Bricht das KI-Kartenhaus zusammen? Darum verlieren große Tech-Konzerne jetzt Milliarden

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Bricht das KI-Kartenhaus zusammen? Darum verlieren große Tech-Konzerne jetzt Milliarden

Platzt die KI-Blase? Brisante Entwicklungen an der Börse – „Kosten immer schwerer zu kontrollieren“

Stand: 16.10.2026, 08:14 Uhr

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Blick in einen Serverraum

KI verbraucht Unmengen an Ressourcen. Die Investitionen in der Chip-Branche sind massiv, die Umsätze können dies bislang nur selten rechtfertigen. © IMAGO / Sylvio Dittrich

Droht der große Tech-Crash? Während Chiphersteller und KI-Werte Milliarden an Wert verlieren, warnt die EZB vor den Dominoeffekten für europäische Anleger.

New York/Seoul – Eine neue Verkaufswelle lässt die Finanzmärkte aufschrecken – und führende KI-Aktien massiv einbrechen: Binnen einer einzigen Woche vernichtete der Abverkauf bei US-Chipkonzernen über eine Billion US-Dollar (!) an Börsenwert, wie Daten des Finanzdienstes Bloomberg zeigen. Die Euphorie um Künstliche Intelligenz bröckelt.

Dagegen verpuffen selbst glänzende Bilanzen von Branchenriesen wie ASML und TSMC, analysiert ein Bericht. Die ING-Bank spricht von einer überfälligen Korrektur, während Experten warnen: Es handele sich nicht um klassische Gewinnmitnahmen, weil das Verkaufstempo zu hoch ist. Die hohen Bewertungen an der Börse werden zunehmend kritisch gesehen.

Wackelt die Künstliche Intelligenz an den Märkten?

In Asien stürzten derweil die Schwergewichte Samsung und SK Hynix zeitweise zweistellig ab und verloren seit ihren Rekordständen 2026 fast die Hälfte ihres Werts. An der Wall Street geriet der technologielastige Leitindex Nasdaq 100 unter Druck. Die Furcht vor einem unkontrollierten Börsencrash? Greift auf das Parkett über.

Die gigantischen Dimensionen der Chip-Branche

Die US-Halbleiterbranche weist historische Rekordbewertungen auf – allein Branchenprimus Nvidia wird mit rund drei Billionen Dollar bewertet, flankiert von Schwergewichten wie Broadcom, AMD, Qualcomm, Micron und Applied Materials. Wenn diese Tech-Riesen in einer gemeinsamen Ausverkaufswoche um durchschnittlich 5 bis 12 Prozent korrigieren, summiert sich der vernichtete Börsenwert der Branche auf über 1000 Milliarden US-Dollar (1 Billion Dollar).

In den USA gaben die Tech-Unternehmen CoreWeave, Micron und Dell stark nach. Zwar liegen viele KI-Aktien auf Jahressicht noch im Plus, doch der Markt hinterfragt zunehmend die gigantischen Investitionen. Übrigens: Hyperscaler wie Microsoft, Alphabet und Meta wollen im kommenden Jahr über 1,1 Billionen Dollar für Rechenzentren und Chips ausgeben.

Droht mit KI-Aktien ein herber Börsencrash?

Doch der Ertrag hinkt den Ausgaben bislang weit hinterher: Eine aktuelle Analyse des Marktforschers Gartner legt die klaffende Schere schonungslos offen. Experte Will Sommer warnt darin: „Unsere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die KI-Umsätze im Geschäfts- und Privatkundenbereich nicht ausreichen werden, um Gewinne zu erzielen.“

Die Betreiber müssten bis 2030 kumuliert 8,5 Billionen Dollar einspielen, um eine Rendite von zwölf Prozent zu erzielen. Erwartet werden aber „nur“ 3,6 Billionen Dollar. Ohne messbare Effizienzgewinne für Kunden droht der milliardenschwere Ausbau also zu einer spekulativen Blase zu verkommen. Schon länger ziehen Wirtschaftswissenschaftler Parallelen zur Dotcom-Blase in den Neunziger-Jahren.

Milliardenlücke im Tech-Sektor: Die Blase könnte platzen

Ökonom Torsten Slok vom Vermögensverwalter Apollo Global Management konstatiert: „Unter dem Strich warten wir immer noch auf den Return on Invest aus den Projekten, während die Kosten schwer zu kontrollieren sind.“ Dazu kommt: Teure Spezialrechner müssen nach wenigen Betriebsjahren komplett ersetzt werden.

Wie das Handelsblatt schildert, werden starke Quartalszahlen von TSMC oder ASML nicht mehr als Garant für ewiges Wachstum gewertet, sondern bloß als Momentaufnahme. Anleger fordern zunehmend Beweise, dass Künstliche Intelligenz im Alltag nachhaltige Cashflows generiert, statt nur gigantische Rechnungen anzuhäufen.

Renditedruck am Anleihemarkt und Belastung für den Nasdaq 100

Erschwerend kommen steigende Renditen an den Anleihemärkten hinzu, getrieben von US-Staatsschulden und geopolitischen Inflationsrisiken. Während der Nasdaq 100 unter den Abflüssen leidet, zeigt sich der deutsche Dax aktuell übrigens mit einem Plus von 0,33 Prozent auf 25.382 Zähler robust: Ein gewichtiger Grund ist, dass Tech-Werte dort kaum Gewicht haben.

Die Warnsignale mehren sich auch bei den Notenbanken: Laut einer Analyse der Europäischen Zentralbank halten Eurozonen-Anleger über 440 Milliarden Euro in US-Tech-Fonds. Sollte die KI-Blase tatsächlich platzen, droht ein historischer Börsencrash mit ernsten Gefahren für die weltweite Finanzstabilität und Altersvorsorge. (Verwendete Quellen: Bloomberg, Handelsblatt, Chip.de, Deutsche Presse-Agentur)