Patentstreit um Taptic Engine: Jury spricht Taction 5,7 Milliarden US-Dollar gegen Apple zu
Eine US-Jury sieht zwei Haptik-Patente von Taction durch iPhone und Apple Watch verletzt. Apple will in Berufung gehen. 28. September 2026 um 07:58 Uhr / Nils Matthiesen Rekordurteil gegen Apple wegen H...
- 2 min read
Eine US-Jury sieht zwei Haptik-Patente von Taction durch iPhone und Apple Watch verletzt. Apple will in Berufung gehen.
28. September 2026 um 07:58 Uhr / Nils Matthiesen
Eine Jury am US-Bezirksgericht in San Diego hat Taction Technology am 25. September 2026 Schadensersatz von rund 5,72 Milliarden US-Dollar gegen Apple zugesprochen. Die sieben Geschworenen sahen Ansprüche aus zwei Patenten des Haptik-Spezialisten verletzt. Laut Law360(öffnet im neuen Fenster) ist es das höchste Patenturteil der US-Geschichte.
Im Mittelpunkt stehen die US-Patente 10,659,885 und 10,820,117. Beide beschreiben taktile Wandler, die per Vibration eine spürbare Rückmeldung auf Eingaben geben. Taction wirft Apple vor, diese Technik ohne Lizenz in der Taptic Engine zu nutzen. Apple verbaut das Bauteil in iPhones und in der Apple Watch. Eine vorsätzliche Verletzung sah die Jury nicht. Eine Erhöhung des Schadensersatzes ist damit weitgehend ausgeschlossen.
Apple kündigte Berufung an. Das Unternehmen widerspreche dem Urteil und der Schadenssumme, beide seien durch die Fakten nicht gedeckt, teilte es CNBC(öffnet im neuen Fenster) mit. Die Taptic Engine unterscheide sich grundlegend von Tactions Technik. Das hätten Tactions eigene Tests an Apple-Geräten im Prozess bestätigt. Tactions Anwalt Lance Yang von der Kanzlei Quinn Emanuel sah die Patentrechte seines Mandanten dagegen bestätigt. Taction habe fünfeinhalb Jahre auf den Prozess gewartet.
Apple hatte 2023 schon gewonnen
Taction hatte Apple bereits im April 2021 vor dem Bezirksgericht für den Southern District of California verklagt(öffnet im neuen Fenster). In der Klageschrift hieß es, Apple profitiere unrechtmäßig von Tactions Innovationen. Im August 2023 gab Richter Todd W. Robinson Apple zunächst recht. Er ließ zentrale Aussagen von Tactions Gutachter nicht zu und entschied ohne Prozess, dass keine Patentverletzung vorliege.
Das Berufungsgericht(öffnet im neuen Fenster) für den Federal Circuit hob diese Entscheidung im August 2025 auf. Der Richter habe das Gutachten zu Unrecht verworfen und die Patentansprüche teilweise falsch ausgelegt. Der Fall ging zurück nach San Diego. Der Prozess begann am 14. September 2026. Nach zweitägiger Beratung verkündete die Jury ihr Urteil.
Das letzte Wort ist nicht gesprochen
Taction sitzt in San Diego und entwickelt haptische Wandler für Audiogeräte, etwa für das Headset Corsair HS60 Haptic. Rechtskräftig ist die Entscheidung noch nicht. Apple kann Richter Robinson zunächst bitten, das Urteil aufzuheben oder die Summe zu senken. Danach steht der Weg zum Federal Circuit offen. Zur Einordnung: 5,72 Milliarden US-Dollar entsprechen etwa fünf Prozent von Apples Nettogewinn im Geschäftsjahr 2025.
- Hier geht es zum iPhone 17 bei Amazon
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.