Reaktionen aus der sächsischen Politik: Was die Wahl in Sachsen-Anhalt für den Freistaat bedeutet
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut ersten Hochrechnungen mit großem Abstand gewonnen. Während die Partei auf mehr als 44 Prozent kommt und sogar eine absolute Mehrheit möglich erscheint, stürzt die CDU mit dem bisherigen Ministerpräsidenten Sven Schulze deutlich ab. Wie reagiert die Politik in Sachsen auf das Ergebnis im Nachbarland?
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Politische Reaktionen
Stand: 06.09.2026 20:07 Uhr
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut ersten Hochrechnungen mit großem Abstand gewonnen. Während die Partei auf mehr als 44 Prozent kommt und sogar eine absolute Mehrheit möglich erscheint, stürzt die CDU mit dem bisherigen Ministerpräsidenten Sven Schulze deutlich ab. Wie reagiert die Politik in Sachsen auf das Ergebnis im Nachbarland?
von MDR SACHSEN
Die AfD wird laut ersten Hochrechnungen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand stärkste Kraft, verfehlt aber offenbar die absolute Mehrheit. Während die CDU deutliche Verluste im Nachbarland einräumt, spricht Sachsens AfD-Chef Jörg Urban von einem historischen Erfolg. Andere Parteien blicken mit Sorge auf die schwierige Regierungsbildung und die politische Entwicklung im Nachbarland.
AfD Sachsen spricht von historischem Ergebnis
Auch mit der ersten Hochrechnung ist schon klar: Die AfD ist der klare Gewinner dieser Wahl. "Das wird ein historisches Ergebnis für die AfD so oder so", freut sich der sächsische AfD-Landesvorsitzende Jörg Urban. Mit Blick auf die Möglichkeit einer absoluten Mehrheit sagte er: "Wenn wir einen ganz knappen Vorsprung der restlichen Parteien haben, dann würde ich meinen Kollegen (in Sachsen-Anhalt) empfehlen, tatsächlich zu schauen, ob man nicht aus den gewählten CDU-Abgeordneten ein paar Konservative herausbricht und damit eine neue Mehrheit bildet." Darüber hinaus zeige "dieses phänomenale Ergebnis" den Wunsch nach Veränderung bei den Menschen.
Video: Sachsen-Anhalt hat gewählt: So reagieren die Parteichefs von AfD und CDU (4 Min)
CDU Sachsen sieht schwere Verluste im Nachbarland
Die Prognosen sagen zweiter Platz, aber die CDU hat die größten Verluste zu verbuchen. Bei diesem Wahlergebnis gäbe es "nichts schön zu reden", sagt der sächsische CDU-Generalsekretär Tom Unger im Gespräch mit MDR SACHSEN. "Die persönlichen Zustimmungswerte von Sven Schulze waren besser als die von Ulrich Siegmund, aber die Wählerinnen und Wähler haben auch über die aktuelle Bundespolitik abgestimmt."
Die CDU Sachsen blickt auf die Verluste der Partei in Sachsen-Anhalt.
Sachsen-SPD sieht schwierige Regierungsbildung
Die SPD scheint nach ersten Prognosen ihr Ergebnis der letzten Wahl in Sachsen-Anhalt mit 8 Prozent zu halten. Man habe "gegen den Bundestrend" einen guten Wahlkampf gemacht, meint Henning Homann, der sächsische SPD-Landesvorsitzende: "Das wird ein sehr spannender Abend und leider kein schöner (…) Hier geht es um die Frage, ob es in Sachsen-Anhalt noch eine stabile demokratische Regierung geben kann und das überstrahlt alles."
Henning Homann (SPD) sieht stabile Werte, aber eine schwierige Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt.
Grüne reagieren mit Sorge auf starke AfD in Sachsen-Anhalt
Die Grünen haben sich laut Prognosen auf 9 Prozent verbessert. Deren Landesvorsitzende Coretta Storz blickt aber mit "gemischten Gefühlen" auf die Zahlen, wie sie im Gespräch mit MDR SACHSEN sagt. "Das Gefühl ist jetzt noch eine sehr, sehr große Sorge, weil die Gefahr einer AfD-Regierung noch nicht gebannt ist."
Coretta Storz (Grüne) freut sich über das Ergebnis der Partei in Sachsen-Anhalt, aber hat auch Sorgen.
Linke macht CDU-Politik verantwortlich
Die Linken verlieren laut Prognose etwas an Zuspruch, bleiben mit rund 9,5 Prozent aber stabil im Landtag vertreten. Der sächsische Landeschef, Marco Böhme, blickt aber besonders auf den klaren Wahlsieger AfD und sieht die Verantwortung bei der Partei des bisherigen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze: "Die CDU-Politik (hat) im Land aber auch im Bund massiv dafür gesorgt das soziale Standards abgebaut werden (…), was zu enormer Verunsicherung bei den Menschen führt, was die extreme Rechte dann ausnutzt und eben solche Wahlerfolge einholen kann", sagt er.
Linken-Vorsitzender in Sachsen, Marco Böhme, spricht vor allem queeren Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen-Anhalt Mut und Unterstützung zu.
BSW muss um Einzug in den Landtag Sachsen-Anhalts bangen
Zittern muss das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW): Prognosen um die 5 Prozent machen den Wahlabend für diese Partei besonders spannend. Der sächsische BSW-Landesvorsitzende Ronny Kupke zeigt sich trotz der "verdammt knappen Kiste" optimistisch: "Wir haben ja noch die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin. Das ist jetzt ein Ansporn nach all dem Gegenwind, den wir bisher hatten. Nach wie vor wird aus meiner Sicht auch die Neuauszählung der Bundestagswahl verschleppt. Das sind also viele Puzzleteile und wir lassen uns davon nicht unterkriegen."
Das BSW in Sachsen-Anhalt muss um den Einzug in den Landtag bangen. Ronny Kupke zeigt sich dennoch optimistisch.
MDR (sme)/dpa/afp