Peter Maffays Tochter auf der Bühne: Musical „Anouk" kommt nach Sulingen

Das Kindermusical „Anouk" gastiert am 26. September im Sulinger Stadttheater – bereits zum zweiten Mal. Hauptfigur ist die echte Tochter von Rockstar Peter Maffay und Autorin Hendrikje Balsmeyer.

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Peter Maffays Tochter auf der Bühne: Musical „Anouk" kommt nach Sulingen

Stand: 22.09.2026, 06:30 Uhr

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menschen in Piratenkostümen spielen auf einer Bühne.

Mit Piraten bekommt es Anouk zu tun. © Georg Veit

Das Kindermusical „Anouk" gastiert am 26. September im Sulinger Stadttheater – bereits zum zweiten Mal. Hauptfigur ist die echte Tochter von Rockstar Peter Maffay und Autorin Hendrikje Balsmeyer.

Sulingen – Eine besondere Veranstaltung für Familien hat der Kulturverein Sulingen im Programm für die laufende Spielzeit: Am Samstag, 26. September, wird um 16 Uhr das Musical „Anouk“ für Kinder ab vier Jahren gezeigt.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einer Wand.

Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer. © Jennifer Többen

Das Musical basiert auf der Reihe der gleichnamigen Bücher, die inzwischen sechs Bände umfasst. Autorin ist Hendrikje Balsmeyer, und Hauptfigur der Geschichten ist Balsmeyers Tochter Anouk. Für sie habe sie begonnen zu schreiben, weil sie ihr über Geschichten Werte vermitteln und einen Wegweiser für den Alltag geben wollte, sagt Balsmeyer in einem Pressegespräch gemeinsam mit ihrem Ehemann und Anouks Vater, dem Musiker Peter Maffay. In den als Gutenachtgeschichten geplanten Texten erlebt Anouk im Schlafanzug nachts Abenteuer, die von ihren Eltern als Träume abgetan werden.

Die Idee, daraus ein Musical zu machen, habe sich ergeben, weil man eine sehr musikalische Familie sei, und eine Bühne sei immer noch ein schöneres Medium, um Dinge darzustellen. „Musik emotionalisiert zusätzlich und ist ein Emotionsverstärker“, weiß Maffay. Kinder seien ein besonderes Publikum: „Sie äußern sich direkt und ohne Umschweife, weil sie die Konsequenzen nicht fürchten.“ Kinder seien schwieriger zufriedenzustellen als Erwachsene, berichtet er: „Wenn sie keine Lust mehr haben, laufen sie raus, Punkt.“

Die Produktion sei mit zweimal 45 Minuten gerade für jüngere Kinder sehr lang, räumt Balsmeyer ein, aber die Musik mache alles viel lockerer, und es gebe Wiederholungen, sodass Kinder schnell die Lieder mitsingen könnten. „Man merkt: Sobald musikalisch etwas kommt, werden die Kinder abgeholt.“ Und, ergänzt Maffay: „Musik verleitet zum Tanzen, das ist in uns allen drin, und bei Kindern ganz besonders.“

Mit der Musik und den Geschichten sollen aber auch die Werte Empathie, Respekt und Freundschaft vermittelt werden, betont die Autorin. Zugleich gehe es auch um Hoffnung: Es gebe einen Protagonisten, der sich einsam und isoliert fühle, und dem die Titelfigur zuhöre. Das sei sehr wichtig angesichts der Erosion, die man in der Gesellschaft erlebe, ergänzt Maffay. Angesichts der zunehmenden Konflikte müsse es Leuchttürme geben, an denen sich die kleinen und großen Kinder orientieren. Zwei Werte stünden aber über allem: Toleranz und Augenhöhe im Umgang miteinander.

Bei der Produktion sei seine Rolle die des „ersten Publikums“ gewesen, stellt Maffay klar. Seine Frau habe ihm die Geschichten präsentiert und ihn um seine Meinung gebeten. „Wenn man Bücher schreibt, heißt das nicht automatisch, dass man auch weiß, wie eine Bühneninszenierung aussieht“, erklärt Balsmeyer. Deswegen habe ihr Georg Veit mit viel Erfahrung bei Kindermusicals zur Seite gestanden. Zusammen hätten sie überlegt, welche Geschichten sich gut für die Bühne eigneten – aus den 21 „Anouk“-Geschichten seien vier ausgewählt worden. Mit ihrem „Kreativteam“, der Musikerin Annika Doherty aus Halle/Saale und Jens Gilles aus Koblenz, bekannt aus „Voice of Germany“, habe sie sich an die Musik gesetzt im Studio ihres Mannes, der Tipps gegeben habe. „Es war total schön, dass wir auf seine Expertise und sein Studio zurückgreifen konnten, aber er uns frei hat arbeiten lassen.“

Dass ihre Tochter die Hauptfigur des Musicals sei, daraus mache sie nicht viel Federlesens, freut sich Maffay. Aber auch er selbst und seine Frau seien – stark überzeichnet – darin festgehalten. „Es ist eine lustige Vorstellung – man kann lachen, man kann sich freuen, man kann überrascht sein über die Wendungen, die stattfinden, die tollen Darsteller“, zählt Maffay auf, „und ich hoffe, dass die Musik so viel Spaß macht wie sie uns Spaß gemacht hat und immer noch macht.“

Im Sulinger Stadttheater ist das Musical aufgrund der großen Nachfrage zum zweiten Mal zu erleben. Lohnt sich der Besuch nur für diejenigen, die das erste Gastspiel verpasst haben, oder gibt es auch beim zweiten Besuch Neues zu entdecken? „Das Stück bleibt gleich“, stellt Balsmeyer fest, „aber wir haben einen Wechsel der Darsteller, und automatisch ist das Stück damit auch anders.“ Die neue „Anouk“ wirke sehr viel kindlicher als die erste Darstellerin – „das finde ich sehr schön, weil viele Kinder gefragt haben: ‚Warum ist Anouk jetzt erwachsen?‘, aber wir können ein kleines Kind nicht 135 Tage auf die Bühne stellen“, erklärt sie lachend. Viele kleine Dinge seien im Laufe der Zeit auch verändert worden. „Aber auch, wenn man ein Stück 135 Mal sieht, ist es nie gleich.“