Polizeimotorrad kollidierte mit Pidcocks Teamkollegen | radsport-news.com

RSNplusTre Valli Varesini: Zweitplatzierter “stinksauer“ Von Christoph Matt Erst Tom Pidcocks (Pinarello - Q36.5) Ziel-Interview machte den Zwischenfall publik. | Foto: Cor ...

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RSNplusTre Valli Varesini: Zweitplatzierter “stinksauer“

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Polizeimotorrad kollidierte mit Pidcocks Teamkollegen"
Erst Tom Pidcocks (Pinarello - Q36.5) Ziel-Interview machte den Zwischenfall publik. | Foto: Cor Vos

06.10.2026  |  (rsn) - Zum zweiten Mal binnen vier Tagen hat sich Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5) mit Rang zwei begnügen müssen. Beim 105. Tre Valli Varesine (1.Pro) war Jarno Widar (Lotto - Intermarché) war im Sprint einer Dreiergruppe schneller als der Brite, im Ziel ärgerte sich Pidcock aber erstmal über andere Dinge als den verpassten Sieg.

“Ein Polizeimotorrad ist falsch herum auf die Strecke gefahren und in zwei unserer Jungs gekracht. Zuerst wollte ich, dass das Rennen abgebrochen wird oder zumindest selber nicht mehr weiterfahren, ich war stinksauer”, berichtet der Brite im Interview mit Eurosport nach dem Rennen von einem Zwischenfall, der in der Live-Übertragung nicht zu sehen war. ___STEADY_PAYWALL___

Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr kam es bei einem Radrennen zu einer Kollision zwischen einem Auto und einem Radprofi. Nach dem tödlichen Unfall von Finlay Tarling bei der Portugal-Rundfahrt gab es etwa auch bei der Sauerlandrundfahrt einen Zwischenfall mit einem privaten Pkw, dem Louis Leidert (Lidl-Trek Development) auf der abgesperrten Strecke des Zeitfahrens ausweichen konnte.

Nur zwei Drittel  des Trios arbeiteten gut zusammen. Matteo Jorgensen (Visma - Lease a Bike) führte laut Jarno Widar nicht mit. | Foto: Cor Vos

Beim Etoile de Besseges krachte Maxim Van Gils (Red Bull - Bora - hansgrohe) in ein Auto, das plötzlich auf die gesperrte Strecke abgebogen war, und musste das Rennen aufgeben. Bei der diesjährigen Tour of Britain Women geriet Maeve Plouffe (O'Shea - Red Chilli Bikes) nach einem Defekt in den fließenden Verkehr, weil die Streckenposten die Straße zu früh freigegeben hatten. An einem Kreisverkehr verfehlte sie ein entgegenkommendes Auto nur knapp.

Nun war es beim Tre Valli Varese zwar ein Polizeimotorrad der offiziellen Sicherheitskräfte, das in falscher Richtung auf die Strecke fuhr. Trotzdem stehen die Veranstalter natürlich in der Pflicht: Nicht nur die Strecke muss lückenlos abgesperrt sein, alle Fahrer von Motorrädern und Begleitfahrzeugen im Konvoi sollten präzise instruiert werden.

“Die Jungs fahren vorne für mich und dann lagen zwei von vier am Boden. Zum Glück war Marcel okay, er konnte weitermachen. Tom war am Ende ebenfalls okay, aber er hat das Rennen beendet. Er hat ein paar Stiche im Knie, aber solche Dinge sollten einfach nicht passieren”, kritisierte der 27-Jährige.

Attacke trotz schwerer Beine

Danach fand Pidcock aber augenscheinlich wieder ins Rennen. 13 Kilometer vor dem Ziel  attackierte der amtierende MTB-Weltmeister und löste sich auf der letzten Runde des Stadtkurses mit Matteo Jorgenson (Visma-Lease a Bike) und Widar vom Rest des Feldes. “Pidcock war heute sehr stark. Als er losgefahren ist, musste ich mich richtig strecken, um mithalten zu können. Wir beide haben gut zusammengearbeitet, Jorgenson wollte nicht, aber jeder hat seine eigene Strategie”, kommentierte der Belgier das rennentscheidende Manöver seines Fluchtkollegen.

Einen sonderlich guten Tag attestierte sich Pidcock allerdings trotz der Attacke nicht: “Meine Beine fühlten sich etwas schwer an. Bei diesen Rennen am Ende des Jahres ist das Gefühl immer ein bisschen schwammig. Ich muss mich also einfach weiter konzentrieren. Am Ende war ich trotzdem noch ziemlich stark und kann zufrieden sein, wo ich stehe.”

 Deutlich gewann Widar den Sprint bei seinem ersten Profisieg. | Foto: Cor Vos

Den Sprint gegen den durchaus endschnellen Pidcock gewann Widar unerwartet deutlich. Im Ziel zeigte sich der ehemalige Cyclocross-Weltmeister fast ein wenig überrascht: “Ich habe nicht mit dem Antritt von Jarno gerechnet, ich meine, jetzt weiß ich es. Es ist gut fürs nächste Mal zu wissen, er war wirklich schnell. Ich weiß nicht, wie viel Vorsprung er vor uns rausgeholt hat, aber als er angetreten ist, bin ich sofort hinterher. Er hatte aber bereits eine Lücke und es war nicht mehr weit bis ins Ziel. Ein sehr beeindruckender Sprint von ihm, Chapeau”, zollte er dem Sieger Respekt. Immerhin konnte er Jorgenson recht souverän auf Distanz halten.

Passt die Tagesverfassung am Samstag, dürfte Pidcock bei der Lombardei-Rundfahrt (1.UWT) zum engeren Favoritenkreis gehören. Der anspruchsvolle Kurs wird allerdings auch Widar liegen, immerhin weiß Pidcock spätestens jetzt, dass er sich im Finale nicht unbedacht auf seinen Sprint gegen den 20-Jährigen verlassen wird können