„Kein Frieden ohne Land“: Peskow demontiert Trumps Waffenruhe-Coup – und enthüllt Putins wahre Not

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„Kein Frieden ohne Land“: Peskow demontiert Trumps Waffenruhe-Coup – und enthüllt Putins wahre Not

Putin schweigt, Trump prahlt: Beide täuschen über ihre innenpolitische Not hinweg

Stand: 13.10.2026, 13:33 Uhr

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Trump und Putin inszenieren sich als Friedensmacher – doch beide stehen innenpolitisch unter massivem Druck. Was wirklich hinter der Waffenruhe steckt.

Moskau/Washington, D.C. – Donald Trump und Wladimir Putin schienen am Sonntag ihre makabre Tanzpartnerschaft wieder aufzunehmen, als Trump damit prahlte, die Zustimmung sowohl Russlands als auch der Ukraine zu einer Waffenruhe für die Energieinfrastruktur erwirkt zu haben. Laut Trump würden die Russen aufhören, ukrainische Kraftwerke zu bombardieren, und die Ukrainer ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien einstellen. Bei demselben Auftritt vor Medienvertretern fügte Trump hinzu, es sei „Zeit für die Ukraine, einen neuen Präsidenten zu bekommen“.

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Dieser Artikel von Robert Service entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk

Wolodymyr Selenskyj stellte umgehend klar, dass er zum ersten Mal von einer Vereinbarung über eine Waffenruhe höre. Er sagte auch, er werde Neuwahlen abhalten, wenn Putin eine Waffenruhe von 60 Tagen garantiere. Die Russen ließen sich mit einer öffentlichen Reaktion auf Trump mehr Zeit, und der Inhalt der „Vereinbarung“ wurde nicht offengelegt. Doch der Kreml kam um eine Stellungnahme nicht herum: Putins Sprecher Dmitri Peskow stellte heute klar, dass Russland niemals einer vorübergehenden Waffenruhe zustimmen werde, sondern nur einem dauerhaften Frieden.

Putin und Trump

Trump betont immer wieder seine angeblich gute Beziehung zu Putin. (Archivbild). © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Trumps großspurige Behauptungen sind als solche entlarvt worden. Er muss einen Erfolg bei der Senkung der Preise an amerikanischen Tankstellen vorweisen – oder behaupten –, damit die Republikaner bei den bevorstehenden Zwischenwahlen bessere Chancen haben. Landwirte und Speditionen werden durch den drastischen Anstieg der Dieselpreise an den Rand ihrer Existenz gedrängt. Trump wird dafür verantwortlich gemacht, einen Krieg gegen den Iran begonnen zu haben, der das weltweite Angebot einbrechen ließ. Sein Ansehen in den USA war noch nie so niedrig, und nicht zum ersten Mal sucht er Trost beim Tanz mit seinem Wunschpartner in Moskau.

Putin unter Druck durch Steuererhöhungen und Kriegskosten

Auch Putin befindet sich in einer schwachen Position. Vor den Parlamentswahlen im September hatte seine Regierung versprochen, dass es keine weiteren Steuererhöhungen geben werde, und die Wähler unterstützten entsprechend seine Kandidaten. Kaum hatte die Partei Einiges Russland die Wahl gewonnen, kündigte das Finanzministerium an, dass eine Steuererhöhung notwendig sei. Diesmal weigerten sich sogar die russischen Großunternehmen, die neuen Forderungen von Putins Regierung zu akzeptieren. Ihr Beschwerdebrief wurde der Presse zugespielt und veröffentlicht.

Die Unternehmer wandten sich insbesondere gegen die Übergewinnsteuer, die überraschend auf den Bergbausektor abzielte. Doch auch die einfachen Bürger beklagten sich über die seit Ende 2025 erhobene höhere Mehrwertsteuer. Einiges Russland mag bei den Wahlen abermals triumphiert haben. Doch die Russen dürften die finanziellen Folgen ihrer Unterstützung für einen Präsidenten und dessen Partei kaum begrüßen, die eine „militärische Spezialoperation“ führen, durch die sich die Lebenshaltungskosten erhöht haben.

Meinungsumfragen zeigen, soweit sie in einem Polizeistaat überhaupt sachgerecht durchgeführt werden können, einen stark wachsenden Wunsch nach einem Ende der Kämpfe. In den sozialen Medien ist die Rede davon, dass Putin bald eine weitere Massenmobilisierung ankündigen müsse. Als er dies zuletzt im September 2022 tat, kam es zu Straßenprotesten, woraufhin er stattdessen die Prämien für freiwillige Rekruten erhöhte. Doch die Zahl der Todesopfer liegt unverändert bei rund 30.000 im Monat. Die Armee braucht mehr Männer an der Front, als sich allein mit Geld gewinnen lassen, und Putin steht vor einer unangenehmen Entscheidung.

Der Krieg belastet zunehmend auch Russland

Russlands eingeschüchterte Presse und Fernsehsender wiederholen seine Behauptung, der Krieg verlaufe gut. Diese Darstellung zählt wenig, wenn Rauch aus den Ölraffinerien aufsteigt und Lagerhäuser des Einzelhandels von ukrainischen Drohnen angegriffen werden. Russische Autofahrer wissen, selbst wenn sie weder Zeitungen lesen noch Fernsehsendungen verfolgen, dass die Treibstoffengpässe an den Tankstellen mit einem Krieg begannen, der innerhalb weniger Tage beendet sein sollte, inzwischen aber in sein fünftes Jahr geht.

Es ist ohnehin fraglich, ob die weltweiten Preise für Ölprodukte, ob Diesel oder andere, mit dem Ende jenes anderen Krieges, der derzeit im Nahen Osten tobt, stark fallen werden. Unterdessen treffen russische Raketen weiterhin ukrainische Städte, und der Ukraine steht ein weiterer kalter Winter bevor. Wie lange die russische Gesellschaft einschließlich ihrer Großunternehmen noch dulden wird, dass Putin die Interessen seines Landes auf so grausame Weise missachtet, lässt sich unmöglich sagen. Doch sein Stern steigt, ebenso wie der Trumps, nicht mehr.

Putin hat sich zu der Einigung, die Trump nach eigenen Angaben erzielt hat, nicht geäußert. Anders als der Amerikaner versteht der Russe den Nutzen des Schweigens. Doch sein Verzicht auf Rhetorik vermag nicht zu verbergen, wie tief seine Sorgen reichen.