Deutsche Schüler schneiden bei der neuen Pisa-Studie so schlecht ab wie nie
Befragung von 15-Jährigen Deutsche Schüler schneiden bei der neuen Pisa-Studie so schlecht ab wie nie ...
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Befragung von 15-Jährigen
Deutsche Schüler schneiden bei der neuen Pisa-Studie so schlecht ab wie nie
- Pisa-Studie vergleicht Leistungen von 15-jährigen Schülern
- Mehr als 90 Staaten nehmen an Vergleichstest teil
- Deutsche Schüler schneiden so schlecht ab wie nie seit erstem Test im Jahr 2000
- Bundesbildungsministerin nennt Ergebnisse "desaströs"
Deutschlands Schülerinnen und Schüler rutschen im internationalen Vergleich immer weiter ab. Bei der neuen Pisa-Studie waren die Ergebnisse von 15-Jährigen in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften "die niedrigsten, die je gemessen wurden", wie es in der am Dienstag von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris veröffentlichten Untersuchung heißt.
Lesefähigkeit hat nachgelassen
Jedem dritten Jugendlichen fehlen demnach grundlegende Kompetenz in Lesen und Mathematik, jedem vierten in Naturwissenschaften. Gut jeder Fünfte habe in keinem der drei Felder "ausreichende Basiskompetenzen", sagte Studienleiter Samuel Greiff.
Längere und komplexe Texte zu verstehen, fällt laut Studie vielen Jugendlichen schwer. Vielmehr überfliegen Jugendliche Texte mehr denn je und geben dann häufig falsche Antworten zu abgefragten Informationen aus den Texten.
Pisa-Studie seit dem Jahr 2000
Bei der internationalen Pisa-Vergleichsstudie unter dem Dach der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) werden seit dem Jahr 2000 etwa alle drei Jahre 15-Jährige in Dutzenden Ländern getestet. 2025 nahmen rund 6.700 Schülerinnen und Schüler in 250 Schulen in Deutschland teil, weltweit waren es mehr als 760.000 in 91 Staaten und Regionen, davon 38 OECD-Staaten.
Die erste Pisa-Studie im Jahr 2000 hatte für Deutschland so schlechte Ergebnisse gezeigt, dass intensive Bildungsreformen begannen - der sogenannte Pisa-Schock. Nach einem Zwischenhoch in den Nullerjahren liegen die Werte jetzt noch niedriger.
Deutschland leicht über EU-Schnitt
Insgesamt erreichten die in Deutschland getesteten Schüler 2025 in Naturwissenschaften im Durchschnitt 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte. 2022 waren es 492 in Naturwissenschaften, 480 im Lesen und 475 in Mathematik.
Allerdings: Selbst mit den gesunkenen Punktzahlen liegt Deutschland etwa beim Durchschnitt aller teilnehmenden OECD-Staaten und etwas über dem EU-Schnitt. Auch in anderen OECD-Staaten zeige sich ein Negativtrend, allerdings falle der in Deutschland besonders deutlich aus, erklären die Studienmacher.
In 14 OECD-Staaten waren die Ergebnisse in der Studie klar besser als in Deutschland, darunter in Estland, Kanada, der Schweiz und Österreich. Länder wie die Niederlande oder Frankreich lagen mit Deutschland etwa gleich auf.
Soziale Herkunft wirkt sich stark aus
Ein weiteres Ergebnis: In Deutschland hängt der Bildungserfolg von Kindern nach wie vor besonders stark vom Bildungsgrad und dem Geldbeutel der Eltern ab. Andere Länder konnten diese sozialen Unterschiede verringern.
Als Gründe für den Abwärtstrend beim Bildungserfolg nannte Studienautor Greiff der Deutschen Presse-Agentur mehrere Faktoren: So sei die Schülerschaft in den vergangenen Jahren unterschiedlicher geworden. Grund sei nicht nur Zuwanderung. Es gebe stärkere soziale Unterschiede und immer mehr psychosoziale Problemlagen. "Die Trennlinie läuft nicht zwischen Jugendlichen mit und ohne Zuwanderungshintergrund, sondern zwischen Jugendlichen aus sozial privilegierten und sozial benachteiligten Familien", sagte der Experte.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) nannte den Befund bei der Vorstellung in Berlin besorgniserregend. Die bayerische Kultusministerin und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz, sagte: "Ein desaströses, aber nicht überraschendes Ergebnis."
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) betonte in Reaktion auf die Studienergebnisse, Bildungspolitik sei langwierig. In Brandenburg habe man durch mehrere Maßnahmen die Weichen gestellt. So liege der Fokus nun stärker auf den Basiskompetenzen, beispielsweise lesen, schreiben, rechnen, sowie auf Förderung. Wenn man diesen Weg weiter gehe, werde man irgendwann die Ergebnisse sehen, zeigte sich Hoffmann überzeugt.
Sendung: radioeins vom rbb, 08.09.2026, 10:00 Uhr
Audio: radioeins vom rbb, 08.09.2026, Anna Küch
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