Plötzlich Pfiffe im Volkspark – HSV-Trainer äußert sich
HSV „Reaktion war interessant“: Pfiffe im Volkspark verwundern HSV-Trainer Polzin Merlin Polzin sprach während der „Hydration Breaks“ gegen Everton zu seinen HSV-Profis. Witters ...
- 3 min read
HSV
„Reaktion war interessant“: Pfiffe im Volkspark verwundern HSV-Trainer Polzin
Beim HSV-Test gegen Everton sorgten zwei „Hydration Breaks“ für Frust im Stadion. Was hinter dem Ärger der Zuschauer steckt – und wie Trainer Merlin Polzin das Thema einordnet.
Pfiffe im Volksparkstadion gab es in jüngerer Vergangenheit eigentlich nur für die Gegner oder wegen Schiedsrichter-Entscheidungen zuungunsten des HSV. Am Samstag, als die Profis von Merlin Polzin gegen den FC Everton (1:2) testeten, hatten die lauten Unmutsbekundungen aber einen anderen Grund. Schiedsrichter Harm Osmers bat in der Mitte der beiden Spielhälften jeweils zu einer Trinkpause – und die verbale Quittung folgte von den Rängen.
Die fast 40.000 Zuschauer fühlten sich offenbar an die Weltmeisterschaft erinnert, als sie realisierten, dass es im Volkspark eine sogenannte „Hydration Break“ gibt. Die Spielunterbrechung, die der Referee zuvor mit den beiden Mannschaften abgesprochen haben soll, kam für die Fans plötzlich und führte nach knapp 25 Minuten erstmals zu einem Pfeifkonzert. Es ist ein Phänomen, das so auch in den WM-Stadien zu hören war.
„Hydration Breaks“ sorgten bei der WM für Diskussionen
Anzeige
Aufgrund der Hitze in Nordamerika waren die Trinkpausen bei dem Turnier teilweise berechtigt – in Arenen mit großer Kühlanlage wie dem NRG Stadium in Houston wurden sie aber selbst von den Nationalspielern als überflüssig erachtet. Die FIFA führte als Begründung die Gewährleistung von identischen Bedingungen in jeder Spielstätte an, sah sich aber dennoch Vorwürfen der zunehmenden Kommerzialisierung ausgesetzt. Denn viele übertragende TV-Anstalten nutzten die rund dreiminütigen „Hydration Breaks“, um Werbung zu schalten.
Der Test gegen Everton wurde lediglich bei HSVtv und auf dem YouTube-Kanal des Vereins übertragen. Wie viele Zuschauer des Livestreams verwundert waren, ist nicht überliefert, die Pfiffe im Stadion wunderten aber nicht zuletzt Polzin. „Die Reaktion war schon interessant“, findet der Trainer, zumal die für gewöhnlich meinungsstarken Ultras gar nicht vor Ort waren. Sie sorgten am Samstag jedenfalls nicht für organisierten Support auf der Nordtribüne.
Anzeige
HSV-Test gegen Everton wurde zweimal unterbrochen
Die Temperaturen bewegten sich rund um das Volksparkfestival bei knapp unter 30 Grad, nach dem Anpfiff des Männer-Testspiels (17 Uhr) kühlte es stückweise ab. Polzin bezeichnet die vereinbarten Trinkpausen mit Blick auf die Everton-Partie als „normal, weil es einfach warm war“. Generell betrachtet er die Praxis, die sich bei der WM etablierte, aus mehreren Perspektiven.
Anzeige
„Wenn es einfach warm ist und der Sicherheit sowie der Gesundheit der Spieler hilft, sollte man es auf jeden Fall machen. Denn dafür ist alles, was davor und danach passiert, unfassbar intensiv“, sagt Polzin einerseits und verweist auch auf die willkommene Chance für die Trainer, während der kurzen Pausen taktisch Einfluss zu nehmen. Andererseits stellt er klar: „Wenn es einfach nur eine Regel ist, um sie umzusetzen, halte ich davon nichts.“
Bundesliga will „situativ je nach Wetterlage entscheiden“
Eine eindeutige Positionierung für oder gegen verpflichtende „Hydration Breaks“ vermeidet Polzin, weil er es ohnehin nicht bestimmen könne: „Es gibt andere Themen, für die es sich in meinem Arbeitsumfeld lohnt, zu kämpfen“, erklärt er. „Wir nehmen es so, wie es kommt.“ Im europäischen Fußball wird in der kommenden Saison weiterhin in zwei Hälften und nicht in vier Vierteln gespielt.
„Über Trinkpausen wird weiterhin je nach Wetterlage situativ entschieden“, teilte die Bundesliga kürzlich mit. Pfiffe dieser Art wird es im Volkspark also erst mal nicht mehr geben. Und die UEFA verfolgt ebenfalls keine Pläne, die Regeln „für die kommenden Wettbewerbe zu verändern – das schließt die Champions League und die EM 2028 ein“.