„Radbod Gallery“ zeigt 30 Banner auf über 100 Metern – Jazz-Trio spielt zur Eröffnung Steigerlied

wa.deHammBockum-HövelStand: 07.09.2026, 08:00 UhrKommentareUns auf Google folgenWillkommen auf Radbod: Zwischen den Schachtgerüsten 1 und 2 findet die Ausstellungseröffnung statt. Auch eine Führung durch eines ...

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„Radbod Gallery“ zeigt 30 Banner auf über 100 Metern – Jazz-Trio spielt zur Eröffnung Steigerlied

Stand: 07.09.2026, 08:00 Uhr

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Luftbild, Zeche Radbod Schacht 1 und 2 und Fördertürme, Bockum-Hövel, Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Willkommen auf Radbod: Zwischen den Schachtgerüsten 1 und 2 findet die Ausstellungseröffnung statt. Auch eine Führung durch eines der Maschinenhäuser ist geplant. © Hans Blossey

Zwischen den Schachtgerüsten Radbod 1 und 2 eröffnet am Montag eine Fotoausstellung zur Zechen-Geschichte und Zukunft des Gebäude-Ensembles. Die Schau ist rund um die Uhr zugänglich.

Hamm – Drei Fördertürme plus Maschinenhäuser, allesamt denkmalgeschützt: Bockum-Hövel verfügt über ein einzigartiges architektonisches Zeugnis der Bergbau-Ära. Das imposante Ensemble wird nun Gegenstand und Schauplatz einer Fotoausstellung, die die Entwicklung dieser Ex-Zeche und weiterer Industriestandorte in den Blick nimmt. Und der Steiger? Er groovt und swingt bei dieser einzigartigen Gelegenheit …

Knut Haimhof

Knut Haimhof ist der Pianist von „Standard Times“. © privat

Die Ausstellung wird am Montag, 7. September, ab 16 Uhr mit viel Prominenz und Extra-Events eröffnet. Sie besteht aus knapp 30 Bannern, die auf einer Gesamtlänge von mehr als 100 Metern entlang von Zäunen zu bewundern sind, und trägt den Titel „Radbod Gallery – Gestern. Heute. Morgen.“ Konzipiert wurde die Schau vom Verein „Die Strecke“. Er lädt auch zur Premiere ein. Bei dieser unterhält das bekannte Jazz-Duo „Standard Times“ die Gäste, das sich mit einem 19-jährigen Schlagzeuger verstärkt hat.

Ausstellung zwischen den Schachtgerüsten Radbod 1 und 2: Extra-Events und Aha-Erlebnisse

Der genaue Ort des Geschehens ist die Freifläche zwischen den beiden Schachtgerüsten Radbod 1 und 2 an der Straße „An den Fördertürmen“. Er markiert zugleich den Auftakt der Strecken-Galerie, die der Verein seit 2023 als Kunstweg inszeniert. Die Ausstellung ist als 24-Stunden-Galerie konzipiert. Im ersten Teil der Präsentation sind Bilder aus dem aktiven Leben der Zeche Radbod und ihrer Menschen zu sehen. Im zweiten Abschnitt gibt es eindrucksvolle Beispiele, wie ehemalige Industriegebäude, in zukunftsfähige Projekte transformiert wurden.

Der Streckenverein geht hierbei weit in die Geschichte zurück – und zeigt Beispiele, die Aha-Erlebnisse hervorrufen. Zu sehen sind etwa Kirchen, die zu Buchgeschäften wurden, mittelalterliche Bootswerften, in denen Venedigs Biennale stattfindet, und Gefängniszellen, die heute Hotelgäste beherbergen. Der Bergbau ist mit Cafés, Gastronomie, Theater, Kaufhäusern, Werkstätten, Kunstprojekten, Ateliers und mehr als Nachfolgenutzungen vertreten.

Prominenz und Führung durch Maschinenhalle

Die Liste der Gastredner ist lang und mit bekannten Namen gespickt. Bärbel Bergerhoff-Wodopia ist dabei, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Auch der Bockum-Höveler Peter Schrimpf spricht. Er war bis Mitte Juni 2025 Vorstandsvorsitzender der RAG AG und ist Schirmherr der Strecke.

Rainer Wilkes

Rainer Wilkes spielt den akustischen Bass. © privat

Ebenso mit von der Partie: Burkhard Reher, Leiter der Regionaldirektion Hamm der Volksbank Dortmund als Sponsor, Hamms Landtagsabgeordneter Justus Moor, Bezirksbürgermeister Klaus Jendreiek, Andreas Heppe, Investor des Lokschuppens der ehemaligen Zeche General Blumenthal, und Ludger Hinse, Künstler mit Atelier auf der Ex-Zeche General Blumenthal. Werner Reumke, Vorsitzender des Streckenvereins, moderiert. Vorstandskollegin und Ehefrau Christiane Reumke führt durch die Ausstellung.

Zu den Extras gehört gegen 17 Uhr eine Führung durch die Maschinenhalle 1, in der die Fördermaschine aus dem Jahr 1908 zu bewundern ist. Der ehemalige Radbod-Betriebsratsvorsitzende Arthur Ensenbach berichtet Wissenswertes dazu. Auch warten Info-Punkte auf die Gäste, etwa eine Wäscheklammer-Galerie, präsentiert vor einem Oldtimer.

Pianist ist 70, Schlagzeuger 19

Für das leibliche Wohl sei gesorgt, heißt es. Auch akustisch wird einiges geboten: Das Duo „Standard Times“ besteht aus Knut Haimhof (Klavier, 70 Jahre) und Rainer Wilkes (Bass, 64), im Hauptberuf Redakteur bei der Lippewelle. Am Montag spielt der Schlagzeuger Jannes Niewerth an ihrer Seite. Der junge Mann aus Hamm hielt bereits im Alter von sechs Jahren seine ersten Drumsticks in den Händen. Im Oktober beginnt sein Schlagzeugstudium an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

Jannes Niewerth

Jannes Niewerth verstärkt „Standard Times“ als Drummer. © privat

„Standard Times“ ist mehrfach beim Kulturfestival H4 aufgetreten. In generationsübergreifender Trio-Besetzung präsentiert die Band bekannte Jazz-Titel aus früheren Jahrzehnten. Und es liefert eine besondere Interpretation des Steigerliedes. „Mit groovigen und swingenden Tönen“, kündigen die Musiker an.

Bilder hängen bis zum 4. Oktober

Bassist Wilkes war während seines Studiums Mitglied in Fusion-, Blues- und Deutschrockbands und arbeitet seit 30 Jahren mit zahlreichen Jazz-, Rock- und Folkmusikern im Ruhrgebiet und angrenzenden Regionen zusammen. Den Drummer Jannes Niewerth lernte er in der Blasmusik Mark kennen. Beide waren hier als Aushilfe im Einsatz. Als Teil der Bigband „Wir wollen nur spielen“ von Thomas Seidel sind sie bereits am Samstag, 5. September, in der Höveler City zu hören, wenn der örtliche Aktionskreis ab 16 Uhr zum neuen Format „Musik und Genuss auf dem Markt“ einlädt.

Pianist Haimhof war Gründungsmitglied im Mainstream-Quintett, das 1979 den ersten Preis bei „Jugend jazzt“ gewann. WDR-Aufnahmen und zahlreiche Auftritte folgten, etwa 2022 und 2025 als Gast der Westfalen Big Band (Haltern).

Die „Radbod Gallery“ ist bis zum 4. Oktober zu sehen – und wird auch den Besuchern des Denkmal-Tags ins Auge fallen. An dem Sonntag, 13. September, von 13 bis 15 Uhr kann der Radbod-Schacht 1 besichtigt werden. Zur Ausstellungseröffnung sind alle Interessierten willkommen.