Drohnen über Menschenmengen: Das gilt rechtlich
Streetparade und Co. Drohnen über Menschenmenge: Was erlaubt ist – und was nicht Autor: ...
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Streetparade und Co. Drohnen über Menschenmenge: Was erlaubt ist – und was nicht
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07.08.2026, 06:59
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Das Fliegen über Menschenansammlungen ist ohne Bewilligung verboten. Trotzdem können Sicherheitskräfte wenig tun, wenn eine Drohne unerlaubt auftaucht. SRF-Digitalredaktor Reto Widmer ordnet ein.
Reto Widmer
SRF Digitalredaktion
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Reto Widmer erklärt seit 2006 als Technologie-Korrespondent die digitale Welt und ordnet Digitalisierungsvorgänge ein. Zuvor war er als selbständiger Webentwickler unterwegs und unterrichtete das Thema «Web» an einer grossen Computerschule. Sein erster Computer war ein Atari ST, der bei seinem Grossvater stand. Seit dieser Begegnung ist er dem Computervirus verfallen, hat selber bis heute zum Glück aber noch nie einen eingefangen.
Darf eine Drohne einfach über Menschenmengen fliegen?
Ohne spezielle Bewilligung ist das Fliegen über Menschenansammlungen verboten – das gilt auch für kleine Minidrohnen bis zu 249 Gramm.
Es gibt allerdings Ausnahmen: Häufig handelt es sich bei den Geräten an Festivals um offizielle und bewilligte Drohnen der Veranstalter, die sie zum Beispiel für Social-Media-Videos einsetzen, oder um Polizeidrohnen, die für die Sicherheit im Einsatz sind.
Darf ich eine störende Drohne selbst vom Himmel holen?
Nein. Auch nicht, wenn die Drohne tief fliegt und man sie theoretisch mit einem gezielten Bierbecher-Wurf treffen könnte. Wer eine Drohne beschädigt oder abschiesst, macht sich schnell wegen Sachbeschädigung strafbar. Das ist rechtlich vergleichbar mit einem fremden Auto, das unberechtigt auf dem eigenen Privatparkplatz steht – auch dort darf man nicht einfach die Scheibe einschlagen.
Wer eigenhändig eine verbotene Drohne vom Himmel holt, stürzt sich in illegale Abgründe.
Reto Widmer/SRF
Kann man Drohnen aufspüren?
Festivalveranstalter und Sicherheitsfirmen haben heute teilweise Geräte, mit denen sie Drohnen entdecken und orten können. Sie nutzen Systeme wie Funkpeilung, Radar, Akustik oder optische Erkennung, um Drohnen in Echtzeit aufzuspüren. Damit können sie Flughöhe, Flugbahn und oft sogar den genauen Standort des Piloten ermitteln.
Was tun, wenn sich ein Drohnenpilot nicht an ein Verbot hält?
Reto Widmer/SRF
Zu Hilfe kommt ihnen dabei das «Nummernschild» für Drohnen, die «Remote ID», die in der EU vorgeschrieben ist. Dabei sendet die Drohne während des Flugs permanent Daten wie Position, Höhe, Geschwindigkeit und Startpunkt aus. So können etwa Sicherheitskräfte diese Daten auf einer Karte ähnlich wie in Flugradar-Apps auslesen.
Wie wird eine Drohne unschädlich gemacht?
Ein Abschuss oder das Rammen mit einer anderen Drohne ist über Menschenmengen wegen der Gefahr von Trümmerteilen tabu und ist eher bei militärischen Drohnen sinnvoll. Fangnetze funktionieren nur auf sehr kurze Distanz.
Eine brauchbare und gängige Möglichkeit ist es, die Funkverbindung zu stören, mittels Jamming: Die Drohne verliert den Kontakt zur Fernbedienung und fliegt in der Regel automatisch zum Startpunkt zurück. Eine andere Variante, eine Drohne zu «neutralisieren», ist es, die Flugsteuerung zu übernehmen. Beim sogenannten Spoofing wird die Drohne «gekidnappt» und gelandet.
Wer darf eingreifen?
Private Sicherheitsdienste dürfen die Drohnensignale zwar lesen, die Drohne aber nicht selbst abfangen. Das ist Sache der Polizei. Das Problem: Wie auch immer ein kantonales Polizeikorps für Drohnenabwehr ausgerüstet ist – eine gesichtete Drohne ist in der Regel schon wieder weg, bis jemand reagieren kann.
Radio SRF 3, 4.8.2026, 15:10 Uhr;liea