Jörn Lauterbach: „Bei Promis noch bei Paris Hilton“
Hamburg „Promis? Da steh ich noch bei Paris Hilton“ Jörn Lauterbach, Präsident des Presseclubs und Chef der Lokal-Ausgabe der „Welt“ Berthold Fabricius ...
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Hamburg
„Promis? Da steh ich noch bei Paris Hilton“
Der Präsident des Hamburger Presseclubs im Jubiläums-Fragebogen über die Bedeutung von Journalismus – und sein liebstes MOPO-Klischee.
Jörn Lauterbach, Präsident des Hamburger Presseclubs, leitet das Lokalressort der „Welt“, das der Medien-Konzern Springer bald schließen wird. Im MOPO-Fragebogen schreibt er über Journalismus, Exzess und einen Kuss in Peter Tschentschers Viertel.
Die MOPO feiert Geburtstag
Die MOPO wird 77 und kämpft, wie viele Medienhäuser, weiter um ihre Zukunft. Aber wer guckt hin, wenn wir es nicht tun? Dieser Artikel entstammt unserer aktuellen WochenMOPO-Jubiläumsausgabe. 128 Seiten, prallvoll mit Geschichten – jede einzelne ein Beleg dafür, dass Demokratie Reporter braucht. Damit Artikel wie dieser auch künftig geschrieben werden können, brauchen wir Sie. Mit einem MOPO+-Abo können Sie dazu beitragen, dass es in Hamburg auch künftig Lokaljournalismus gibt.
1. Springer stellt zum Jahreswechsel den Hamburger Lokalteil der „Welt am Sonntag“ ein, den Sie leiten. Was sagt Ihr Herz dazu und was Ihr Kopf?
Journalismus macht man immer mit Herz und Kopf gleichzeitig, deswegen: Es ist in beiden Sphären bitter. Man kann sich das nicht schönreden, auch wenn es für mich selbst als Nord-Korrespondent weitergeht.
Jörn Lauterbach über die Bedeutung von Journalismus für die Demokratie
2. Lokaljournalismus ist in einer Demokratie ja eigentlich unverzichtbar. Warum noch mal?
Städte und Regionen funktionieren nur als Gemeinschaft der Vielen, und guter Lokaljournalismus gibt dem Ganzen die notwendige Klammer. Er verbindet zusätzlich dadurch, dass er eine Wächterfunktion wahrnimmt.
3. Wenn Sie für einen Tag Chefredakteur bei der MOPO wären: Welche Schlagzeile würden Sie sich wünschen?
Deutschlands Schulbildung weltweit in der Spitzengruppe – dann würden sich mittelfristig auch viele andere gesellschaftliche Probleme, die sich auch an den Wahlurnen zeigen, lösen.
4. Welches ist Ihr liebstes MOPO-Klischee – und was ist dran?
Als Kollege: Dass die Zeitungsproduktion um eine große, nie endende Party herum organisiert wird. Aber ich befürchte, das Klischee stimmte früher mehr als heute.
5. Ihr Guilty Pleasure bei der Nutzung von Boulevardmedien?
Ich bin aufrichtig bekennender Boulevard-Leser! Deswegen lese ich auch Promi-Geschichten aller Art, wobei ich die Beteiligten immer seltener kenne. Im Grunde bin ich so in der Zeit von Paris Hilton stehen geblieben.
6. Mal ehrlich: Haben Sie schon mal ein Probe-Abo bei der MOPO abgeschlossen und gleich wieder gekündigt? Für welche Geschichte?
Nein, hab’ ich nie. Ich habe ein aufrichtiges Abo seit vielen Jahren, das mein Verlag netterweise zahlt.
Hier war sein schlimmste Absturz
7. Ihr schlimmster Absturz in einer Hamburger Kneipe fand wo statt und endete wie?
Früher war ich sehr gern und lang im „439“ in der Schanze, da gab es brutale Mischungen. Zum Glück wohnte ich immer in der Nähe …
8. An welchem Ort hatten Sie Ihren ersten Kuss?
In einer Hochhaussiedlung in Bremen-Tenever, in der auch Bürgermeister Peter Tschentscher aufwuchs (habe aber jemand anderen geküsst).