Regierungsflieger: Merkels Maschine zu kaufen
Beim letzten Mal lief das mit der Theodor Heuss nicht optimal, zumindest sah es etwas blöd aus. Vor 15 Jahren stand schon einmal ein Regierungsflieger mit dem Namen des ersten Bundespräsidenten zum Verkauf. Ein...
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Beim letzten Mal lief das mit der Theodor Heuss nicht optimal, zumindest sah es etwas blöd aus. Vor 15 Jahren stand schon einmal ein Regierungsflieger mit dem Namen des ersten Bundespräsidenten zum Verkauf. Ein Flugzeughändler aus Osteuropa erwarb ihn für 3,1 Millionen Euro vom Bund, dann aber landete die Maschine in Iran bei der Fluglinie Mahan Air – ausgerechnet, setzte man doch parallel auf scharfe Sanktionen gegen das Land wegen seines Atomprogramms.
Nach mehreren Pannen war die Nachfolger-Maschine gleichen Namens, ein Airbus A340-300, außer Dienst gestellt worden. Der Verkauf erfolgte im September 2023 über die Vebeg, eine Treuhandgesellschaft zur Verwertung von Eigentum des Bundes. Der Airbus, ehemals mit der Kennung 16+02 unterwegs, sei im Rahmen eines Bieterverfahrens veräußert worden, betont der Leiter Vertrieb. „Aus Gründen der Vertraulichkeit machen wir grundsätzlich keine Angaben zu Vertragsparteien.“ Die Maschine landete in den USA. Sie und der zweite Regierungsflieger namens Konrad Adenauer, ebenfalls eine A340-300, hatte der Bund einst für knapp 200 Millionen Euro von der Lufthansa gekauft, und dann für viel Geld umbauen lassen.
Der Preis ist Verhandlungssache
Auch die Adenauer wurde später ausgemustert, Lufthansa Technik erwarb sie, um bestimmte Teile weiterzunutzen, die Maschine an sich wurde im Gegensatz zur Heuss jedoch abgewrackt. Die Regierungsflieger wurden durch drei Airbus A350-941 als neue Flaggschiffe der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums ersetzt. Sie heißen wieder Konrad Adenauer (Kennung 10 +01) und Theodor Heuss (10 +02), als Drittes kam eine Maschine hinzu, die nach dem früheren SPD-Chef Kurt Schumacher benannt wurde (10 +03).
In den USA wird die vorherige Theodor Heuss nun vom Unternehmen Jetcraft zum Verkauf angeboten. Der Preis ist Verhandlungssache, die schwarz-rot-goldene Lackierung ist noch dran, nicht aber der Schriftzug „Bundesrepublik Deutschland“. Versprochen wird aber, dass der Flieger mit einer vollständigen neuen Lackierung ausgeliefert werden soll, in „Matterhorn Weiß“.

Die Maschine habe bisher 50 710 Flugstunden und 8768 Landungen vorzuweisen, biete 145 Passagieren Platz und habe eine „VVIP Einrichtung“ – also für „very very important people“. Wie etwa Angela Merkel (CDU) während ihrer Kanzlerschaft genau gereist ist, lässt sich dem detaillierten Verkaufsprospekt entnehmen. Dort wird unter Highlights betont, das sei einer von zwei Airbus A340 der deutschen Luftwaffe, die „Kanzler und Präsidenten“ geflogen haben. Als Erstes hatte der Spiegel über das ungewöhnliche Verkaufsangebot berichtet.
Vollständig demilitarisiert
Es gibt dank des umfangreichen Bildmaterials detaillierte Einblicke in die Luxusausstattung im vorderen Bereich – das wurde lange wie eine Geheimsache behandelt. Die Schlafgemächer, die runde Dusche im rötlichen Holzdesign, Waschbereiche, die an Badezimmer in Luxushotels erinnern, ein Kommunikationszentrum für Besprechungen über den Wolken, die Wohnzimmeratmosphäre mit breiten beigefarbenen Ledersesseln, helle Teppiche auf dem Boden.
Viel Komfort zum Arbeiten und Ausruhen auf langen Transatlantikflügen. Auch um am Zielort, wo meist direkt das Programm begann, nicht völlig zerknautscht auszusteigen und über den roten Teppich zu stolpern. Im hinteren Bereich befindet sich eine Economy-Class, hier wurden Journalisten und Sicherheitsleute platziert, aber den vorderen Bereich bekam man jenseits eines Besprechungsraums für Hintergrundgespräche nicht zu sehen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betont, im Vorgriff solcher Verkäufe werde sichergestellt, „dass die veräußerten Gegenstände, wie in diesem Fall die Theodor Heuss, vollständig demilitarisiert sind und somit keine sicherheitsrelevanten Komponenten veräußert werden.“ Und er hat dann noch einen wichtigen Hinweis, gerade in diesen Zeiten, wo überall Gefahren lauern. So ließen sich auch jetzt aus den Bildern des Innenbereichs des Luftfahrzeugs „keine Rückschlüsse auf sicherheitsrelevante Aspekte unserer neuen Flotte der Flugbereitschaft ziehen.“