Pay-TV, Streaming und Fernsehen: RTL und Sky streichen abermals rund 500 Stellen - Golem.de
Der erneute Stellenabbau bei RTL und Sky hat ein klares Ziel: Einsparungen von bis zu 250 Millionen Euro. 18. September 2026 um 07:26 Uhr / Ingo Pakalski und dpa Bei RTL und Sky werden nochmal rund 50...
- 3 min read
Der erneute Stellenabbau bei RTL und Sky hat ein klares Ziel: Einsparungen von bis zu 250 Millionen Euro.
18. September 2026 um 07:26 Uhr / Ingo Pakalski und dpa
Nach dem Zusammenschluss von RTL Deutschland und Sky sollen bis Ende 2027 abermals rund 500 Stellen in beiden Unternehmen abgebaut werden. Der überwiegende Teil der Stellen solle bereits 2026 gestrichen werden, erklärte RTL. Das ergänzt einen zuvor verkündeten Stellenabbau bei RTL, von dem rund 600 Menschen betroffen waren.
Der Stellenabbau soll den Angaben zufolge sozialverträglich und in enger Abstimmung mit den zuständigen Betriebsräten erfolgen. Auslaufende Verträge sollen teilweise nicht verlängert und offene Stellen nicht nachbesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen so vermieden werden.
Wie sich die rund 500 wegfallenden Stellen auf RTL und Sky verteilten, erklärte das Unternehmen nicht. Insgesamt arbeiten nach Unternehmensangaben derzeit bei RTL Deutschland 5.326 Menschen, bei Sky sind es 2.170 Beschäftigte.
RTL will 250 Millionen Euro einsparen
Die RTL Group hatte Sky Deutschland im Juni 2026 übernommen und dafür bisher nur 68 Millionen Euro(öffnet im neuen Fenster) statt der geplanten 150 Millionen Euro gezahlt. Mit dem Zusammenschluss will RTL seine Position im Streaming- und TV-Markt gegenüber großen internationalen Anbietern stärken und insbesondere das Geschäft mit Abonnements ausbauen.
Innerhalb von drei Jahren sollen durch den Zusammenschluss jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro erzielt werden. "Der größte Teil davon entsteht durch die Optimierung der Inhalte- und Sachkosten", teilte RTL mit. "Darüber hinaus werden Doppelstrukturen abgebaut, Verantwortlichkeiten gebündelt und effizientere und zukunftsorientierte Entscheidungsprozesse geschaffen."
Dass die Übernahme auch Folgen für die Beschäftigten haben werde, hatte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bereits vor ihrem Abschluss angekündigt. Man werde die Unternehmen und die Organisation zusammenführen und weiter verschlanken, erklärte Rabe im April 2026. "Das wird auch Auswirkungen auf das Personal haben. Im Mittelpunkt steht aber die effizientere Nutzung unserer Programminvestitionen."
Gewerkschaften kritisieren geplanten Stellenabbau
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV)(öffnet im neuen Fenster) warnte vor Auswirkungen auf das journalistische Angebot. "Spätestens jetzt bekommt die Fusion von RTL und Sky ein Preisschild: Die Sender-Chefs nennen das Synergien. Für die Beschäftigten sind es verlorene Arbeitsplätze und für den Journalismus ein massiver Kompetenzverlust", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster.
Auch die Gewerkschaft Verdi(öffnet im neuen Fenster) kritisierte den Stellenabbau. "Wie bei anderen Fusionen von Medienunternehmen zeigt sich wieder einmal: Angebliche Stärkungen der zusammengeführten Marken und Geschäftsfelder sowie gegenüber Kartellbehörde und Kommunen ausgesprochene Standortgarantien haben kaum Bedeutung für die Beschäftigten", sagte Christoph Schmitz-Dethlefsen, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand.
Bisherige Stellenstreichungen bei RTL
RTL und Sky investieren zusammen rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr in Inhalte. Rabe stellte im April in Aussicht, diese Investitionen künftig über die verschiedenen Plattformen auszuspielen, also über RTL, RTL+ und Sky. Mit der Übernahme will RTL auch sein Geschäft breiter aufstellen und unabhängiger vom klassischen TV-Werbemarkt werden. Sky bringt dabei das Geschäft mit Pay-TV und Streaming ein.
Bereits Ende 2025 hatte RTL Deutschland im Zuge einer Neustrukturierung den Abbau von rund 600 Stellen angekündigt. Als Gründe nannte das Unternehmen damals unter anderem den tiefgreifenden Wandel im Medienmarkt, die schwierige konjunkturelle Lage und die schwachen TV-Werbemärkte.
RTL Deutschland gehört zur internationalen RTL Group, die mehrheitlich zum Bertelsmann-Konzern gehört. Zu RTL Deutschland zählen die Sender RTL, Vox und ntv sowie das Streamingabo RTL+. Zu Sky gehört neben verschiedenen Pay-TV-Fernsehsendern das Streamingabo Wow.
Wir öffnen unsere neue Community für weitere Mitglieder! Möchtest du in konstruktiver und respektvoller Atmosphäre mit anderen IT-Experten über deine Themen sprechen? Sei dabei und melde dich an!
- Hier geht es zum Angebot bei Sky
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.