„Ich erinnere mich an nichts“: Flug-Randalierer drohen bis zu 20 Jahre Haft
StartseiteWeltPassagiere angegriffen, Crew beleidigt: Flugzeugrandalierer muss sich vor Gericht verantwortenStand: 15.10.2026, 13:58 UhrKommentareUns auf Google folgenEin Inlandsflug der US-Gesellschaft America...
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Passagiere angegriffen, Crew beleidigt: Flugzeugrandalierer muss sich vor Gericht verantworten
Stand: 15.10.2026, 13:58 Uhr
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Auf einem American-Airlines-Flug wurde ein Mann aus Arizona mit Klebeband fixiert. Nun ist er auf Bundesebene angeklagt, ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.
Baltimore – Ein Mann aus Arizona, der während einer Auseinandersetzung an Bord eines American-Airlines-Flugs mit Klebeband an seinem Sitz fixiert wurde, ist auf Bundesebene angeklagt worden. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Die Anklage markiert eine wichtige Entwicklung in einem Fall, der landesweit Aufmerksamkeit erregte, nachdem Mitreisende den Mann während des Flugs von Dallas in Texas nach Newark in New Jersey überwältigt hatten.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.
Arthur „Layne“ Lundeen, 67, muss sich nun auf Bundesebene wegen des Angriffs auf einen Passagier und der Behinderung von Besatzungsmitgliedern verantworten. Laut Staatsanwaltschaft erzwang sein Verhalten eine Notlandung in Baltimore. Die Bundesstaatsanwaltschaft für den Gerichtsbezirk Maryland gab die Anklagepunkte bekannt, die auf einen Vorfall am 3. September an Bord von American-Airlines-Flug 618 zurückgehen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Lundeen vor, Besatzungsmitglieder eingeschüchtert, Anweisungen des Kabinenpersonals ignoriert und Beschäftigte der Fluggesellschaft sowie Passagiere mit rassistischen Ausdrücken beleidigt zu haben. Zudem soll er durch feindseliges Verhalten den Flug gestört haben. Lundeens Anwalt Anatoly Smolkin erklärte gegenüber Newsweek, dass er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu den Einzelheiten des Falls äußern könne.
Mann aus Arizona wegen Zwischenfalls auf American-Airlines-Flug angeklagt
Die Bundesstaatsanwaltschaft teilte mit, dass Lundeen wegen der Behinderung von Flugbesatzungsmitgliedern und Kabinenpersonal sowie wegen Körperverletzung durch Schlagen, Prügeln und Verwunden angeklagt worden sei. Laut Anklageschrift soll er auf dem Flug von Dallas nach Newark einen Passagier angegriffen haben. Dies habe eine außerplanmäßige Landung auf dem Baltimore/Washington International Thurgood Marshall Airport erforderlich gemacht.
Die Behörden werfen Lundeen vor, Flugbegleiter bei der Ausübung ihrer Aufgaben behindert zu haben, indem er Besatzungsmitglieder einschüchterte, Anweisungen missachtete, Beschäftigte der Fluggesellschaft körperlich anging und Besatzung sowie Passagiere beschimpfte. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass die Anklageschrift lediglich Vorwürfe enthalte und für Lundeen die Unschuldsvermutung gelte, solange seine Schuld nicht vor Gericht bewiesen sei.
Das Verfahren auf Bundesebene erhöht die möglichen Konsequenzen erheblich gegenüber den Anklagen auf Ebene des Bundesstaates unmittelbar nach dem Vorfall. Gerichtsunterlagen aus Maryland zufolge war Lundeen nach seiner Festnahme am Flughafen BWI zunächst wegen Körperverletzung zweiten Grades und Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt worden, beides Vergehen. Ein ursprünglich für den 19. Oktober angesetzter Prozess wurde verschoben. Laut Gerichtsunterlagen wurde der neue Termin auf den 16. November festgelegt.
Was laut Staatsanwaltschaft auf Flug 618 geschah
Der Vorfall ereignete sich an Bord von American-Airlines-Flug 618 auf dem Weg vom Dallas Fort Worth International Airport zum Newark Liberty International Airport. Passagiere berichteten, es sei während des Flugs zu einem Zwischenfall gekommen, nachdem Lundeen zunehmend aggressiv geworden sein soll. Juan Mejia, ein Passagier und ehemaliger Polizeibeamter, hatte zuvor gegenüber CBS News erklärt, die Situation sei plötzlich eskaliert. Er behauptete, Lundeen habe seine Hände um den Hals eines anderen Passagiers gelegt und Menschen in seiner Nähe mit einer Flut vulgärer, rassistischer und diskriminierender Äußerungen überzogen.
Als die Spannungen zunahmen, griffen Mitreisende ein. Mejia und ein weiterer Reisender, Richard Olenick, halfen dabei, Lundeen zu überwältigen. Schließlich wurde er mit Klebeband und Kabelbindern an seinem Sitz in der ersten Klasse fixiert, bis das Flugzeug sicher in Baltimore landen konnte. Fotos, die Lundeen fixiert an Bord zeigten, verbreiteten sich rasch im Internet und machten den Fall landesweit zum Nachrichtenthema. Nach der Landung betraten Polizeibeamte das Flugzeug und führten ihn ab, bevor die Maschine nach Newark weiterflog.
Lundeen konnte sich Berichten zufolge nicht an den Ausbruch erinnern
Wochen nach dem Vorfall deuteten Berichte über Lundeens ersten Gerichtstermin darauf hin, dass er nach eigenen Angaben kaum oder gar keine Erinnerung an die Ereignisse an Bord hatte. Laut einer von The Baltimore Banner zitierten Tonaufnahme sagte Lundeen einem Gerichtsbeauftragten: „Ich erinnere mich an nichts von dem, was passiert ist.“ Während der Anhörung wirkte er Berichten zufolge verwirrt, als die Anklagepunkte verlesen wurden, und äußerte später Unglauben angesichts der Vorwürfe.
Lundeen räumte außerdem ein, vor dem Flug Alkohol getrunken zu haben. Berichten zufolge erklärte er dem Gericht, vor dem Einsteigen zwei Screwdriver-Cocktails getrunken zu haben. Laut Berichten über die Anhörung bemerkte er später: „Oh mein Gott. Was für ein Schlamassel“, und beharrte darauf, sich nicht an die Ereignisse erinnern zu können, die zu seiner Festnahme geführt hatten. Zu den Vorwürfen in der Anklageschrift hat er sich nicht öffentlich geäußert. Sein Anwalt hatte bereits nach seiner Festnahme eine Stellungnahme abgelehnt.
Newsweek berichtete zuerst über Trennung der Immobilienfirma von Lundeen
In den Tagen nach dem Vorfall berichtete Newsweek als erstes Medium, dass die in Tucson ansässige Immobilienfirma Long Realty ihre Zusammenarbeit mit Lundeen beendet hatte, nachdem sie von den Vorwürfen erfahren hatte. Das Unternehmen bestätigte damals, dass Lundeen als Immobilienmakler mit ihm zusammengearbeitet habe, erklärte jedoch, dass er nicht mehr befugt sei, die Firma in irgendeiner Funktion zu vertreten. Long-Realty-Geschäftsführer Kevin Kaplan sagte, das in den Berichten beschriebene Verhalten sei mit den Standards und Werten des Unternehmens unvereinbar.
„Das in den Berichten beschriebene Verhalten ist völlig unvereinbar mit der Professionalität, Integrität, dem Mitgefühl und dem Respekt gegenüber anderen, die Long Realty von den mit dem Unternehmen verbundenen Personen erwartet“, sagte Kaplan gegenüber Newsweek. Das Unternehmen ergänzte, seine Gedanken seien bei den Passagieren, Besatzungsmitgliedern und anderen Betroffenen. Die beruflichen Folgen traten ein, bevor ein Strafverfahren abgeschlossen war. Dies verdeutlicht die weiterreichenden beruflichen Konsequenzen, die mit öffentlichkeitswirksamen Vorfällen an Bord von Verkehrsflugzeugen einhergehen können.
Warum Lundeen bis zu 20 Jahre Haft drohen
Der schwerwiegendste Anklagepunkt gegen Lundeen ist die Behinderung von Flugbesatzungsmitgliedern und Kabinenpersonal. Das Bundesrecht sieht eine Höchststrafe von 20 Jahren Haft für Verhalten vor, das Besatzungsmitglieder bei der Ausübung ihrer Aufgaben an Bord eines Flugzeugs einschüchtert oder behindert. Laut Staatsanwaltschaft störten Lundeens mutmaßliche Handlungen Beschäftigte der Fluggesellschaft, die versuchten, die Situation unter Kontrolle zu bringen und die Sicherheit an Bord zu gewährleisten. Für den ebenfalls in der Anklageschrift enthaltenen Vorwurf der Körperverletzung gilt eine gesonderte Höchststrafe von einem Jahr Haft.
Die tatsächlich verhängten Strafen in Bundesverfahren liegen häufig unter den gesetzlichen Höchststrafen. Sie werden von einem Richter unter Berücksichtigung der Strafzumessungsrichtlinien des Bundes und anderer relevanter Faktoren festgelegt. Der Fall verdeutlicht außerdem, dass die Bundesregierung weiterhin besonderes Augenmerk auf die Sicherheit im Flugverkehr legt. Obwohl die Zahl der Meldungen über randalierende Passagiere seit den Höchstständen während der Pandemie deutlich gesunken ist, verfolgen Bundesbehörden weiterhin mutmaßliche Angriffe, Drohungen oder Behinderungen von Flugbesatzungen strafrechtlich.
Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration hat im Jahr 2026 bislang mehr als 1.160 Vorfälle mit randalierenden Passagieren gemeldet. Die Aufsichtsbehörden warnen, dass störendes Verhalten nicht nur strafrechtliche Verfolgung und erhebliche Geldstrafen nach sich ziehen kann, sondern auch den Verlust der Teilnahmeberechtigung am TSA-PreCheck-Programm und von Flugreiseprivilegien.