asylunterkünfte und andere wirtschaftliche Nutznießer“. Wer am Asylsystem verdiene, solle sich an dessen Folgekosten beteiligen.

Zusätzlich spricht sich die AfD-Fraktion für die Abschaffung des Kirchenasyls sowie der bayerischen Härtefallkommission aus. Nichtregierungsorganisationen, die aus Sicht der AfD eine „einseitig links-grüne Agenda verfolgen“ – darunter zählt die Partei nach eigener Definition etwa Gruppen mit Fokus auf „sogenannten Antifaschismus“, Feminismus oder „extremistischen Klimaaktivismus“ – sollen keine staatlichen Mittel mehr erhalten.

Die AfD selbst wird in Bayern als Gesamtpartei vom Verfassungsschutz beobachtet, wegen des Verdachts auf verfassungswidrige Bestrebungen in der Partei. Ebenfalls beobachtet werden drei AfD-Landtagsabgeordnete. (Quelle: dpa) (kam)