Pascal Dahler Nachfolger von Christian Gauf: Führungswechsel und klare Worte bei CDU Zweibrücken

Nach zehn Jahren trat Christian Gauf nicht mehr zur Wiederwahl an. Er und sein Nachfolger Pascal Dahler forderten, vor allem auf Bundesebene bräuchten die Christdemokraten wieder ein klareres Profil, um die Bürger zu überzeugen. Dabei wolle man aber nicht wie im Bund „stündlich streiten“ mit der SPD.

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Pascal Dahler Nachfolger von Christian Gauf: Führungswechsel und klare Worte bei CDU Zweibrücken

Pascal Dahler Nachfolger von Christian Gauf Führungswechsel und klare Worte bei CDU Zweibrücken

Zweibrücken · Nach zehn Jahren trat Christian Gauf nicht mehr zur Wiederwahl an. Er und sein Nachfolger Pascal Dahler forderten, vor allem auf Bundesebene bräuchten die Christdemokraten wieder ein klareres Profil, um die Bürger zu überzeugen. Dabei wolle man aber nicht wie im Bund „stündlich streiten“ mit der SPD.

30.09.2026 , 20:37 Uhr

 Der frisch gewählte CDU-Kreisvorsitzende Pascal Dahler (rechts) beim „herzlichen Dank“ an seinen langjährigen Vorgänger Christian Gauf.

Der frisch gewählte CDU-Kreisvorsitzende Pascal Dahler (rechts) beim „herzlichen Dank“ an seinen langjährigen Vorgänger Christian Gauf.

Foto: Lutz Fröhlich

Pascal Dahler ist der neue starke Mann der CDU-Zweibrücken: Der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion führt nun auch den CDU-Kreisverband Zweibrücken. Der 33-Jährige wurde am Dienstagabend vom Kreisparteitag mit 35 Stimmen gewählt, bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung.

Sein Vorgänger, Bürgermeister Christian Gauf, hatte Dahler zuvor vorgeschlagen: Der Kreisvorstand habe Dahler einstimmig nominiert. Gauf (61) erklärte, er habe den Kreisvorstand verjüngen wollen – was dort auch in anderen Bereichen gelungen sei. Der neue Vorstand (siehe Infobox) biete „wieder eine hervorragende Mischung“.

Was auch wichtig sei angesichts der „für unsere Partei herausfordernden Zeit“, wofür auch „Fehler unserer Spitzenleute“ im Bund verantwortlich seien. „Wir müssen uns als CDU in vielen Themenbereichen wieder klarer positionieren“, mahnte Gauf. Dabei werde es nicht reichen, „unsere Politik nur besser zu erklären“.

Pascal Dahler begann seine Vorstellung mit ein paar persönlichen Worten. Er sei verheiratet, habe ein zweijähriges Kind, sei seit 13 Jahren im CDU-Kreisvorstand aktiv und seit bald 18 Jahren Parteimitglied, beruflich arbeite er als Finanzbeamter im Saarland. Neben der Politik sei „meine große Leidenschaft das Fußballspielen, leider nur noch passiv – wobei, auf der Tribüne auf dem Betzenberg ist man eher auch aktiv“. Weiterhin sei er „aktiver Skifahrer“.

Dann kam Dahler zu seiner „Motivation“, den Kreisparteivorsitz zu übernehmen. Er nannte als Vorbild einige Mitglieder, die schon „seit über 60 Jahren für unsere Werte einstehen“. Er finde es wichtig, „auch bei Gegenwind für unsere Überzeugungen zu kämpfen“. Mut mache ihm „die Besinnung auf das, was diese Partei für unser Land geleistet hat“. Zwar habe die CDU auch heute „klare Vorstellungen, wie sie unser Land gestalten will – aber mir fehlt manchmal die Entschlossenheit, auch bei Gegenwind dazu zu stehen“, forderte Dahler ein klareres Profil.

Ein Profil, das Dahler nicht rechts, sondern in der Mitte verortete. Dazu gab er den neuen Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Gordon Schnieder wieder, Wahlen würden nicht am rechten Rand, sondern in der der konservativ-bürgerlichen Mitte gewonnen.

Hierfür habe die CDU zwar ein sehr gutes Grundsatzprogramm. Für Werte und Ziele daraus wie Toleranz, Heimat oder Anerkennung des Existenzrecht Israels aber werde seiner Ansicht nach manchmal mit zu wenige Leidenschaft gekämpft – und zu wenig Widerstand gegen Parteien weit rechts und weit links geleistet. Dahler erwähnte die beiden Parteien nicht namentlich – gemeint waren aber offensichtlich Die Linke (Dahler nannte die Stichpunkte Unterstützung von Antisemitismus und kriminellen Clans) und die AfD („rechte Kräfte legen die Axt an das Fundament, was nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde“, das Erbe Konrad Adenauers und Ludwig Erhards werde mit Füßen getreten, wenn man etwa raus aus der Nato wolle oder sich autoritären Ländern anbiedere).

Auch wenn „bürgerliche Vernunft manchmal spröde und langweilig klinge“, dürfe man diese nicht aufgeben. Dafür sei nicht nur die CDU wichtig, sondern auch die SPD. Die Zusammenarbeit dieser beiden Parteien in der neuen CDU-geführten Landesregierung stellte Dahler als vorbildlich heraus, offenbar als Kontrast zur Union/SPD-Koalition auf Bundesebene: „Ganz sicher gibt es in Mainz auch mal unterschiedliche Meinungen – aber die Regierung arbeitet ruhig zusammen!“ Und dabei sei ein neuer Kurs schon klar erkennbar. „Nicht stündlich einen neuen Streit beginnen – diesen Ansatz wollen wir auch auf kommunale Ebene bringen“, kündigte Dahler an.

Was den Versuch einer Kurswende bedeuten könnte – denn bekanntlich geraten im Stadtrat CDU und SPD immer wieder heftig erregt aneinander, unter aktiver Beteiligung auch von Dahler selbst.

Er machte in seiner (am Ende mit sehr viel Applaus bedachten) Bewerbungsrede aber auch deutlich, dass man inhaltlich weiter klare Kante zeigen wolle. Nicht nur auf Bundesebene, auch auf Zweibrücker Ebene müsse die CDU den Bürgern klar machen: „Wo wollen wir hin? Wie wollen wir unsere Stadt entwickeln?“

Wobei Dahler die CDU in Zweibrücken offenbar schon auf sehr gutem Weg sieht, denn er zählte einige Beispiele auf, wie man dies schon konkret getan habe: etwa die CDU-Initiative, „Straßen mal nicht neu zu bauen, sondern nur abzufräsen“. Auch bei der inneren Sicherheit sei die CDU in Zweibrücken „die treibende Kraft“. Gleiches gelte für den fortdauernden Kampf darum, „die historischen Schätze der Bibliotheca Bipontina wieder dorthin zurückzuholen, wo sie hingehören“.

Besonderes Augenmerk will Dahler darauf legen, „auch im politischen Vorfeld aktiv zu sein“ (etwa „in Vereinen oder an Stammtischen“), um wieder mehr Menschen von der Politik der CDU nicht nur in Zweibrücken, sondern auch auf Bundesebene zu überzeugen. Er räumte aber ein: „Dafür werden wir kämpfen müssen.“

Für Zweibrücken gab Dahler das Ziel aus, 2029 bei der Stadtratswahl „stärkste Kraft zu bleiben“.

Gauf lobte „die tolle Vorstellung“ Dahlers: „Du bist jetzt der ideale neue Vorsitzende!“ Dahler wiederum würdigte Gauf, der den Kreisvorstand „zehn Jahre mit viel Engagement und Tatkraft geführt habe.

Trotz der aktuellen dramatischen Krise der deutschen CDU gab es unter dem Tagesordnungspunkt „Aussprache“ nur eine einzige Wortmeldung. Werner Euskirchen fragte nach den Mitgliederzahlen des CDU-Kreisverbands heute und vor fünf Jahren. Aktuell seien es 163, antwortete Gauf, damals seiner Erinnerung nach nur etwa ein halbes Dutzend mehr.

Euskirchen mahnte zudem „eine lebendige CDU wie früher“ an und fragte: „Was können wir dafür tun?“ Seine eigene Idee sei, „kleinere Ortsverbände wie Zweibrücken-Mitte“ zu schaffen, dies würde den Austausch erleichtern „und Meinungen nach oben bringen – das fehlt uns“. Zudem könne man dort auch leichter mit Bürgern in Kontakt kommen. Gauf kündigt an: „Wir werden uns auch in den Ortsvereinen anders aufstellen, um mehr Möglichkeiten zu bieten, vorstellig zu werden.“ Dahler sagte dazu in seiner Bewerbungsrede: „Wir werden auch in den Ortsverbänden zu neuem Tatendrang aufsteigen.“