Polizei warnt: Gefährliche Verunreinigungen und falsche Wirkstoffe in Schwarzmarkt-Abnehmspritzen
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Stand: 14.10.2026, 19:49 Uhr
Der Onlinekauf verschreibungspflichtiger Medikamente ist „normal“ geworden und hat gefährlichen Schwarzmarktprodukten Tür und Tor geöffnet.
Der Boom bei Abnehmspritzen hat den Onlinekauf verschreibungspflichtiger Medikamente zur Normalität werden lassen und der organisierten Kriminalität neue Möglichkeiten eröffnet, warnt die britische Arzneimittelbehörde. Die Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) plant ein härteres Vorgehen gegen Kriminelle, die potenziell gefährliche Abnehmspritzen und andere illegale Medikamente über soziale Medien und Online-Marktplätze verkaufen. In einem Interview mit The Telegraph sagte MHRA-Chef Lawrence Tallon, Abnehmmedikamente auf Basis des Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) hätten die Einstellung der Bevölkerung zum Onlinekauf von Medikamenten erheblich verändert.
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Dieser Artikel von Laura Donnelly entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
„Früher war der Onlinekauf verschreibungspflichtiger Medikamente ein relativ seltenes Phänomen“, sagte er. „Durch die GLP-1-Medikamente ist das zunehmend zur Normalität geworden.“ Diese Medikamente, zu denen Mounjaro und Wegovy gehören, hätten „diese Dynamik in den vergangenen ein bis zwei Jahren wirklich verändert“. Tallon betonte, die Medikamente seien bei sachgerechter Verschreibung hochwirksam, und seriöse Online-Apotheken leisteten einen wertvollen Dienst. Er warnte jedoch, dass Kriminelle die wachsende Nachfrage nach über das Internet gekauften Medikamenten ausnutzten.

„Wir beobachten, dass organisierte Kriminelle immer raffinierter darin werden, die besten Absichten der Menschen auszunutzen“, sagte er. Er warnte davor, dass illegal vertriebene Medikamente falsche Inhaltsstoffe oder gefährliche Verunreinigungen enthalten könnten. Zudem könnten sie unter unhygienischen Bedingungen hergestellt worden sein.
Härteres Vorgehen gegen den illegalen Medikamentenhandel
Die MHRA hat ihre Strategie bis 2030 vorgestellt und ein entschiedeneres Vorgehen gegen nachgeahmte, gefälschte und nicht zugelassene Medikamente angekündigt. Die Behörde erklärte, sie werde ihre Kapazitäten zur Strafverfolgung erheblich ausbauen und zusätzliche spezialisierte Ressourcen für Ermittlungen gegen illegale Anbieter und deren strafrechtliche Verfolgung bereitstellen. Sie werde außerdem mit Betreibern sozialer Medien, Online-Marktplätzen und internationalen Strafverfolgungsbehörden, darunter Interpol, zusammenarbeiten, um kriminelle Netzwerke zu zerschlagen.
Tallon sagte jedoch, Abnehmspritzen seien nicht die größte Gruppe der von Ermittlern beschlagnahmten Medikamente. Zu den weiteren illegal gehandelten Arzneimitteln gehörten Steroide, Mittel gegen Erektionsstörungen und Schlafmittel. Die MHRA beschlagnahmte 2025 fast 20 Millionen Dosen illegal gehandelter Medikamente mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von knapp 45 Millionen Pfund. Darunter waren fast zehn Millionen Dosen Beruhigungs- und Schlafmittel, mehr als vier Millionen Dosen gegen Erektionsstörungen sowie Tausende illegal gehandelter Abnehmprodukte. Die Behörden unterbanden zudem die Aktivitäten von mehr als 1.500 Websites und Social-Media-Konten, die an illegalen Verkäufen beteiligt waren.
Razzia gegen illegale Abnehmprodukte und schnellere Arzneimittelzulassung
Im Mai beschlagnahmte die MHRA bei einer Razzia auf einem Anwesen in Northamptonshire etwa 12.000 Dosen nicht zugelassener Abnehmmedikamente. Es bestand der Verdacht, dass auf dem Anwesen Arzneimittel hergestellt wurden, darunter Tirzepatid und das experimentelle Abnehmmedikament Retatrutid. Tallon rief Patienten dazu auf, sicherzustellen, dass ihre Medikamente von einer medizinischen Fachkraft verschrieben werden, die der entsprechenden behördlichen Aufsicht unterliegt, und über eine seriöse Apotheke bezogen werden.
Die umfassendere Strategie der MHRA sieht außerdem vor, KI und Gesundheitsakten stärker zu nutzen, um gefährliche Nebenwirkungen von Medikamenten früher zu erkennen. Darüber hinaus hat die Behörde Pläne vorgelegt, Zulassungsentscheidungen zu beschleunigen und enger mit dem National Institute for Health and Care Excellence zusammenzuarbeiten, um den Zugang zu neuen Behandlungen zu erleichtern. Ziel ist es, Medikamente bis zu sechs Monate schneller zuzulassen.