Premier League spricht Man City in Finanz-Affäre schuldig
Manchester City ist von einer unabhängigen Kommission in allen Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden worden. Das hat die Liga nun offiziell bestätigt.
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Eine Milliarde Euro verschleiert Premier League spricht Man City in Finanz-Affäre schuldig
Stand: 29.09.2026 • 20:16 Uhr
Manchester City ist von einer unabhängigen Kommission in allen Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden worden. Das hat die Liga nun offiziell bestätigt.
Es ist einer der größten Skandale in der Geschichte des englischen Fußballs. Der Ex-Verein von Trainer Pep Guardiola muss nun mit schweren Sanktionen rechnen, zu denen ein massiver Punktabzug oder sogar der Ausschluss aus der Premier League gehören könnten. Richard Masters, Chef der Premier League, bezeichnete das Verfahren und die Entscheidung als "den bedeutendsten Fall in der Geschichte der Premier League".
Mögliche Strafe steht noch aus
Nachdem die Vorwürfe nun als erwiesen gelten, soll über die Strafen gegen den mehrmaligen englischen Meister in einer weiteren Anhörung vor der unabhängigen Kommission gesondert entschieden werden, wie die Premier League mitteilte.
Manchester City reagierte enttäuscht auf die veröffentlichte Stellungnahme der Premier-League-Kommission und beteuerte seine Unschuld. Der Verein kündigte in einem Statement an, dass man Berufung einlegen werde. Die Entscheidung enthalte "eindeutige wesentliche Fehler in rechtlicher Hinsicht sowie bei Grundsätzen und Tatsachen" und sei daher nicht tragfähig.
Eine Milliarde Euro künstliche Einnahmen
Laut der unabhängigen Kommission habe Manchester City durch die Scheinverträge mit Sponsoren "die Einnahmen künstlich erhöht und seine Kosten gesenkt". Es handele sich um eine Summe von 900 Millionen Pfund, was etwas mehr als einer Milliarde Euro entspricht.
Wie die Premier League weiter mitteilte, habe der Verein falsche Jahresabschlüsse vorgelegt und die tatsächliche Finanzlage vor seinen Wirtschaftsprüfern und den Fußball-Aufsichtsbehörden verschleiert.
Ausgabenobergrenze überschritten
Manchester City habe damit sowohl die Ausgabenobergrenzen der Premier League als auch die der UEFA erheblich überschritten. Außerdem habe City während der Untersuchung durch die Premier League mehrfach gegen seine Pflichten zur Zusammenarbeit verstoßen..
Der Verein kann gegen die Feststellungen bis Freitag (01.10.2026) Berufung einlegen. Über die Sanktion wird in einer gesonderten Anhörung entschieden. Was dem Klub droht, erläuterte die Sportschau ausführlich hier.
Verfahren dauerte mehr als drei Jahre
Die Premier League hatte Man City im Februar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen angeklagt, die durch die Enthüllungen der "Football Leaks" im "Spiegel" ausgelöst worden waren.
Die Vorwürfe beziehen sich im Kern auf die Jahre 2009 bis 2018, in denen der Club dreimal englischer Meister wurde. Sie reichen von falschen Angaben zu Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter. Obendrein soll City bei der Aufklärung nicht ausreichend mit der Liga kooperiert haben.
Der Verein, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, wies die Vorwürfe immer wieder zurück. Am Freitag (25.09.2026) hatte das Portal "The Athletic" bereits über den Schludspruch berichtet.
Clubchef Khaldoon Al Mubarak schrieb daraufhin an die Fans, die Zuversicht, die Unschuld des Clubs zu beweisen, sei ungebrochen. Er sieht City im Visier von Gegnern: Es gebe "noch immer viele, die den Aufschwung unseres Clubs untergraben wollen".
Schon 2020 wurde Man City bestraft
Es ist nicht das erste Mal, dass Man City bestraft wird. Schon 2020 hatte die UEFA City wegen Verstößen gegen das "Financial Fairplay" für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die Sperre auf und senkte die Geldstrafe von 30 auf 10 Millionen Euro.
Quelle: dpa/sid/red