Qatar Airways, Etihad Airways: Mehrere Fluggesellschaften streichen Flüge nach Saudi-Arabien
Wegen der zunehmenden Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien haben mehrere Fluggesellschaften aus der Golfregion ihre Verbindungen in das Land gestrichen. Qatar Airways setzte Flüge von und...
- 3 min read
Wegen der zunehmenden Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien haben mehrere Fluggesellschaften aus der Golfregion ihre Verbindungen in das Land gestrichen. Qatar Airways setzte Flüge von und nach Riad sowie Dammam nach eigenen Angaben vorübergehend aus. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der aktuellen Lage.
Auch Etihad Airways annulliert alle Verbindungen zwischen Abu Dhabi und den saudi-arabischen Städten Riad, Dschidda und Dammam wegen »regionaler Störungen«. Sämtliche Flüge zwischen Abu Dhabi und Riad seien bis zum 19. Oktober gestrichen, teilte die Fluggesellschaft mit.
Die saudi-arabische Hauptstadt Riad ist unterdessen am Montagabend erneut von mehreren heftigen Explosionen erschüttert worden. In einer Textnachricht waren die Bewohner kurz zuvor vor einer »feindlichen Bedrohung aus der Luft« gewarnt worden. Die Huthi-Miliz aus dem Jemen erklärte, sie habe erneut den internationalen Flughafen in Riad mit einer Rakete angegriffen. Beide Seiten machten widersprüchliche Angaben dazu, ob die Rakete abgefangen wurde oder ihr Ziel traf.
Bei Angriffen auf den Flughafen starben zuletzt 18 Menschen. Allein bei dem Angriff am Samstag wurden 13 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Bei einer Attacke auf den Flughafen der im Süden gelegenen Stadt Abha kamen am Dienstag zwei Menschen ums Leben.
Der Flughafen in Riad ist seit dem schweren Angriff vor wenigen Tagen geschlossen. Die Luftfahrtbehörde verlängert die Sperrung bis Samstag, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.
Konflikt eskaliert im Zuge des Irankriegs
Im Jemen kämpfen die Huthis seit Jahren gegen die international anerkannte Regierung und haben dabei weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Während die Miliz von Iran unterstützt wird, steht eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hinter der Regierung. Zuletzt übernahmen die Huthis die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
Der Bürgerkrieg, bei dem von Hunderttausenden Toten durch direkte und indirekte Kriegsfolgen ausgegangen wird, ist im Zuge des Irankriegs neu entflammt. Die Huthi-Miliz greift Saudi-Arabien an, seitdem von den Saudis unterstützte Kräfte im Jemen eine Offensive gestartet hatten, um die von den Huthis kontrollierten Gebiete zurückzuerobern. Die Rebellen eröffneten im Juli eine neue Front im Nahostkonflikt mit Angriffen auf die saudi-arabische Energieinfrastruktur und Tanker im Roten Meer.
-
7 Min
-
2 Min
-
2 Min
Die USA – einer der wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens – könnten wie schon 2024 und 2025 neue Militärschläge im Jemen beginnen. Die Huthi-Miliz warnte die USA jedoch vor einer Einmischung. In diesem Fall müssten die USA mit einer »schnellen und schmerzhaften Reaktion« rechnen, sagte Politbüromitglied Mohammed al-Bukhaiti der Nachrichtenagentur AFP. Er forderte alle Beschäftigten in saudi-arabischen Ölanlagen und Flughäfen auf, sich von ihren Arbeitsorten fernzuhalten. Diese seien »legitime Ziele«.
Die Attacke der Huthis auf den Flughafen Riad war die tödlichste seit mehr als einem Jahrzehnt in Saudi-Arabien. Das verstärkt den Druck auf das Königreich, militärisch zu reagieren, mit dem Risiko einer Eskalation. Lesen Sie hier mehr .