Räumung von besetztem Gebäude in Rom: Eigentümer spenden 500.000 Euro

Wohnungsnot Räumung von besetztem Gebäude in Rom: Eigentümer spenden 500.000 Euro Der zehnstöckige Gebäudekomplex Spin Time war 13 Jahre lang besetzt. Nach einem Brand Ende Juli leben rund 400 ehemalig...

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Räumung von besetztem Gebäude in Rom: Eigentümer spenden 500.000 Euro

Wohnungsnot

Räumung von besetztem Gebäude in Rom: Eigentümer spenden 500.000 Euro

Der zehnstöckige Gebäudekomplex Spin Time war 13 Jahre lang besetzt. Nach einem Brand Ende Juli leben rund 400 ehemalige Bewohner in Zelten auf der Straße

Rom – Die Eigentümer des Gebäudekomplexes Spin Time in Rom wollen 500.000 Euro bereitstellen, um die Stadt bei der Unterbringung der Menschen zu unterstützen, die nach einem Brand aus dem seit Jahren besetzten Gebäude evakuiert wurden. Das teilte die Immobiliengesellschaft Investire Sgr am Mittwoch mit.

Der zehnstöckige Gebäudekomplex war 13 Jahre lang besetzt. Darin wohnten vor allem Migranten und bedürftige italienische Familien. Nach einem Brand am 29. Juli mussten die Behörden das Gebäude räumen. Seitdem leben rund 400 ehemalige Bewohner des Gebäudes, darunter Kinder sowie ältere und Menschen mit Behinderungen, in Zelten auf der Straße vor dem Komplex. Die Betroffenen sind dabei der anhaltenden Hitzewelle in Italien ausgesetzt.

Ein Mann mit blondem Haar sitzt auf einem Campingstuhl im Freien, inmitten von schattigen und sonnendurchfluteten Bereichen. Hinter ihm sind blaue Decken und Umrisse von Zelten oder Campingequipment sichtbar. Die Umgebung deutet auf eine improvisierte Situation hin.
Die ehemaligen Bewohner des Gebäudekomplexes Spin Time sind der anhaltenden Hitzewelle in Italien ausgesetzt.

Verhandlung über Kauf

Die linke Stadtregierung Roms hatte zuvor mit den Eigentümern über einen Kauf des Gebäudes verhandelt. Der Komplex sollte anschließend für sozialen Wohnraum genutzt werden. Die Gespräche scheiterten jedoch in der vergangenen Woche. Der geplante Kauf war politisch umstritten. Kritiker, darunter die rechte Regierungspartei Fratelli d'Italia (FdI – Brüder Italiens) von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, hatten davor gewarnt, mit einem Erwerb durch die Stadt letztlich die jahrelange Besetzung des Gebäudes zu belohnen.

Mit der nun angekündigten Spende wollen die Eigentümer nach eigenen Angaben einen Beitrag zur Bewältigung der akuten Wohnungsnot leisten. Die konkrete Verwendung der 500.000 Euro soll der Stadt Rom überlassen bleiben. Die Kommune müsse die notwendigen Einrichtungen und Dienstleistungen bestimmen und die entsprechenden Verfahren organisieren, erklärte die Immobiliengesellschaft Investire Sgr.

Für die rund 400 Menschen, die seit der Evakuierung unter teilweise schwierigen Bedingungen vor dem Gebäude ausharren, bleibt die dauerhafte Unterbringung damit weiterhin ungeklärt. Besonders angesichts der hohen Temperaturen stellt die Situation für vulnerable Bewohner eine zusätzliche Belastung dar.

Sozial- und Kulturzentrum

Das Gebäude Spin Time nahe der Basilika Santa Croce in Gerusalemme war seit 2013 besetzt. Dort lebten überwiegend Migranten sowie einige italienische Familien, die nach eigenen Angaben keinen Zugang zum regulären Wohnungsmarkt haben. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Immobilie zudem zu einem Sozial- und Kulturzentrum mit Sprachkursen, Beratungsangeboten, Konzerten und Ausstellungen. Die Immobilie wurde seit der Besetzung ohne rechtliche Grundlage genutzt. Behörden und konservative Parteien sprechen daher von einer illegalen Hausbesetzung. Unterstützer sehen in Spin Time hingegen ein soziales Projekt und eine Antwort auf die Wohnungsnot in Rom.

Der Fall beschäftigt die Öffentlichkeit auch wegen der hohen Wohnkosten in Rom. In der Hauptstadt sind bezahlbare Wohnungen knapp, während Mieten in vielen Vierteln in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Spin Time ist damit zu einem Symbol für den Konflikt zwischen steigenden Wohnkosten, fehlendem sozialen Wohnraum und der Frage geworden, wie mit illegal besetzten Gebäuden umzugehen ist.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Gebäude 2019, als nach einer Stromsperre der päpstliche Almosenbeauftragte, der polnische Kardinal Konrad Krajewski, den versiegelten Stromanschluss wieder öffnete. Die Aktion sorgte damals für eine politische Kontroverse in Italien. Im vergangenen Mai hatte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) das Gebäude besucht und Vertreter der Familien getroffen, die in dem Haus lebten. Er würdigte das Projekt als Modell städtischer Erneuerung. Die Bewohnergemeinschaft von Spin Time erklärte damals, Ludwigs Besuch sei ein wichtiges Signal für die soziale Bedeutung des Projekts, und verwies auf die Wohnungspolitik Wiens. (APA, 12.8.2026)

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