Metallica-Star James Hetfield spricht aus, was Millionen Konzertbesucher denken – und trifft einen Nerv

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Metallica-Star James Hetfield spricht aus, was Millionen Konzertbesucher denken – und trifft einen Nerv

Politische Predigten auf der Bühne nerven – jetzt setzt Metallica ein Zeichen dagegen

Stand: 14.10.2026, 19:11 Uhr

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Metallica hat eine radikale Botschaft für ein Amerika, das die politischen Äußerungen von Prominenten leid ist: Haltet den Mund und spielt die verdammte Musik.

Las Vegas – Es gibt vielleicht keine Freiheit, die so berauschend ist wie eine Fahrt über einen amerikanischen Highway, mit offenen Fenstern und Musik, die aus den Lautsprechern dröhnt. Eine Freiheit, die einen zumindest für die Dauer eines Liedes glauben lässt, dass die Welt ein schöner Ort ist und alles gut werden wird.

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Dieser Artikel von Gray R. Thomas entstand in Kooperation mit newsweek.com

Nur könnte es heutzutage passieren, dass man mitten im Lied den Sender wechselt, weil der Künstler etwas politisch derart Unerträgliches gesagt hat, dass man den verdammten Song nicht mehr hören kann, ohne daran zu denken.

Plötzlich werden aus den erhofften drei Minuten Glückseligkeit wieder einmal eine unfreiwillige Konfrontation mit der amerikanischen Politik. Vielleicht ist nur eines noch schlimmer als dieses Szenario: gutes Geld dafür zu bezahlen, einen Musiker zu sehen, dessen Lieder man liebt und dessen politische Ansichten man weder kennt noch unbedingt kennenlernen möchte.

Alle Vorgruppen von Ed Sheeran (r.) haben seine US‑Tour verlassen, nachdem Rapper Macklemore (l.) wegen pro-palästinensischer Äußerungen beim Konzert rausflog.

Alle Vorgruppen von Ed Sheeran (r.) haben seine US‑Tour verlassen, nachdem Rapper Macklemore (l.) wegen pro-palästinensischer Äußerungen beim Konzert rausflog. © IMAGO / Dreamstime & IMAGO / ABACAPRESS

Nur um mitten im Konzert festzustellen, dass man offenbar eine Eintrittskarte für eine politische Kundgebung gekauft hat, samt „Free Palestine“-Bekundungen, Verurteilungen Donald Trumps oder einer Predigt über die angebliche Zerstörung Amerikas durch die radikale Linke.

Denn Gott bewahre, dass wir ein Gitarrensolo genießen dürfen, ohne vorher zu klären, wie alle zum Nahen Osten stehen. Man schaue nur auf Ed Sheeran, dessen Tournee zu einem geopolitischen Zirkus wurde, nachdem sein Vorprogramm-Act Macklemore auf der Bühne „Free Palestine“ verkündet hatte.

Es folgten Einwände von Stadionbetreibern, Macklemores Ausschluss, solidarische Absagen anderer Künstler und schließlich Sheeran selbst, der das ganze verdammte Chaos erklären musste. Zur Verteidigung des Publikums sei gesagt: In diesem Fall hat Sheeran sich sein eigenes Grab geschaufelt.

Wenn Prominente das Mikrofon zur politischen Kanzel machen

Nichts ist mehr sicher: Wir können nicht in Ruhe fernsehen, nicht in Ruhe zu Abend essen, nicht in Ruhe reisen, nicht in Ruhe Musik hören und ganz bestimmt nicht in Ruhe im Bett liegen und durch soziale Medien scrollen. Zugegeben, an Letzterem sind wir vielleicht selbst schuld.

Denn irgendwann beschlossen Prominente, dass ein Mikrofon und ein einigermaßen attraktives Gesicht sie dazu qualifizierten, ungefragt Vorträge über Geopolitik zu halten – und wir anderen seien dazu da, zuzuhören.

Deshalb möchte ich Metallica-Frontmann James Hetfield danken. Als er sich am Samstag (10. Oktober) in der Sphere in Las Vegas an die Fans wandte, dankte er ihnen dafür, dass sie ihre Zeit und ihr Geld investiert hatten, um die Band zu sehen.

Dann erklärte er: „Metallica ist nicht hier, um euch wie manche anderen Entertainer mit ihrem Bullshit zu beeinflussen.“ Es gehe darum, die Welt da draußen zu vergessen, und die Agenda der Band sei „Liebe, Energie und harte Musik, Baby!“.

Die radikale Idee, einfach Musik zu spielen

Man stelle sich das vor! Wie revolutionär und unamerikanisch! Ein Musiker erkennt an, dass die Leute dafür bezahlt haben, Musik zu hören, und nicht seine politischen Ansichten. Unfassbar. Es hat etwas beinahe Punkiges, wenn eine berühmte Band beschließt, dass die Bühne für Musik da ist und das Publikum Lieder statt Predigten hören möchte.

Und dass das Radikalste, was ein Künstler 2026 tun kann, vielleicht darin besteht, dem offenbar unwiderstehlichen Drang zu widerstehen, allen anderen vorzuschreiben, was sie denken sollen.

Unsere Musiker müssen weder politisch ungebildet noch moralisch gleichgültig sein … aber wir müssen auch nichts über ihre politische Bildung oder ihre Moral wissen. Sie sollen einfach gute Songs machen und daran denken, dass ein Konzert manchmal ein Konzert ist.

Und dass das größte Geschenk, das sie einem erschöpften amerikanischen Publikum machen können, in diesem beglückenden, befreienden, aufregenden, einzigartigen und zunehmend ungewohnten Vergnügen besteht: den Mund zu halten und die Musik zu spielen.